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Debatte

04.02.2020

470 Zuschauer verfolgen das Oettinger Kandidatenduell

Volles Haus: In der Aula der Oettinger Mittelschule verfolgten mehr als 470 Besucher die Podiumsdiskussion der Rieser Nachrichten zur Bürgermeisterwahl 2020 in Oettingen.
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Volles Haus: In der Aula der Oettinger Mittelschule verfolgten mehr als 470 Besucher die Podiumsdiskussion der Rieser Nachrichten zur Bürgermeisterwahl 2020 in Oettingen.

Plus Petra Wagner (CSU/FWG) und Thomas Heydecker (SPD) stellen bei der Podiumsdiskussion unserer Zeitung ihre Ziele vor.

Ein Podium, links die erfahrene Bürgermeisterin, rechts der junge Herausforderer – und in der Mitte Moderatorin Verena Mörzl von den Rieser Nachrichten. 470 Zuschauer sitzen am Montagabend in der Oettinger Mittelschule, um die Bürgermeisterkandidaten zu begutachten. Die zwei setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Während Petra Wagner ( CSU /FWG) viel vom „Erhalten“ spricht, will Thomas Heydecker ( SPD ) „frischen Wind“ ins Rathaus bringen – doch beide bekommen ähnlich viel Applaus vom gespannten Publikum. Damit sie gleich lange zu Wort kommen, nimmt Robert Milde die Zeit. Wie werden sich die beiden schlagen?

Podiumsdiskussion in Oettingen: Über die Innenstadt und den Tourismus diskutiert

Die Diskussion beginnt mit einem Thema, das Oettingen schon lange beschäftigt: der Belebung der Innenstadt. Heydecker sagt, Probleme dort wirkten sich auch negativ auf die Ortsteile aus. „Deshalb brauchen wir ein gemeinsames Verständnis, wie wir unsere Innenstadt entwickeln wollen.“

Interessierte Bürger müssen an einen Tisch kommen für eine „Zukunftswerkstatt Innenstadt“. Wagner entgegnet, man stehe zwar vor großen Herausforderungen, Oettingen sei aber bereits belebt. Sie habe als Bürgermeisterin erfolgreich Leerstände bekämpft. Die Entscheidung gegen eine „Outlet City“ sei richtig gewesen – dasselbe gelte für einen Bürgerladen. Im letzten Punkt widerspricht Heydecker.

470 Zuschauer verfolgen das Oettinger Kandidatenduell

Dass auch der Tourismus die Stadt belebt, das hoffen beide. Bei diesem Thema setzt Wagner viel Hoffnung in die Krone und das Freibad. Für beides habe sie in ihrer Amtszeit die bestmöglichen Lösungen gefunden. Heydecker merkt an: „Die Touristen werden nicht wegen des Hotels Krone kommen. Wir müssen uns als Stadt überlegen, wie wir sie auslasten.“ Er kritisiert, dass noch kein Campingplatz gebaut wurde. Wagners Begründung, man wolle bis nach der Wahl warten, bezeichnet er als „vorgeschoben“. Eine Chance sei der Trend zum „Urlaub vor der Haustür“.

Auf dem Podium: Kandidatin Petra Wagner (von links), Moderatorin Verena Mörzl und Kandidat Thomas Heydecker.

Die Stadt nimmt für all das viel Geld in die Hand. Was ihre hohen Schulden angeht, stoßen beide beruhigende Töne an: Wagner sagt, man wolle in 20 bis 25 Jahren auf eine Million Euro Schulden zurückgelangen. Heydecker betont, Oettingen müsse investieren, um attraktiv zu bleiben.

Beide wollen Oettingen seniorengerechter machen, indem sie ein Gremium für ältere Menschen aufbauen. Ihre Konzepte unterscheiden sich darin, dass Wagner es aus Vereinen und Organisationen bilden will, Heydecker hingegen Seniorenvertreter wählen lassen möchte.

Mit Lokalexpertise: Petra Wagner, die amtierende Bürgermeisterin von Oettingen, will ihre Amtszeit verlängern.

Beide bekräftigen, sie wollten die Verkehrsbelastung in Oettingen senken. Sie stellen sich hinter Tempo-30-Limits. Wagner sagt, man habe etwa in Nittingen versucht, den Ausweichverkehr mit drei Absperrbarken zu verhindern – bis die Polizei das untersagte. Heydecker appelliert, man solle so gut es geht auf das Auto verzichten. Wichtig sei aber auch der öffentliche Nahverkehr. Er wolle die Reaktivierung der Bahn in Oettingen unterstützen und die Stadt wenn nötig finanziell daran beteiligen. Auch Wagner spricht sich auf Nachfrage eines Bürgers dafür aus.

Der Herausforderer: Thomas Heydecker ist der Kandidat der SPD für die Bürgermeisterwahl in Oettingen am 15. März

Was haben die Kandidaten für die Stadtteile übrig?

Ein Thema hatte Mörzl den Kandidaten im Vorfeld nicht genannt: die Ortsteile. Beispielhaft führt sie den fehlenden Radweg nach Niederhofen und Erlbach an und fragte, was die Kandidaten den Stadtteilen bieten wollen.

„Die Stadtteile gehören zu Oettingen “, betont Wagner. Deshalb seien sie ihr sehr wichtig. „Um Stadtteile weiterhin zu beleben, damit der Dorfkern nicht ausstirbt, das ist die Zukunftsaufgabe.“ Die künftigen Mitfahrbänke seien ein Schritt. Sie böten nicht nur Mobilität, sondern ließen auch den Zusammenhalt wachsen, weil die Leute sich beim Fahren träfen.

Petra Wagner und Thomas Heydecker bei der Podiumsdiskussion der Rieser Nachrichten in der Aula der Oettinger Mittelschule.

Heydecker sagt, er sei den Stadtteilen sehr verbunden, weil er etwa in Lehmingen Fußball gespielt habe. Deshalb wisse er, wie wichtig die Vereine für das Leben im Ort seien. „Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht nur Mitfahrbänke haben, sondern auch guten öffentlichen Nahverkehr.“ Sonst hätten die Stadtteile nichts von einer Zugverbindung durch Oettingen , die er als Bürgermeister unterstützen will. Er verwies auf 90 Prozent-Förderung des Bundes dafür. Doch auch in diesem Thema waren sich die beiden recht einig: Auch Wagner sprach sich später für die Zugverbindung aus.

Wir haben während der Podiumsdiskussion in Oettingen auch einen detaillierten Blick auf die Kandidaten geworfen.

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