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Wudzdog in Dornstadt

26.02.2020

2020 fällt das Wudzdog aus: Das sind die Gründe

Nina Hagen beim Wudzdog 2017: 20 Jahre nach dem Start wird es das Festival in Dornstadt erstmals nicht geben.

Plus Ein Jahr nach dem Jubiläum des Wudzdog wird es dieses Jahr kein Festival in Dornstadt geben. Es kursieren Gerüchte bezüglich der Absage. Das sagen die Waldgeister dazu.

Die Ankündigung auf der Internetseite des Wudzdog-Festivals hat viele Fans schockiert: „Wir machen ein Jahr Pause! Schweren Herzens müssen wir euch heute mitteilen, dass es das Wudzdog-Open-Air in Dornstadt 2020 in der gewohnten Form nicht geben wird …“ Die Frage nach dem Warum wird mit organisatorischen Gründen und fehlenden Helfern beantwortet. Viele Fans der Veranstaltung wollten es nicht glauben, dass nach ausgerechnet zwanzig überaus erfolgreichen Ausgaben des Dornstädter Kult-Festes plötzlich Schluss sein soll. Warum fällt es also aus?

Warum fällt das Wudzdog in Dornstadt 2020 aus?

Seit dieser Ankündigung ist eine Fülle von Gerüchten ins Kraut geschossen. Zeit für die Rieser Nachrichten, um bei Verein und Vorstand nachzufragen, was dahintersteckt und wie die Zukunft des Festivals aussehen könnte – sollte es eine geben. Andreas „Jim“ Heller ist der Vorsitzende des Vereins Waldgeister Dornstadt. Er gibt ein Statement zur Absage des Wudzdog ab.

Eines der Gerüchte betrifft das aktive Ende von Günter Wager alias Bommel bei den Waldgeistern. Der frühere Organisator und Vorsitzende sei rausgeworfen worden, heißt es hinter hervorgehaltener Hand und seither laufe vieles schief. Heller sagt dazu: „Zunächst möchte ich klarstellen, dass wir nicht, wie oft behauptet wird, Bommel rausgeworfen haben, er ist von sich aus zurückgetreten.“ Der Vorsitzende bestätigt allerdings, dass sein Vorgänger nicht mehr mitwirkt. Genauere Gründe wolle er nicht nennen, es sei dazu bereits alles gesagt worden.

2020 fällt das Wudzdog aus: Das sind die Gründe

Wudzdog-Absage: Streit im Booking

Er ergänzt aber: „Der Knackpunkt war 2016/17, es gab da Trouble mit dem Nina-Hagen-Booking und seitdem hat er sich immer mehr zurückgezogen, wir hatten unterschiedliche Vorstellungen, so dass eine Trennung unausweichlich war.“ Vor allem, weil die jungen, neuen Mitglieder, die der Verein für die Fortführung brauche, auf eine Entscheidung gedrängt hätten. „Und hier stehen wir im Moment“, sagt Heller , „die Jungen wollen neue Wege gehen, auch andere Musik machen, trauen sich aber das große Ganze noch nicht zu.“ Das Jahr ohne Open-Air soll dafür genutzt werden, um neue Strukturen zu schaffen und 2021 mit einem Neustart zu beginnen. „Aktuell ist es so, dass wir rund 260 Helfer haben, dass der Verein finanziell gut da steht, dass wir aber im Endeffekt zu dritt als Verantwortliche für alles gerade stehen. Das packen wir so nicht mehr“, sagt Heller weiter und fügt hinzu: „Wir brauchen keine Indianer, die haben wir zur Genüge, wir brauchen Häuptlinge.“

Tausende Besucher kamen Wochenende zum Wudzdog-Festival nach Dornstadt. Die Fans trotzten dem Regen.
25 Bilder
So sah es am Wochenende beim Wudzdog-Festival aus
Bild: Anton Kutscherauer

Der Nachwuchs soll die Verantwortung übernehmen. Der Vorstand, der bis 2021 im Amt ist, soll dann von den Jungen abgelöst werden. „Wir sind auf einem guten Weg, wirklich. Über zwanzig Leute treffen sich schon wieder regelmäßig, die Stimmung ist gut, die Diskussionen laufen offen und stressfrei.“

Das Wudzdog soll seinen Charakter nicht verlieren, nicht kommerziell werden. „Dazu muss aber eine Veränderung her“, sagt Heller. Die Gründergeneration könne jetzt die reibungslose Übergabe im Sinne des Festivals moderieren. Die Zukunft sollen dann andere prägen, meint der Vorsitzende.

Der Verein habe weitere Hürden zu meistern, darunter die Bürokratie. „Man macht sich keine Vorstellungen, was da alles – nicht nur an Kleinkram – verlangt wird“, klagt Heller. „Vom Urheberrechtsschutz über die Lebensmittelkontrolle bis hin zu Baumgutachten haben wir uns schon mit allem beschäftigt.“ Vermisst habe man im Verein außerdem auch die Unterstützung von politischer Seite, von der Gemeinde und dem Landkreis: „Es gibt von dieser Seite keine Unterstützung, wir haben keine Lobby, es hilft kein Bauhof und keine Verwaltung.“ Da, so hoffen die Waldgeister , könnte vielleicht nach einem Jahr Open-Air-Pause vielleicht etwas mehr Wertschätzung wachsen.

Ex-Vorsitzender dementiert Vorwürfe

Der Ex-Vorsitzende Günter Wager wollte sich zunächst nicht zum Streit äußern. Auf lange Sicht wolle man im Dorf wieder gut miteinander auskommen, die Debatte soll seiner Meinung nach nicht wieder angeheizt werden. Allerdings dementiert er die Behauptung, dass er freiwillig zurückgetreten sei. Der Verein habe einen neuen Vorstand gewählt und schließlich entschieden, dass er eine seiner Hauptaufgaben nicht mehr weitermachen sollte. „Wenn der Vorstand entscheidet, dass er mich nicht mehr will, was soll ich da machen?“, gibt Wager zu bedenken.

Zu seinen Hauptaufgaben zählten Buchung und Koordination der Bands und ein Großteil der Organisation. Er sei nach wie vor Mitglied der Waldgeister , Aufgaben habe man ihm aber nicht mehr zugetragen. Abschließend sagt er: „Ich habe 19 Jahre lang das Wudzdog aufrechterhalten und bin voll dabei gewesen. Ich würde mich freuen, wenn es das Festival weiter gibt, es war ein Stück meines Lebens. Aber so etwas geht nur im Team“, sagt er. Wager selbst hat die Absage des Festivals über Facebook erfahren.

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