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ERC Ingolstadt: Ingolstadts Neuzugang Kenny Agostino: Ein leidenschaftlicher Siegertyp

ERC Ingolstadt

Ingolstadts Neuzugang Kenny Agostino: Ein leidenschaftlicher Siegertyp

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    Auf seinen Torriecher hoffen die Verantwortlichen und Fans des ERC Ingolstadt: Kenny Agostino, zuletzt in Diensten der Düsseldorfer EG.
    Auf seinen Torriecher hoffen die Verantwortlichen und Fans des ERC Ingolstadt: Kenny Agostino, zuletzt in Diensten der Düsseldorfer EG. Foto: imago/Eibner

    Mit der Verpflichtung von Kenny Agostino ist der ERC Ingolstadt ein echter Transfercoup gelungen. Der 32-jährige US-Amerikaner schwang sich in der vergangenen Saison mit 48 Zählern (14 Tore, 34 Assists) zum Topscorer bei der Düsseldorfer EG sowie zum viertbesten Punktesammler in der Deutschen Eishockey-Liga auf. Bei den Panthern unterschrieb der 86-fache NHL-Angreifer einen Ein-Jahres-Vertrag.

    Kenny, wie anstrengend oder entspannt waren Ihre bisherigen Sommermonate?

    Kenny Agostino: Ich hatte bislang wirklich eine tolle Zeit. Nach der Saison habe ich zunächst mit meiner zukünftigen Frau, die ich in der kommenden Woche heiraten werde, einen herrlichen Urlaub in Griechenland verbracht. Danach ging es dann weiter nach Naples (Florida, Anm. d. Red.), wo ich seit einigen Jahren meinen Hauptwohnsitz habe. Wir hatten zuvor mit der Familie und Freunden unseren Urlaub dort verbracht. Mir hat es dann so gut gefallen, dass ich mich entschieden habe, mir eine Unterkunft in Naples zu kaufen und künftig die Sommermonate dort zu verbringen. Ursprünglich stamme ich ja auch New Jersey. Dass ich dann auch noch meine künftige Ehefrau hier getroffen habe, hat mein Glück perfekt gemacht.

    Wenn Sie in Florida leben, kann ich davon ausgehen, dass Sie wohl sicherlich auch die eine oder andere Runde Golf im Sunshine State spielen werden...

    Agostino: (lacht) Ja, das stimmt. Zudem genießen wir hier natürlich auch das Meer. Darüber hinaus habe ich aber auch erstklassige Möglichkeiten, mein Sommertraining zu absolvieren, um dann im August, wenn es mit der Saisonvorbereitung in Ingolstadt losgeht, in einer sehr guten körperlichen Verfassung zu sein.

    Sie haben bis zu Ihrer Vertragsunterschrift Anfang Juli beim ERC Ingolstadt nicht gewusst, wo Sie in der kommenden Saison spielen werden. War diese Situation etwas belastend oder waren Sie vielmehr völlig tiefenentspannt?

    Agostino: So komisch es vielleicht klingen mag, aber ich würde sagen, dass es eine Mischung aus beidem ist. Nachdem ich ja doch schon einige Jahre in diesem Geschäft bin, weiß ich, wie es läuft. Am Ende ist es immer eine Frage des Marktes. Da kann es durchaus vorkommen, dass man erst im Juli oder auch August weiß, für welches Team du in der kommenden Spielzeit auflaufen wirst. Da ich zuletzt in Düsseldorf jedoch ein ziemlich gutes Jahr hatte, war ich überzeugt, dass sich mir die eine oder andere gute Möglichkeit bieten würde. Deshalb bin ich auch relativ gelassen geblieben.

    Und dann kam die Anfrage des ERC Ingolstadt...

