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Energie

13.09.2015

59 Bürger besitzen Teil des Windrads

Das Windrad bei Rühlingstetten prägt die Landschaft an der Grenze der Landkreise Donau-Ries und Ansbach. Mit 200 Metern Höhe ist es bereits aus kilometerweiter Entfernung erkennbar.
Bild: Schied

Anlage in Rühlingstetten am Sonntag eingeweiht. Warum in diesem Fall die Zehn-H-Regel nicht angewandt wurde

Von Bernd Schied

Rühlingstetten Es prägt das Landschaftbild am nordwestlichen Riesrand bei Fremdingen und der Bezirksgrenze nach Mittelfranken nachhaltig: das neue 200 Meter hohe und 5,2 Millionen Euro teure Bürgerwindrad bei Rühlingstetten. Am Sonntag wurde es offiziell eingeweiht. Von Anfang an haben die drei Geschäftsführer der Betreibergenossenschaft Erna Lechner, Wolfgang Utz und Jochim Steinmeyer auf die Mitwirkung der Bürger in und um Rühlingstetten gesetzt. „Ohne deren Unterstützung wäre die Anlage nicht gebaut worden“, sagte Erna Lechner. In mehreren Veranstaltungen sei die Bevölkerung über die Planungen für das ehrgeizige Vorhaben detailliert informiert worden. „Dadurch haben wir eine breite Akzeptanz geschaffen.“

Den Verantwortlichen ist es im Laufe der vergangenen Monate gelungen, 59 Teilhaber für das Projekt zu gewinnen. Von der Investitionssumme brachten diese 42 Prozent auf. Den Rest finanzierte die Dinkelsbühler VR-Bank mit einem Kredit. Eingespeist wird der erzeugte Strom beim nur wenige Kilometer entfernten Gramstetter Hofes nahe Greiselbach in das Netz des Nürnberger Energiekonzerns „N-ERGIE“. Jahresziel ist die Einspeisung rund sechs Millionen Kilowattstunden.

Eine gute Zukunft versprach der Ansbacher CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel der Anlage. Angesichts des Klimawandels und der damit immer größer werdenden Temperaturunterschiede würde in der Atmosphäre mehr Wind erzeugt. Dies biete allen Windkraftanlagen beste Zukunftsperspektiven. Göppel plädierte zudem dafür, die Erneuerbaren Energien nicht den Großkonzernen zu überlassen, sondern dem Mittelstand und den Bürgergenossenschaften. Die Anlage in Rühlingstetten sei ein gutes Beispiel dafür. Damit bleibe auch die Wertschöpfung in der Region.

Bürgermeister dankt dem Landratsamt Ansbach

Der Wilburgstettener Bürgermeister Michael Sommer dankte dem Landratsamt Ansbach dafür, das Projekt nach der bisherigen Rechtslage in der Landesbauordnung genehmigt zu haben und nicht nach der im Freistaat Bayern mittlerweile geltenden 10-H-Regelung. Bekanntlich müssen danach Windräder einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zur nächsten Wohnbebauung einhalten.

„Wäre diese Regelung angewandt worden, würde das Windrad in Rühlingstetten nicht stehen“, sagte Sommer.

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