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Auhausen

08.07.2020

100 Jahre Stark in Auhausen: Der Chef lebt für das Handwerk

Martin Stark steht in seiner Fertigungshalle für Modulbau-Einheiten. Er ist Geschäftsführer der Zimmerei Stark in Auhausen. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen.
Bild: David Holzapfel

Plus Mit einem Einmannbetrieb fing es an, heute hat die Zimmerei Stark einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro. Inhaber Martin Stark blickt auf 100 Jahre Bestehen zurück.

Es ist ein sonniger Mittwochnachmittag, der 52-jährige Martin Stark trägt schwarze Zimmermannskluft und sitzt auf einem E-Bike. Es geht durch Auhausen, jenes Dorf, in dem die Zimmerei Stark einst gegründet wurde und das bis heute Heimat des Unternehmens ist. Stark lehnt sich gegen den Fahrtwind und deutet immer wieder auf Häuser im Ort. „Haben wir gebaut“, sagt er dann. Die Zimmerei Stark ist in Auhausen omnipräsent, in diesem Jahr feiert sie hundertjähriges Bestehen.

Stark hält vor einem modernen Holzhaus. Es ist ein sogenannter Modulbau, also eine aus mehreren Raumteilen zusammengesetzte Einheit. Stark hat es als Vorführobjekt im Dorf aufgestellt. „Hier können Interessenten sich ein Bild unserer Arbeit machen und auch übernachten.“ Aber unten, in den Keller des Hauses, darf niemand. Dort liegt Starks „Hobbyzimmer“, wie er es sagt. Er deutet in den Raum. „Normalerweise lasse ich hier niemand rein.“ Später am Tag wird er doch eine Ausnahme machen. Eines vorab: Auch bei seinem Hobby dreht sich alles um Holz.

100 Jahre Stark in Auhausen

Die Zimmerei Stark hat sich in ihrer hundertjährigen Geschichte zu einem Millionen-Unternehmen entwickelt. Der Umsatz, sagt Stark, betrage aktuell etwa 30 Millionen Euro im Jahr. „Aber wegen des Geldes mache ich das alles nicht.“ Sein Großvater habe immer gesagt: „Geld ist nur ein Zahlungsmittel, ein Mittel zum Zweck.“ So sieht der Enkel das auch. „Ich lebe für das Handwerk.“

100 Jahre Stark in Auhausen: Der Chef lebt für das Handwerk

1920 wird das Unternehmen von Friedrich Löh, Starks Urgroßvater, gegründet. Im Jahr 1947 übernimmt dessen Sohn, Georg Stark. Als er in den Ruhestand eintritt, führt Martin Starks Vater Hermann den Betrieb weiter. In dieser Zeit beginnt das Unternehmen zu expandieren, aus sieben Mitarbeitern werden 35, das Betriebsgelände wird erweitert, hinzu kommen ein eigenes Sägewerk und eine Spenglerei. Martin Stark übernimmt die Firma im Jahr 1997 schließlich von seinem Vater – und die Umsätze explodieren. Im Jahr 2020 arbeiten über 160 Menschen im Betrieb, darunter 24 Azubis. Der Standort in Auhausen wurde bereits viermal erweitert, immer mehr Fertigungshallen und Büroräume kamen dazu.

Nur Zimmerei ist die Firma Stark schon lange nicht mehr. 14 Abteilungen gibt es heute, darunter Architektur, Gewerbebau und eine Möbelschreinerei. „Wir können an einem Bauwerk alles machen“, sagt Stark. „Wir möchten die Menschen komplett bedienen.“ Ob Fachwerkhäuser im Ries oder ein olympisches Dorf in Brasilien: Die Zimmerei ist weltweit aktiv.

Zurück im Keller des Holzhauses. Wer Starks Philosophie erleben möchte, kommt ihr in diesem Raum wohl am nächsten. Der 52-Jährige blickt an die Decke. Feine Holzbretter, in unterschiedlicher Größe und Form schaffen eine wellenartige Oberfläche. „Da ist teilweise Holz aus dem achten Jahrhundert verbaut“, sagt Stark. Wenn irgendwo ein Kloster-Dachstuhl aus dem Mittelalter abgebaut wird, ist der 52-Jährige da, um das alte Material zu kaufen. „Das ist mein Hobby.“ Zwischen den Deckenbalken sind moderne Leuchten eingearbeitet, sie erzeugen ein angenehmes indirektes Licht. Stark steuert sie per App. Es sei diese Kombination aus Tradition und Innovation, die ihn so begeistere, sagt der Geschäftsführer.

Wie er sich den großen Erfolg seines Betriebs erkläre? „Mein Urgroßvater hat schon für Familien gebaut, für die ich jetzt auch baue.“ In seinem Handwerk habe er eine riesige Verantwortung. „Was du baust, muss über Generationen hinweg Bestand haben.“ Die Firma Stark werde dieser Verantwortung gerecht.

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