    Agostino: Genau. Als ich mit den Verantwortlichen einige Gespräche geführt hatte, war mir relativ schnell klar, dass ich diese Herausforderung annehmen möchte. Aus der vergangenen Saison weiß ich, dass die Panther eine unglaubliche Fanbase haben, ein erstklassig gecoachtes Team sind und erfolgreich waren. Ich möchte nun helfen, darauf aufzubauen und mit der Mannschaft den nächsten Schritt zu gehen.

    War es denn Ihr vorrangiges Ziel, nach Ihrer letztjährigen Spielzeit bei der Düsseldorfer EG in Deutschland zu bleiben?

    Agostino: Ehrlicherweise ist das immer schwer zu sagen. Als Eishockey-Profi musst du grundsätzlich für alle Möglichkeiten und Optionen offen sein. Nichtsdestotrotz habe ich das vergangene Jahr in Deutschland wirklich sehr genossen. Insgesamt betrachtet hat es meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Das spielerische Niveau in der DEL ist richtig gut. Zudem leben die Fans regelrecht für ihren Verein beziehungsweise den Eishockey-Sport. Das hat mich unglaublich beeindruckt. Von dem her bin ich nun sehr glücklich, dass sich mir die tolle Gelegenheit beim ERC Ingolstadt geboten hat und ich mindestens ein weiteres Jahr in Deutschland spielen kann.

    Welchen Spielertypen können denn die Teamkollegen, Trainer und Panther-Fans mit Kenny Agostino erwarten?

    Agostino: Grundsätzlich würde ich mich als sehr leidenschaftlichen Spieler, der immer gewinnen will, beschreiben. Im Laufe meiner Karriere bin ich aufgrund meiner vielen Erfahrungen, die ich bei zahlreichen Klubs und Trainern sammeln durfte, sicherlich ein kompletterer Angreifer geworden. So habe ich beispielsweise gelernt, sowohl in der offensiven als auch defensiven Zone Verantwortung zu übernehmen. Was konkret die Offensive betrifft, möchte ich meine Fähigkeiten so gut wie möglich einsetzen, um für meine Teamkollegen und mich Chancen zu kreieren und diese dann auch entsprechend zu nutzen.

    Bevor Sie 2023 zur Düsseldorfer EG gewechselt sind, waren Sie zwei Jahre in der russischen KHL für Torpedo Nischni Nowgorod aktiv, was zugleich die erste Auslands-Station in Ihrer Profi-Laufbahn war. Wie schwer ist Ihnen die Umstellung sowohl im „normalen Leben“ als auch in Sachen Eishockey gefallen?

    Agostino: Ich denke, wenn du – wie in meinem Fall – das erste Mal mit einer neuen Kultur konfrontiert wirst, ist das zunächst einmal definitiv eine riesige Umstellung. Die größte Barriere war dabei sicherlich die Sprache. Dennoch habe ich meine Zeit in Nowgorod wirklich als sehr angenehm empfunden. Alle Menschen in dieser Stadt waren unglaublich freundlich, ja geradezu liebevoll und haben das Eishockey beziehungsweise ihren Klub regelrecht geliebt. Und wissen Sie, was mir die Umstellung am Ende noch erleichtert hat?

    Erzählen Sie...

    Agostino: Wenn du in der NHL einmal aktiv warst, dann hast du ganz einfach diese Siegermentalität in dir. Jeder in dieser besten Liga der Welt ist dort, um Spiele zu gewinnen. In der AHL ist das ein wenig anders. Die American Hockey-League ist eine klassische Entwicklungsliga für junge Spieler, was für die NHL-Klubs im Grunde eine ausgezeichnete Sache ist. Allerdings steht das Gewinnen dort nicht immer unbedingt an der ersten Stelle. In Europa ist das dagegen anders. In meinen Augen spielen wir doch Eishockey, um unseren jeweiligen Gegner immer zu besiegen. Das ist jedenfalls mein großes Ziel. Daher konnte ich mich mit dem Eishockey in der KHL oder auch DEL, wo genau das der Fall ist, von Beginn an sehr gut identifizieren.

