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Jubiläum

06.05.2016

6000 Absolventen in 110 Jahren

Die Leitende Regierungs-Schuldirektorin der Regierung von Schwaben, Susanne Reif, hielt die Festrede vor Ehrengästen wie Politikern oder den „Sternfrauen“.
Bild: Hummel

Fachakademie Maria Stern in Nördlingen feiert. Wie sich das Berufsbild verändert hat

Als eine der traditionsreichsten Lehreinrichtungen des Landkreises bezeichnete Landrat Stefan Rößle die seit 1906 bestehende Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern in Nördlingen. Dabei meistere sie durch ihre innovative Haltung mit Bravour den wachsenden Wettbewerb unter den privaten Bildungseinrichtungen, baue dennoch auf einem traditionell humanitären, christlichen Menschenbild auf. Rößle sprach auch im Namen von Oberbürgermeister Hermann Faul, Kreis- und Stadträten, CSU-Bezirksrat Peter Schiele und SPD-Bundestagsabgeordneter Gabriele Fograscher, die alle anwesend waren.

Susanne Reif, Leitende Regierungsschuldirektorin der Regierung von Schwaben, las den Fortschritt in der Namensgebung: Auf eine Tätigkeit in „Kinderbewahranstalten“ bereitete man 1906 vor; heute gehen die Absolventen als Erzieher und Kinderpfleger gesellschaftliche Aufgaben an, konkret die Inklusion Behinderter und Bildung von Asylbewerbern in Angriff nehmen. Nach den Franziskanerinnen übernahm 1975 das Bistum Augsburg auf Initiative von Bischof Josef Stimpfle die Trägerschaft im neu gegründeten Schulwerk. Marion Tusch-Kriegel vom Schulwerk sprach von einer „Schulfamilie“ und stellte die Beliebtheit der Einrichtung ganz einfach unter Beweis: „Viele Ehemalige schicken ihre Söhne und Töchter ebenfalls wieder her.“ Schwester Dr. Beda Rauch, Provinzoberin vom Augsburger Kloster Maria Stern, hatte bereits in den 50-er Jahren viel Aufbau- und Pionierarbeit der Einrichtungen in Nördlingen, Immenstadt und Augsburg erlebt, die letztendlich ein gleiches Niveau wie staatliche Einrichtungen sicherte.

Den traditionell hohen Stellenwert der Musik stellten Lehrer, Absolventinnen und eine quirlige Gruppe aus dem angegliederten Haus für Kinder mit unterschiedlich kombinierten Gitarren-, Chor- und Tanzgruppen beeindruckend unter Beweis. Schulleiterin Dr. Sigrid Christeiner, die mit den Studierenden Jiyan Celik und Franziska Felber den Festakt moderierte, würdigte speziell den Einsatz der „Sternfrauen“, wie die Schwestern landläufig hießen: „Anfangs machten sie Werbung, indem sie über die Dörfer radelten.“ Mädchen- und Frauenbildung sei stets mit christlichen Orden verbunden gewesen, AfD-Parolen zur Beschränkung der weiblichen Rolle könne man nur mit derartig gewachsener Kompetenz begegnen. 6000 Absolventen seien in den 110 Jahren durch die Einrichtung gegangen, von 1500 Ehemaligen habe man noch die Adressen und sie zur Feier des Jubiläums eingeladen.

Prof. Dr. Helga Schneider von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München plädierte für eine neue Position in den Erziehungsteams: Staatlich anerkannte Kindheitspädagoginnen sollen als Akademikerinnen die Alltagspraxis wissenschaftlich fundiert flankieren, um Entwicklungen abzuklopfen. Schwester Sigrid Ritzer, Oberin des Nördlinger Klosters Maria Stern, stellte die neue über 200-seitige Chronik der Fachakademie vor, die im Haus erhältlich ist. Dem Festakt ging ein ökumenischer Gottesdienst voraus. Wie gestern findet auch am Samstag ein Tag der offenen Tür statt (11 bis 16 Uhr) sowie um 18 Uhr die Aufführung des Musicals „Schneehitchen“.

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