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Marsch

30.04.2016

150 Kilometer für den Tierschutz

Sabine Wester (links) und Carmen Spatschek setzen sich mit einem Marsch für Tierrechte ein. Dafür brachen sie von Oettingen nach München auf.
Bild: Benninger

Vor dem Oettinger Bahnhof startete gestern eine Etappe des „Lebenslaufes für Tiere“ nach München

Immer mehr Menschen setzen sich für die Rechte von Tieren ein. Sabine Wester aus Mönchengladbach geht dafür sogar kilometerweit. 1300 Kilometer, um es genau zu sagen, jeden gelaufenen Meter widmet sie einem Lebewesen, das es zu schützen gelte. Jetzt ist die 45-Jährige in Oettingen gelandet – mit Carmen Spatschek und deren Chihuahua Miri ging es gestern Morgen weiter in Richtung Harburg, Augsburg und München. Dort ist dann für die 37-jährige Oettingerin Schluss, die dafür eine Woche Urlaub einplant. Sie arbeitete früher im Tierheim und setzt sich seit fünf Jahren für Tierrechte ein. Darüber hat sie Sabine Wester kennengelernt. Für die geht es mit ihren Hundemischlingen Fuzzy und Maggy, selbst von München aus weiter, noch viel weiter. Bis nach Berlin möchte die Hausfrau noch laufen, um gegen Tiermissbrauch zu protestieren. Dort hat sie für den 18. Juni sogar eine Mahnwache vor dem Brandenburger Tor organisiert.

„Ich weiß von sechs weiteren Personen, die in ähnlichen Märschen nach Berlin insgesamt 3800 Kilometer zurücklegen“, sagt die Westfälin. Dort rechnet sie dann mit rund 500 Menschen, die die Aktion „Lebenslauf fürs Leben“ unterstützen. Es ist nicht das erste Mal, dass Wester einen langen Protestmarsch für den Tierschutz unternimmt, wobei der erste „nur“ über 630 Kilometer ging.

Jetzt heißt es, die doppelte Strecke in einem symbolischen V von Nord nach Süd und dann nach Nordost zu laufen. Der Buchstabe steht in diesem Fall für „Vegan“, den so leben Wester wie Spatschek. Kein Tier soll für ihre Ernährung leiden oder sterben müssen. So arbeitet Spatschek zudem in der kleinen Donau-Rieser Aktionsgruppe der weltweit tätigen „Animals United“ mit, Wester bei den „Tierfreunden ohne Grenzen“.

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Sie macht sich auf ihrem Marsch auch mit kleinen Plakaten auf Tierrechte aufmerksam und muss dafür schon mal bissige Kommentare einstecken. Aber auch auf positiv eingestellte, gebefreudige und hilfsbereite Menschen trifft sie. So könnte sie solch eine Tour, die eh schon 1500 Euro verschlingt, beispielsweise ohne kostenfreies „Couchsurfing“ gar nicht finanzieren, sagt die Gladbacherin, die dies alles ohne Sponsoren schafft. Sie startete am 1. April noch bei sonnigen 18 Grad: „Ab Rot am See wurde es dann im Schneesturm so richtig ungemütlich“, erinnert sie sich. Drei Monate hat sie ihre Tour so gut es geht geplant, doch immer wieder muss sie unterwegs umdenken. So wie etwa in Crailsheim, als sie zwar vor einem gebuchten, dann allerdings verschlossenen Hotel stand. Täglich lief sie 25 bis 35 Kilometer den Rhein und Main entlang. Dabei traf sie zwar viele Radfahrer, doch selten Langstreckenwanderer. Am liebsten geht sie im Wald oder an Flüssen entlang: „Das gefällt auch meinen Hunden am besten“, sagt Wester, die morgens 18 Kilogramm in ihren Rucksack packt, angefangen von genügend Wasser bis zu Hundefutter.

Aber das packe sie gern, denn „Mitleid ist zu wenig“, sagt sie sich in Bezug auf die Aufklärung gegen Pelz- und Massentierhaltung, Tierversuche und jedes weitere Leid an Lebewesen.

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