    Im Jahr 2022 haben Sie zudem für Team USA bei den Olympischen Spielen in Peking teilgenommen. Wie blicken Sie heute auf diese Erfahrung zurück?

    Agostino: Nun, es ist mit Sicherheit ein Lebenstraum eines jeden Sportlers, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass die Jungs aus der NHL nicht dabei waren, bot sich mir diese einmalige Gelegenheit vor zwei Jahren. Es war eine Erfahrung, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Daher bin ich unglaublich stolz und extrem dankbar, für mein Heimatland USA in Peking dabei gewesen zu sein.

    In Ihrer sportlichen Vita stehen 86 NHL-Partien für sechs verschiedene Teams (Calgary, St. Louis, Boston, Montreal, New Jersey und Toronto). Wie groß ist die Herausforderung, sich – gerade in der besten Liga der Welt – immer wieder neuen Klubs, Mitspielern, Trainern und Spielsystemen anzupassen?

    Agostino: Letztlich ist es schlichtweg ein Teil unseres Geschäfts. Die wenigsten Spieler sind absolute Superstars, welche die Möglichkeit haben, ihre gesamte Laufbahn bei einem Verein zu verbringen. Unter dem Strich geht es für einen Eishockey-Profi darum, zum richtigen Zeitpunkt die bestmögliche Option zu finden und sich dann so gut wie möglich anzupassen. Auf mich persönlich bezogen: Jede Gelegenheit, in der NHL zu spielen, war für mich etwas ganz Besonderes. Daher bin ich auch für jede Partie, die ich dort absolvieren durfte, extrem dankbar.

    Nachdem Sie in New Jersey geboren und aufgewachsen sind: Würden Sie sagen, dass es Ihr bisheriges Karriere-Highlight war, das Trikot der Devils in der NHL zu tragen?

    Agostino: Es ist in der Tat schwer zu sagen, ob es „das“ Highlight war, da ich glücklicherweise schon mehrere erlebt habe. Ein ganz besonderer Moment in meiner Laufbahn war aber sicherlich, als ich mit den Devils im Madison Square Garden gegen die New York Rangers gespielt habe. Als Kind bin ich ein riesengroßer Anhänger der Rangers gewesen und habe mir natürlich auch zahlreiche NHL-Begegnungen dort angesehen. Wenn du dann selbst plötzlich auf dem Eis im MSG stehst – wenn auch gegen die Rangers –, dann ist das zweifelsohne ein unvergesslicher Augenblick.

    Wie intensiv haben Sie denn in Ihrer Wahl-Heimat Florida das diesjährige Stanley-Cup-Finale zwischen den Florida Panthers und Edmonton Oilers verfolgt?

    Agostino: (lacht) Schon sehr intensiv. Ich denke, da bin ich wie jeder Eishockey-Fan auf der ganzen Welt, der die Stanley-Cup-Playoffs als die coolste und spannendste Zeit des Jahres bezeichnet. Gerade aufgrund der Tatsache, dass ich jetzt in Florida lebe, haben meine Sympathien definitiv den Panthers gehört. Es ist eine tolle Geschichte für den Eishockey-Sport in Nordamerika, aber auch die Region Florida selbst, dass das Team erstmals in der Geschichte dieser Franchise den Cup holen konnte.

    Sind die Panthers Ihrer Meinung nach auch ein würdiger Champion?

    Agostino: Absolut! Zum einen haben sie jetzt zum zweiten Mal hintereinander das Finale erreicht. Zum anderen ist es eine enorme Leistung, wenn du – wie jetzt gegen die Oilers – in der Serie bereits mit 3:0 führst, dann den 3:3-Ausgleich hinnehmen musst und das Momentum klar bei Edmonton ist, dennoch das siebte und entscheidende Spiel gewinnst. Von dem her sind die Florida Panthers für mich auf alle Fälle ein würdiger Titelträger.

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