NR-Doppelpass

09.09.2018

Weber entscheidet Moosderby

War nicht in den Griff zu bekommen: Mathias Weber (rechts) traf zweimal. Hier kann ihn Untermaxfelds Manuel Veitinger nicht aufhalten. In dieser Situation scheiterte der Klingsmooser Angreifer allerdings am Torhüter. <b></b>

Stürmer des SV Klingsmoos erzielt beim 2:1-Erfolg in Untermaxfeld beide Tore. Warum er deutlich mehr Treffer hätte erzielen können und was die Trainer zum Spiel sagen.

Die TSG Untermaxfeld und den SV Klingsmoos eint, dass beide Vereine für kreisklassenverhältnisse über außergewöhnliche Torjäger verfügen. Für die TSG brachte es Marco Veitinger vor dem gestrigen direkten Aufeinandertreffen auf fünf Saisontore, Mathias Weber erzielte sieben von zehn Klingsmooser Treffer.

Während Veitinger klein und wendig ist, oft auf die Flügel ausweicht und ins Dribbling geht, lässt sich der robuste Weber durchaus als Stoßstürmer bezeichnen. So unterschiedlich die Spielanlagen auch sein mögen, die Bedeutung für die eigene Mannschaft war gestern deutlich zu erkennen. Beinahe jeder Untermaxfelder Angriff lief über Veitinger. Klingsmoos suchte Weber, fand ihn regelmäßig. Hätte der Stürmer jede sich ihm bietendende Chance genutzt, wäre Untermaxfeld böse unter die Räder gekommen. Doch Weber zeigte sich gnädig, traf „lediglich“ zweimal und führte die Gäste damit zu einem hochverdienten 2:1-Sieg.

In der ersten Hälfte, in der die Zuschauer eine temporeiche und offene Partie geboten bekamen, vergab Weber seine ersten beiden Möglichkeiten. Zuerst scheiterte er an TSG-Torhüter Andreas Beck (20.), dann traf er völlig freistehend den Pfosten (26.). Doch die TSG-Verteidiger gewährten dem 30-Jährigen weiterhin zu viel Platz. Weber bedankte sich und köpfte nach einem Eckball die Gästeführung (43.). Sein Pendant Marco Veitinger war zwar pausenlos unterwegs, kam aus dem Spiel heraus aber kaum zum Abschluss. Zwei von ihm geschossene Freistöße (12., 29.) waren aber durchaus vielversprechend. Waren die Zuschauer in der ersten Hälfte noch gut unterhalten, bekamen sie nach dem Seitenwechsel viel Leerlauf und Ungenauigkeiten auf beiden Seiten zu sehen. Klingsmoos beschränkte sich aufs Kontern und hatte ja noch seinen Goalgetter. Doch der brachte seine Mitspieler zum verzweifeln, indem er für sich untypisch zwei riesen Gelegenheiten vergab. Zweimal lief er allein aufs Tor zu. Einmal schoss er Beck an (69.), einmal schob er am langen Pfosten vorbei (71.). Doch nach einer Vorlage von Spielertrainer Josef Fischer kam Weber erneut im Sechzehner zum Abschluss und versenkte diesmal eiskalt (72.). Grund genug für Fischer, den Stürmer zu loben: „Er kann eigentlich alles. Er ist schnell, kann Bälle halten und ist technisch versiert.“ Warum sein Team Weber so viel Platz gewährt habe, konnte Wolfgang Rückel nicht beantworten. Der TSG-Trainer war ohnehin bedient an diesem Tag. Personelle Probleme (Mathias Reiter, Jonas Spreng, Lukas Gottschall fielen aus), ein aus seiner Sicht „desolater Schiedsrichter“ und ein schwacher Auftritt seines Teams („Wir waren nicht präsent“) waren in seinen Augen genug Gründe, das Spiel zu verlieren. Rückel wurde zudem wegen zu heftigen Reklamierens vom Schiedsrichter hinter die Bande verwiesen. Rückel bemängelte einen verweigerten Elfmeter und ungerechte Zweikampfbewertungen. Dass der Unparteiische nach Untermaxfelds 1:2-Anschlusstor durch Matthias Seitle (90.) nicht nachspielen ließ, was den TSG-Spielern sauer aufstieß, war Rückel hingegen egal („Wir hätten ohnehin kein Tor mehr geschossen.“).

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Während Josef Fischer durch den dreifachen Punktgewinn „den Anschluss nach oben“ wieder hergestellt sieht, will Rückel vom Aufstieg ohnehin nichts wissen. „Wir befinden uns im Umbruch und wollen unter die ersten fünf. Alles andere ist unrealistisch“ Dennoch hätte die Niederlage aus seiner Sicht nicht sein müssen. „Ich hätte Klingsmoos stärker eingeschätzt“, meinte er.

Doch Klingsmoos hatte im Sturm eben einen Mathias Weber, der seinen Gegenüber Marco Veitinger an diesem Tag deutlich in den Schatten stellte.

TSG Untermaxfeld Beck – Seissler, Scharbatke, Irl, Manuel Veitinger, Guther, Beck, Marco Veitinger, Spielvogel, Neumeier, T. Edler (Seitle, Kreitmeir)

SV Klingsmoos Kreitmeier – Kramer, Heilgemeir, Narr, Meitinger, Weber, Krammer, Fischer, Fleury, Elezi, S. Daferner (Lenz, M. Daferner)

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