Was Starkregen-Ereignisse anrichten können, hat die Region vor nicht einmal zwei Jahren erlebt. Wenn auf einem Gebiet besonders viel Niederschlag herunterkommt, sind ganze Landstriche überflutet und Menschenleben in Gefahr. So schlimm wie in Schrobenhausen im südlichen Landkreis war es freilich in Burgheim bisher nicht. Doch in verschiedenen Dörfern wie in Straß-Moos sind die Menschen leidgeprüft. Und 2024 stand auch in Burgheim selbst das Wasser im Leitenbach ungewöhnlich hoch. Deshalb will sich die Marktgemeinde Burgheim besser auf Herausforderungen dieser Art vorbereiten.
Es ist zunächst nur eine Willensbekundung. Doch Burgheim will mit dem einstimmigen Grundsatzbeschluss in der jüngsten Sitzung seines Marktgemeinderates, in das Förderverfahren mit dem Namen „bodenständig“ einsteigen. Das Ziel: langfristig die Weichen für effektive Maßnahmen gegen Starkregen, Erosion und Nährstoffeinträge stellen. Man wolle mit Landwirten und Behörden eng zusammenarbeiten, betonte Bürgermeister Michael Böhm (CSU).
Starkregenereignisse, so Böhm, würden sich nicht an Gemeindegrenzen orientieren, weshalb Burgheim bereits im Herbst 2024 in ein entsprechendes Projekt der interkommunalen Gemeinschaft der Kommunen Mittlere Donau eingestiegen sei. Seither gab es eine Reihe von Besprechungen, Veranstaltungen sowie Analysen der betroffenen Räume, an denen unter anderem die Uni Würzburg, das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt beteiligt waren.
Konkret orientiert sich die Gemeinde im Osten an Oberhausen, während sich der Schwerpunkt der bisherigen vier Starkregenereignisse in den vergangenen zwölf Jahren auf das südliche Gemeindegebiet Burgheims und das nördliche der Gemeinde Ehekirchen bezieht, hier vor allem auf den Leitenbach. Am 8. Januar gab es deshalb bereits einen Kickoff-Termin beider Gemeinden zu diesem Thema. Dabei habe der zuständige Fachplaner des ALE die bisherigen Bemühungen Burgheims gelobt, am gesamten Leitenbach Flächen zu erwerben. Auch, dass Gleiches im Süden des Ortsteils Illdorf passiert, wo häufig die Auswirkungen von Niederschlägen zu spüren sind, fand dessen ausdrückliche Zustimmung.
Das Ziel der gemeinsamen Bemühungen der Kommunen, an der auch noch Bergheim, Rennertshofen, Rohrenfels und Wellheim mitwirken, sollte deshalb eine möglichst umfassende Bestandsaufnahme der jeweiligen Gemeindegebiete sein. Das Programm „bodenständig“ wird nicht über das Wasserwirtschaftsamtes abgewickelt, sondern über das ALE. Nach dem Motto „Das Machbare jetzt tun!“ geht es dabei vor allem darum, das Wasser lokal zurückzuhalten und den Boden zu schützen.
Oberstes Gebot, so Michael Böhm, sei dabei „die Freiwilligkeit der Grundstückseigentümer. Denn wer hier nicht mitmacht, blockiert unter Umständen die Umsetzung!“ Diese müssten zustimmen, wenn es zum Beispiel darum gehe, kleinere Rückhaltemaßnahmen wie Hecken oder Mulden direkt vor Ort zu bauen, um Wasser und Boden in der Fläche zu halten. Diese Maßnahmen gehen in der Regel mit Flurneuordnungen einher, erläuterte der Rathauschef.
Burgheim geht diesen Schritt mit, obwohl Umweltereignisse nach Ansicht des Bürgermeisters „keine Verantwortlichen kennen und die Beseitigung der Schäden keine gemeindliche Aufgabe und erst recht keine Pflichtaufgabe ist.“ Vielmehr gehe es bei solchen Ereignissen um Gewässer der Kategorie drei, für deren Unterhalt nach bayerischem Recht in letzter Konsequenz dann doch wieder die Kommunen zuständig sind.
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