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Genossenschaft

18.03.2013

94 Nutzer im Wärmenetz Wechingen

Wahlen und Verabschiedung (von links): Jürgen Volkert, Sven Schuster, Jürgen Eitel, Karlheinz Götz, Friedrich Ott und Josef Stimpfle.
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Wahlen und Verabschiedung (von links): Jürgen Volkert, Sven Schuster, Jürgen Eitel, Karlheinz Götz, Friedrich Ott und Josef Stimpfle.

Positive Bilanzen der Trocknungsgemeinschaft. Auch die eigene Biogasanlage lieferte trotz Reparaturen mehr Strom und Wärme für den Ort

Wechingen/ Hainsfarth Auch bei der 52. ordentlichen Generalversammlung der Trocknungsgemeinschaft Wechingen in der Mehrzweckhalle Hainsfarth gab es wieder Rekordzahlen zu hören. So hielt der seit 2010 bestehende Trend von mehr getrocknetem Gut in der Anlage an. Damit liegt man nach vier Allgäuer Anlagen mittlerweile an fünfter Stelle aller bayerischen Trocknungsanlagen.

Zunächst hatte für den verhinderten Vorstandsvorsitzenden Werner Wagner dessen Stellvertreter Josef Stimpfle die rund 150 Anwesenden begrüßt. Durch die rund dreistündige Sitzung führte Vorstandsmitglied Karlheinz Götz, wobei unter anderem auch Stimpfle nach über 25 Jahren Tätigkeit in der Genossenschaft verabschiedet wurde.

Götz berichtete von zwei besonderen Ereignissen, die die Trocknungsgenossenschaft im vergangenen Jahr erfahren habe. So hätten sich die Mitglieder entschieden, für die Erwerbszweige Wärme, Strom und Mahlen eine Energie- und Handelsgenossenschaft zu gründen, zudem das Betriebsgelände für eine weitere Investition zu erweitern.

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Zufriedenstellende Erlöse für die Gemeinschaft

Götz sprach von einem normalen Trocknungsjahr, das dennoch einen Rekord beim Körnermais sowie zufriedenstellende Erlöse für die Genossenschaft gebracht habe. Im Zusammenschluss mit 30 weiteren Rieser Biogasanlagen habe man einen neuen Weg in der Direktvermarktung beschritten, leider habe es bei der eigenen Anlage auch Schäden an Motor und Generator gegeben, die allerdings schnell behoben worden seien. Der Mitgliederstand sei leicht auf 873 gefallen.

Die Zahlen vertiefte der Geschäftsführer der Anlagen in Wechingen, Thomas Gutmann: Von 2009 bis 2012 habe man die Trocknungsmenge von 75 000 Dezitonnen auf 133000 steigern können. Dies geschah heuer an 166 Betriebstagen (2011: 193). Einen bayerischen Spitzenwert habe man mit der Trocknung von 58 000 Dezitonnen Körnermais (2011: 27000) erreicht. Damit sei man mittlerweile aber auch an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Gefallen sei dagegen die Produktion von Grascobs auch wegen des vergangenen relativ trockenen Rieser Sommers auf 47000 Dezitonnen (2010 waren es noch 64000). Auch die Mahl- und Mischanlagen seinen nach dem Rekord von 2010 mit 198000 Dezitonnen immer noch leicht auf 162000 zurück gegangen.

Zu den sechs Leihladewagen habe man einen siebten angeschafft. Mit diesen Wagen sei 2012 in über 1100 Fahrten rund 42 Prozent der Anfuhr bewerkstelligt worden, den Rest hätte ein Lohnunternehmer sowie Eigenanfuhr gebracht.

Mit der genossenschaftseigenen Biogasanlage habe man trotz Reparaturen und nur 8550 Betriebsstunden durch Innovationen die Stromleistung von knapp 10000 Megawattstunden geschafft. Damit habe man eine sehr gute Auslastung von knapp 96 Prozent erreicht. Mit 21000 Tonnen Futter seien auch 6683 Megawattstunden Wärme erzeugt worden, wobei knapp 1000 zur Trocknung genutzt worden seien. Der große Rest sei ins Wechinger Wärmenetz geflossen, das mit zwei neuen Nutzern mittlerweile auf 94 Nutzer angewachsen sei. Alle zusammen konnten damit im vergangenen Jahr insgesamt 650000 Liter Heizöl sparen, rechnete Gutmann vor.

Einen positiven Jahresabschluss trug Jürgen Volkert vor: Die Umsatzzahlen seien von 3,5 Millionen Euro im Jahr 2009 auf jetzt 5,4 Millionen angestiegen. Mit Rekordtrockenmengen, dem höheren Nutzungsgrad der Biogasanlage sowie mehr Erlösen aus der Stromerzeugung habe man auch mehr Überschuss erzielt als ein Jahr davor. Von den insgesamt 86000 Euro soll diesmal der Großteil auf eigene Rechnung vorgetragen und 10 000 in die Betriebsrücklagen fließen. Dafür gab es genauso einstimmigen Beschluss der 125 stimmberechtigten Anwesenden wie für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Dessen Vorsitzender Matthias Kleemann berichtete von acht Sitzungen, die man mit diesem Gremium sowie dem Vorstand 2012 durchgeführt und sich damit unter anderem auch einen guten Einblick in die positive Arbeit der Geschäftsführung machen konnte.

Wechingens Bürgermeister Klaus Schmidt sprach von seiner schon lange guten Verbindung zur örtlichen Trocknungsanlage und lobte deren Wärmenetz zum Wohle der Bürger. Für diese müssten aber auch die Belastungen durch die Anlagen am Dorfrand sowie die Anfahrten dafür so gering wie möglich gehalten werden. Dann sehe er auch in Zukunft keine Probleme für eine gute Zusammenarbeit, so der Bürgermeister.

Josef Stimpfle nach 26 Jahren verabschiedet

Aus dem Vorstand schied turnusgemäß aus: Jürgen Eitel (Kölburg), der wieder gewählt wurde, und Josef Stimpfle (Maihingen), der sich nach 26 Jahren Genossenschaftstätigkeit nicht mehr aufstellen ließ. Bereits 1987 war er in den Aufsichtsrat gewählt worden und hatte 17 Jahre später dessen Vorsitz übernommen. 2006 hatten ihn die Mitglieder in den Vorstand und drei Jahre später zu dessen stellevertretendem Vorsitzenden gewählt. Für seine langjährige Tätigkeit in den Gremien gab es ein Geschenk von der Genossenschaft durch Geschäftsführer Gutmann sowie Urkunde und Ehrennadel in Silber durch den Bayerischen Genossenschaftsverband, vertreten durch Revisor Volkert.

Für den Ausgeschiedenen wählte die Versammlung den 27-jährigen Sven Schuster in den Vorstand und für den Frankenhofener den Pfäfflinger Friedrich Ott in den Aufsichtsrat. Dort wurden zudem Thomas Fälschle (Wechingen), Gottfried Merkle (Mündling), Wolfgang Straß (Alerheim) und Friedrich Stippler (Heuberg) im Amt bestätigt.

Traditionell gab es in der Versammlung auch wieder ein Referat, diesmal hielt es Michael Haußer vom Bayerischen Bauernverband Schwaben über „Markteinflüsse auf die Eiweißfuttermittel“.

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