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Verkehr

17.07.2019

ACE warnt: So gefährlich sind Elterntaxis in Nördlingen

Kurt Seidel vom ACE und Polizeihauptkommissar und Verkehrsexperte Heiner Berger von der Polizeiinspektion Nördlingen bei der Zählaktion „Elterntaxi“.
Bild: Baar

Der Autoclub Europa hat die Situation an einer Nördlinger Grundschule beobachtet. Sein Fazit: Das Verkehrschaos sorgt für eine erhöhte Unfallgefahr.

Der Autoclub Europa (ACE) macht gegen morgendliches Chaos vor den Schulen mobil. Viele Eltern, so warnt der Verein, meinen es zwar gut – tun damit aber allen voran den eigenen Kindern keinen Gefallen. Mitglieder des ACEs beobachteten laut einer Pressemitteilung einen Morgen lang das Geschehen an der Grund- und Mittelschule Squindostraße in Nördlingen: Anhalten, Tür auf, Kind raus – und wieder anfahren. Immer neue Autos stoppten in enger Abfolge vor der Grundschule.

Mütter und Väter brächten den Nachwuchs mit dem Auto bis vor den Eingang zum Schulgelände, heißt es in der Mitteilung des Vereins. Selbst vor den Halteverbotszonen werde dabei nicht Halt gemacht. ACE-Mitglied Kurt Seidel und Verkehrsexperte Heiner Berger beobachteten Eltern, die ihr Fahrzeug im uneingeschränkten Halteverbot parkten und ihr Kind vor die Eingangstür der Schule begleiteten. Das Verkehrschaos, speziell vor den Grundschulen, sorge für erhöhte Unfallgefahr für Kinder, die aussteigen, und für diejenigen, die zu Fuß gehen und jene, die mit Roller oder Rad fahren, so der ACE.

Die bundesweite Aktion „Goodbye Elterntaxi“ des Autoclubs zur Verkehrssicherheit will aufklären, helfen und unterstützen. „Sie wendet sich an Eltern, ihr Verhalten zu überdenken. Der morgendliche Schulweg zu Fuß fördert die Gesundheit und Selbstständigkeit der Kinder“, erklären Florian Baar und Kurt Seidel vom ACE. Zusammen mit Polizeihauptkommissar Heiner Berger schauten sie genau hin, wie die Verkehrssituation vor Schulen im konkreten Fall ist. Mittels Beobachtungsbogen und Klemmbrett wurde der Zubringerdienst durch die Eltern an der Grund- und Mittelschule sowie am Gymnasium in Nördlingen beobachtet und dokumentiert. Insgesamt haben die Akteure jeweils im Mai, Juni und Juli aufgelistet, welche Straßenverkehrsregeln verletzt wurden.

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Manche Eltern lassen ihre Kinder zur Straße hin aussteigen

Auf Fußwegen und auf Radwegen werde demnach nun zwar nicht geparkt, doch Vorfälle in der Halteverbotszone seien dennoch registriert worden. Fast jedes vierte Auto sei ein Elterntaxi gewesen – obwohl die Zone durch Schilder klar zu erkennen sei. Manche Eltern seien auf dem Sprung und ließen den Nachwuchs zur Straße hin aussteigen, was gefährlich sei, so die Pressemitteilung weiter. Andere fahren laut ACE ein paar Meter rückwärts, was ebenfalls riskant ist. Auch wer kurz vor Schulbeginn im Stress sei, müsse Rücksicht nehmen und die Verkehrsregeln einhalten. Wenn es nicht ohne Auto gehe, sollten die Kinder wenigstens einige Straßen weiter abgesetzt und abgeholt werden, zum Beispiel am Parkplatz Sportplatz Augsburger Straße, um die letzten Meter zur Schule eigenständig zurückzulegen.

Der ACE fordert, Hol- und Bringzonen in der Nähe einzurichten. Im Sinne der Verkehrskompetenz und der gesunden Bewegung sollten Kinder unterstützt werden, den Schulweg selbst zu Fuß zu meistern. Dass die Kleinen dann durchaus noch ein paar Schritte in eigener Verantwortung zur Schule laufen, nehmen die Mitstreiter vom ACE bewusst in Kauf. „Auf dem Rücksitz des elterlichen Autos erlernen die Kinder ganz sicher keine Verkehrskompetenz“, sagt Kurt Seidel vom ACE.

Mit den künftigen Erstklässlern sollte in den Ferien der Schulweg abgelaufen und besprochen werden. Zunächst in Begleitung der Eltern sollten sie lernen, Entfernungen und Geschwindigkeiten abzuschätzen und Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer vorherzusehen. Später sei es auch ratsam, in kleinen Gruppen unterwegs zu sein. Das Auto sollte die Ausnahme bleiben. (pm)

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