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Landesliga Süd

18.10.2020

VfR Neuburg: Ein Wochenende zum Vergessen

Auf ungewohntem Terrain: Der etatmäßige VfR-Stürmer Niko Schröttle (rechts) musste in Kempten als Aushilfs-Torhüter ran.
Bild: Erwin Hafner

Am Freitagabend erhielt Torhüter Dominik Jozinovic die Schock-Diagnose Kreuzbandriss. Da auch die anderen drei Keeper nicht einsatzfähig waren, musste bei der 2:4-Pleite in Kempten Niko Schröttle in den Kasten.

Für den Fußball-Landesligisten VfR Neuburg war es zweifelsohne ein Wochenende zum Vergessen. Der erste Schock folgte bereits am Freitagabend: Stammtorhüter Dominik Jozinovic, der sich nach dem Re-Start in überragender Verfassung befand und seinem Team bereits einige Zähler im Alleingang sicherte, erhielt bei einer MRT-Untersuchung die niederschmetternde Diagnose „Kreuzbandriss“!

Da auch sein Vertreter Marcel Frohmajer schon seit Wochen an einer Knöchel-Verletzung laboriert, der Keeper der „Zweiten“, Mehmet Özdemir, aus beruflichen Gründen ebenfalls nicht verfügbar war und sich auch „Aushilfskeeper“ Matthias Kollar im Krankenstand befand, stand der Tabellenzweite vor dem Auswärtsmatch am Samstag beim FC Kempten plötzlich gänzlich ohne Schlussmann da. Was also tun? Nachdem der etatmäßige Angreifer Niko Schröttle bereits vor einigen Wochen im Vorbereitungsmatch gegen den FC Augsburg II den verletzten Schlussmann Özdemir im zweiten Durchgang vertrat und dabei eine starke Figur abgab, griff Cheftrainer Alexander Egen erneut zu dieser Option. Am Ende konnte der 25-Jährige jedoch die 2:4-Niederlage seines Teams im Allgäu auch nicht verhindern.

„Als ich am Freitagabend von Domis Verletzung erfuhr, war ich natürlich geschockt, da ich im Vorfeld überhaupt nicht damit gerechnet hatte“, berichtet Egen, den neben der aktuellen Torhüter-Problematik am Samstag noch eine weitere Hiobsbotschaft erreichte: Auch Abwehrspieler Marco Bader meldete sich kurzfristig krank. Dass dann bei der Abfahrt nach Kempten auch noch pünktlich die „Werkstatt-Lampe“ des Mannschaftsbusses aufleuchtete, passte dann schon irgendwie ins Bild.

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Fabian Scharbatke hat die erste Chance in dieser Partie

Im Aufeinandertreffen mit dem FCK hatten die Gäste dann die erste Chance, als Fabian Scharbatke den Ball aus zwölf Metern drüberschoss. FCK-Akteur Michael Rauh tauchte in der 13. Minute alleine vor VfR-Schlussmann Schröttle auf, konnte diesen aber nicht überwinden. Besser machte es Anil Arslan nur eine Zeigerumdrehung später: Nach einer Flanke vollendete er zum 1:0. Die Antwort der Lilaweißen folgte in der 23. Minute: Unmittelbar nach einer Ecke schlenzte Co-Trainer Sebastian Habermeyer das Spielgerät knapp am Kasten vorbei. Effektiver agierten hingegen die Allgäuer: Konnte Schröttle zuvor noch einen 20-Meter-Schuss von Christopher Duchardt parieren (34.), war er kurz darauf gegen Jamey Hayse chancenlos. Einen mustergültigen Pass seines Teamkollegen brauchte dieser nur noch einzuschieben (36.). Mit dem 2:0-Zwischenstand ging es dann auch in die Pause.

Mit den Gedanken offensichtlich noch in der Kabine mussten die Neuburger direkt nach Wiederbeginn sogar den dritten Gegentreffer hinnehmen. Erneut war es Hayse, der eine Hereingabe von Ex-Profi Thomas Ratgeber verwertete. Die Vorentscheidung? Mitnichten, denn die Egen-Truppe zeigte nun Kampfgeist und Charakter – und wurde dafür in der 56. Minute auch belohnt. Nach einem Habermeyer-Pass zeigte Nico von Swiontek-Brzezinski seine ganze Klasse. Erst umkurvte er einen Gegenspieler und schob anschließend den Ball an FC-Goalie Elias Bodenmüller vorbei ins Netz. Doch damit nicht genug. 180 Sekunden später war der VfR Neuburg endgültig zurück in dieser Partie: Scharbatke verkürzte mit einem sehenswerten Heber über Bodenmüller sogar auf 2:3.

Die Oberbayern schienen nun Oberwasser zu haben, brachten sich aber mit einem kapitalen „Bock“ – oder wie es Trainer Alexander Egen formulierte: „Das war eines der kuriosesten Treffer, seit ich Fußball spiele“ – selbst um den möglichen Lohn. Bei einem Freistoß für die Einheimischen waren die Neuburger damit beschäftigt, ihre Mauer zu stellen und ließen den Ball komplett aus den Augen. Kempten nutzte dies, führte blitzschnell aus – und nach zwei kurzen Kontakten stand es plötzlich 4:2, für das sich der eingewechselte Spielercoach Matthias Jörg verantwortlich zeigte (63.). Es war zugleich die Entscheidung an einem für den VfR Neuburg gebrauchten Wochenende.

Neuburgs Trainer Alexander Egen übt Kritik an seiner Mannschaft

„Klar ist es bitter, wenn man ohne einen gelernten Torwart ein Punktspiel bestreiten muss. Als Ausrede für diese Niederlage möchte ich diese Situation allerdings keinesfalls gelten lassen“, resümiert Egen. Mit seiner Mannschaft ging der 31-Jährige daher auch durchaus hart ins Gericht. „Man muss ganz deutlich sagen, dass wir vor allem im ersten Durchgang eine sehr schlechte Leistung abgeliefert haben. Die Kemptener waren gedanklich immer einen Tick schneller und haben uns vorgemacht, wie man eine solche Begegnung angeht und bestreitet“, so Egen und ergänzt: „Von unserer Seite war das schlichtweg viel zu wenig und sehr enttäuschend. Da braucht man gar nicht groß herumzureden.“ (disi/heiß)

VfR Neuburg: N. Schröttle, Stegmeir (65. Belousow), Eberwein, Scharbatke, Heckel (37. Mehl), Habermeyer, Meisinger, von Swiontek-Brzezinski, Friedl, Düzgün, Klink.

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