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  4. Neuburg: Junger Schiedsrichter rät: „Einfach mal ausprobieren“

Neuburg
22.09.2022

Junger Schiedsrichter rät: „Einfach mal ausprobieren“

Mentor und Nachwuchsschiedsrichter: Die Ortlfinger Michael Schiele (links) und Maximilian Raudensky pfeifen für den FC Illdorf.
Foto: Benjamin Sigmund

Maximilian Raudensky ist seit einem Jahr Schiedsrichter und wird bei den Spielen meist von Michael Schiele begleitet. Sie sprechen über die Anfänge, Vorbilder und Gründe, sich als Unparteiischer zu versuchen.

Hinter Maximilian Raudensky liegt das erste Jahr als Schiedsrichter. Vor knapp einem Jahr hat der 15-Jährige den Neulingslehrgang absolviert und ist seitdem mit Leidenschaft dabei. Als eine Art Mentor und Beobachter bei seinen Spielen agiert Michael Schiele (59). Beide wohnen in Ortlfing und pfeifen für den FC Illdorf. Unsere Zeitung hat sich vor dem am Freitag beginnenden Neulingslehrgang der Schiedsrichtergruppe Neuburg mit dem Duo unterhalten.

Max, du hast vergangenes Jahr am Neulingslehrgang teilgenommen. Was war der Grund, Schiedsrichter werden zu wollen?

Maximilian Raudensky: Den ersten Gedanken daran hatte ich bereits 2019. Unser Verein hat Schiedsrichter eingeladen, um über die Regeln zu sprechen. Wir haben mit der D-Jugend der JFG Region Burgheim teilgenommen. Ich fand es sehr interessant, Michael hat mich danach direkt angesprochen. Aber ich war erst zwölf Jahre alt und damit zu jung, weil das Mindestalter 14 beträgt. Durch Corona hat sich alles weiter verzögert, 2021 habe ich dann am Lehrgang teilgenommen und bin seitdem Schiedsrichter.

Michael Schiele: Der Trainer hat mich damals eingeladen, ich sollte einen Regelvortrag halten. Max hat während meines Vortrags die meisten Fragen gestellt. An die erste kann ich mich noch genau erinnern. Er wollte wissen, was ein Bundesliga-Schiedsrichter verdient (lacht). Das war leider die einzige Frage, die ich nicht beantworten konnte. Seitdem blieben wir in Kontakt.

Was ist nötig, um den Schiedsrichterschein zu bekommen?

Raudensky: Der Lehrgang dauert drei Tage. Man bekommt die Regeln erklärt und macht praktische Übungen. Am Sonntag ist eine theoretische Prüfung mit 20 Fragen zu absolvieren. Außerdem muss man 1000 Meter in acht Minuten laufen.

Wie waren dann deine ersten Erfahrungen auf dem Platz?

Raudensky: Zwei Wochen nach dem Scheinerwerb hatte ich sofort mein erstes Spiel. Es war ein D-Jugend-Spiel in Zell/Bruck. Ich war sehr nervös, habe mich selber unter Druck gesetzt und hatte viele Dinge im Kopf. Inzwischen bin ich nicht mehr so aufgeregt, habe bereits A-Jugendspiele und inzwischen drei Partien im Erwachsenenbereich geleitet. Außerdem stehe ich bei Partien bis zur Bezirksliga an der Linie. Michael ist bei den meisten Spielen mit dabei.

Schiele: Ich bin sein Begleiter und Mentor. Es ist wichtig für neue Schiedsrichter, dass jemand vor Ort ist. Es geht dabei nicht nur um das Pfeifen selbst, sondern auch die Spielvorbereitung mit Passkontrolle und die Nachbereitung. Das ist alles recht viel, die Jungen sollten also in den ersten Wochen begleitet werden.

War die Tandemlösung mit zwei Unparteiischen auf dem Platz kein Thema?

Raudensky: Für mich nicht. Ich wäre nervöser, wenn immer jemand hinter mir herläuft. Besser finde ich, wenn ein Begleiter dabei ist, der in der Halbzeit und nach dem Spiel Feedback und Ratschläge gibt.

Schiele: Max ist inzwischen so weit, dass er die Technik und die Regeln beherrscht. Jetzt geht es darum, die Dinge zu verfeinern. Wie er richtig läuft und das Spiel zu lesen. Wo wird der Ball etwa als Nächstes hingespielt? Das geht nur über Erfahrung. Max begeistert mich, hört gut zu und glaubt einem etwas.

Darf das Feedback auch mal negativ sein?

Schiele: Es ist wichtig, ehrlich miteinander umzugehen. Dabei geht es meist nur um Kleinigkeiten.

Raudensky: Das beste Feedback ist das der Verlierer-Mannschaft (lacht). Von den Siegern bekommt man meistens ohnehin Lob.

