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Landesliga Südwest

30.09.2018

Wenn der Gegner einfach besser ist

Jubelnde Landsberger, enttäuschte Neuburger: Stefan Klink und Rainer Meisinger (von links)assen die Köpfe hängen.
Bild: Xaver Habermeier

Der VfR Neuburg verliert das Spitzenspiel gegen den TSV Landsberg vor 720 Zuschauern mit 0:2 und fällt auf Rang zwei zurück. Warum sich der Bayernligaabsteiger für die Lilaweißen als eine Nummer zu groß erweist.

Bedröppelt schlichen die Spieler des VfR Neuburg vom Rasen, ließen sich erschöpft auf die Auswechselbank fallen. Die Partie gegen den TSV Landsberg war soeben abgepfiffen worden. Neuburg hatte 0:2 verloren, die Gästespieler feierten lautstark ihre errungene Tabellenführung. Zwei Dinge, die den Lilaweißen sicher zu schaffen machten. Mehr noch dürfte sie aber die deutliche Unterlegenheit während der 90 Minuten zum Grübeln gebracht haben.

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Das räumte auch Christian Krzyzanowski ein. „Uns wurden heute Grenzen aufgezeigt“, sagte der VfR-Trainer ehrlich und sprach von einer „verdienten Niederlage“ gegen einen „ausgebufften Gegner“.

Das Spitzenspiel der dominierenden Teams der Liga, das diesem Status letztlich kaum gerecht wurde, lockte 720 Zuschauer in die Sparkassen-Arena. Dass Landsbergs Spielertrainer Muriz Salemovic im Vorfeld wegen Verletzungssorgen von einem „blöden Zeitpunkt“ des Duells sprach, wurde allein am Aufstellungsbogen der Landsberger ersichtlich. Auf der Bank saßen lediglich zwei Feldspieler. Zum einen Arek Wochnik, der 37-jährige sportliche Leiter, zum anderen der 40-jährige Elmin Korora, der eigentlich der Kreisliga-Mannschaft angehört. Der Qualität der Startelf tat dies dennoch keinen Abbruch. Die Regionalliga- und Bayernligaerfahrung der Landsberger bestand nicht nur auf dem Papier, sondern wurde auch eindrucksvoll auf dem Platz präsentiert.

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„Um so einen Gegner schlagen zu können“, resümierte Krzyzanowski, „müssen wir einen Sahnetag erwischen. Das ist nicht der Fall gewesen.“ Einen ersten großen Rückschlag musste der VfR in der 13. Minute verdauen, als Sebastian Habermeyer wegen einer Verletzung am Zeh ausgewechselt werden musste. Damit war nicht nur der Kapitän, sondern auch der beste Torjäger und Spielgestalter aus der Partie. Durch die Einwechslung von Angreifer Alexander Müller wurden die Neuburger zudem um eine spätere Offensivoption von der Bank beraubt, da fortan nur noch Defensivspieler draußen saßen.

In der ersten Hälfte sahen die Zuschauer optisch überlegene Landsberger, die gelegentlich durch Neuburger Konter in Verlegenheit gebracht wurden. Dem VfR fehlte letztlich der Mut, an die eigenen Stärken zu glauben. Zu viel Respekt war auch vor dem ersten Gegentor zu spüren, als Philipp Siegwart vor dem Sechzehner nicht attackiert wurde. Dessen genaues Zuspiel hob Andreas Fülla über VfR-Keeper Dominik Jozinovic zum 0:1 ins Tor (40.).

Kam der VfR in Hälfte eins durch Stefan Klink ((32.) und Müller (45.) noch zu Abschlüssen, hätte Landsbergs Keeper Frank Schmitt nach der Pause auch ein Nickerchen machen können. Der TSV machte geschickt die Räume zu, erstickte die Neuburger Angriffsbemühungen frühzeitig. Die Lilaweißen schlugen die Bälle hoch nach vorne. Doch die Angreifer waren in Kopfballduellen gegen die körperlich weit überlegenen Landsberger Innenverteidiger schlicht überfordert.

Die Hoffnungen des VfR, irgendwie doch noch zum Ausgleich zu kommen, wurden in der 83. Minute erstickt. Rainer Meisinger schoss nach einer Landsberger Ecke bei einem Klärungsversuch Matthias Riedelsheimer den Ball ins Gesicht. Die „Slapstick“-Aktion bestrafte Kevin Gutia, der aufgrund der Landsberger Personalprobleme eine mehrstündige Anreise aus Ostdeutschland auf sich genommen hatte, mit dem Tor zum 2:0. Dass anschließend Krzyzanowski von seiner Trainerbank verwiesen wurde, passte ins Bild des aus Neuburger Sicht verkorksten Nachmittags. Der VfR-Trainer hatte vor dem Eckball ein Foul an Kadir Aktas gesehen und sich darüber beklagt. „Ich verstehe nicht, warum ich weggeschickt wurde“, rechtfertigte sich Krzyzanowski. „Ich habe dem Schiedsrichter in normalem Ton gesagt, dass er nicht alles gegen mein Team pfeifen soll.“

In der Schlussphase, die Landsberg ohne Probleme überstand, wurden mit Martin Hennebach (85., Landsberg) und Sebastian Stegmeir (90.) noch zwei Spieler mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

VfR Neuburg Jozinovic – Stegmeir, Heckel (64. Labus), Aktas, Schröder – Klink, Riedelsheimer, Meisinger, Habermeyer (13. Müller), Friedl – Golling (46. Uhle)

Neuzugang Der VfR Neuburg hat auf seine Personalprobleme in der Offensive reagiert und Abdel Abou Kalil verpflichtet. Der Angreifer ist ab 23. Oktober spielberechtigt.

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