Schiele: Da weiß man, dass es ehrlich gemeint ist. Mehr brauchen wir gar nicht.

Inzwischen hast du drei Erwachsenenspiele in der B-Klasse gepfiffen und einige Partien als Assistent bestritten. Was ist der Hauptunterschied zu einer Jugendpartie?

Raudensky: Die Herren reden zu viel (beide lachen). Sie motzen und denken, es besser zu wissen. Auch körperlich geht es viel mehr zur Sache, taktisch sind die Mannschaften weiter.

Herr Schiele, ist es schwieriger, als junger Schiedsrichter Akzeptanz bei einem Herrenspiel zu bekommen?

Schiele: Bisher habe ich es so erlebt, dass sie behutsam mit den Jungen umgehen und sie akzeptieren. Sie merken auch, wenn ein Betreuer mit dabei ist. Ich gehe daher vor dem Spiel mit in die Kabine. Wenn der Schiedsrichter gute Entscheidungen trifft und einen vernünftigen Eindruck macht, wird er auch akzeptiert. Wichtig ist, sich durchzusetzen.

Ist das so einfach, wenn von allen Seiten Einfluss genommen wird?

Schiele: Eine Seite schimpft immer. Was außerhalb des Platzes passiert, muss man ausblenden. Raudensky: Das stimmt. Die Blauen haben die blaue Vereinsbrille auf, die Roten die rote. Das muss man ausblenden. Wenn aber Spieler immer weiter diskutieren wollen, muss man Stopp sagen, sonst geht er zum Duschen.

Warum sollte jemand Schiedsrichter werden?

Raudensky: Es stärkt das Selbstbewusstsein, dazu lässt sich ein gutes Taschengeld verdienen (schmunzelt). Auch die Gemeinschaft in der Schiedsrichtergruppe Neuburg ist toll.

Schiele: Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell man innerhalb der Gruppe viele Leute kennenlernt. Die Älteren nehmen die Jungs gut auf. Man trifft sich einmal im Monat zur Monatsversammlung, der Stammtisch am Sonntag nach den Spielen ist eine tolle Sache. Auch die jährliche Bundesligafahrt, dieses Jahr geht es nach Mönchengladbach, Mainz und Nürnberg, ist ein Highlight. Den kostenlosen Eintritt zu Fußballspielen nimmt man natürlich auch gerne mit.

Einige sagen, dass es zu aggressiv zugeht auf Plätzen und wollen kein Schiedsrichter werden. Was sagt ihr denen?

Raudensky: Keine Angst zu haben, sondern es einfach mal ausprobieren. Den Lehrgang machen, einige Spiele pfeifen. Dann kann man immer noch sagen, dass es nichts für einen ist und wieder aufhören. Mir macht es jedenfalls Spaß und ich mache weiter.

Schiele: 95 Prozent der Spiele laufen gut ab. Andere Dinge muss man ausblenden können.

Raudensky: Wer viel auf die Schiris schimpft, sollte es selbst mal ausprobieren und sehen, wie er sich selbst anstellt.

Wie groß ist der Zeitaufwand?

Raudensky: Es kann schon mal vorkommen, dass ich am Freitag eine Partie pfeife, am Samstag selbst ein Spiel habe und am Sonntag an der Linie stehe. Schiele: Es ist auch möglich, sich für gewisse Tage sperren zu lassen. Erst später muss man sich entscheiden, auf was man setzt.

Gibt es Vorbilder als Schiedsrichter?

Raudensky: Michael und Deniz Aytekin.

Was zeichnet Michael aus?

Raudensky: Wenn ein Spiel hektisch wird, bleibt er ruhig und kann gut mit den Spielern kommunizieren. Schiele: Es ist wichtig, den Spielern auf Augenhöhe zu begegnen, auch in der Jugend. Und nicht von oben herab. Ich rede viel, zu viel ist aber auch nichts.

Und Aytekin?

Raudensky: Er bewertet die Szenen sehr gut, geht menschlich mit den Spielern um und erklärt seine Entscheidungen. Bei Hoffenheim gegen Freiburg hat er einen Stürmer umarmt, das fand ich klasse.

Schiele: Aytekin sehe ich auch sehr gerne. Er hat eine wahnsinnig tolle Körpersprache.

Neulingslehrgang im Überblick

Beginn

Freitag, 23. September, 19 Uhr (wer kurzfristigb dabei sein möchte, kann auch ohne Anmeldung vorbeikommen)

Weitere Termine

Samstag, 24. September, 8 bis 17 Uhr, Sonntag, 25. September, 8 bis 12 Uhr mit Prüfung

Ort Sportheim SC Rohrenfels

Voraussetzungen

mindestens 14 Jahre alt, Mitglied in einem Verein des BFV

Ansprechpartner

Obmann Jürgen Roth

(Tel. 08433/920183)

Lehrwart Patrick Krettek

(Tel. 0152-04317029)


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