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Fremdingen

22.11.2012

Abfuhr auch für neuen Funkmast-Standort

Gemeinderat spricht sich einstimmig gegen eine Anlage zwischen dem Weiler Oppersberg und Rühlingstetten aus

Fremdingen Der Gemeinderat Fremdingen bleibt bei seiner Linie: Kein digitaler Behörden-Funkmast auf Gemeindegebiet. Auch der neue, von der Firma Telent vorgesehene Standort zwischen dem fränkischen Rühlingstetten und dem Weiler Oppersberg fand nach längerer Diskussion keine Zustimmung bei den Gemeinderäten. Im Landkreis Donau-Ries soll es am Ende 14 Basisstationen geben.

Wie berichtet, war ursprünglich der Urlasberg bei Schopflohe vorgesehen, wo bereits ein Mast mit mehreren Antennen der verschiedenen Mobilfunkanbieter steht und entsprechend aufgerüstet werden sollte. Dieser Ort war jedoch nicht zuletzt aufgrund massiver Proteste aus der Bevölkerung und einem ablehnenden Votum der Gemeindevertreter letztlich nicht durchsetzbar.

Es war eine schwere Geburt am Dienstagabend im Fremdinger Rathaus. Bürgermeister Klaus Lingel hatte zunächst den Weg zum neuen Standort westlich von Fremdingen erläutert und darauf hingewiesen, dass sich das betreffende Grundstück in Privatbesitz befinde. In Rühlingstetten gebe es keine Einwände, wie ihm der dortige Bürgermeisterkollege versichert habe.

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Lingel selbst erweckte zunächst den Eindruck, als wolle er den neuen Gegebenheiten Rechnung tragen und dem neuen Ort zustimmen. Außerdem, so der Bürgermeister, drängten die Verantwortlichen der örtlichen Feuerwehr auf Einführung des digitalen Behördenfunks, um künftig eine reibungslose Alarmierung in Notfällen sicherzustellen.

„Strahlenbelastung unkalkulierbar“

Gemeinderat Erwin Neureiter war es, der die Diskussion eröffnete und sich auch vom neuen Mast-Standort distanzierte. Seiner Ansicht nach sei die Strahlenbelastung durch einen digitalen Funkbetrieb für die Fremdinger Bevölkerung unkalkulierbar und könne möglicherweise zu einer Gesundheitsgefährdung führen. Zwar gebe es darüber durchaus unterschiedliche Expertenauffassungen, räumte Neureiter ein. Unabhängig davon sollte der Gemeinderat die Bedenken der Bürger ernst nehmen. An den Bürgermeister gerichtet sagte er: „Kannst du garantieren, dass die Menschen durch die Tetra-Strahlen nicht gefährdet werden? Wohl nicht.“ Im übrigen gebe es einen Beschluss des Gemeinderates, keinen digitalen Funkmasten auf Fremdinger Flur zuzulassen.

Jürgen Baierle verwies ebenfalls auf die Beschlusslage und zweifelte, ob man dieses Votum einfach übergehen könne. Ähnlich argumentierte Konrad Stempfle.

Schließlich griff Amtsleiter Frank-Markus Merkt in die Debatte ein und verwies darauf, dass die Gemeinde Fremdingen eine „schlüssige Begründung“ für die Ablehnung des neuen Standortes liefern müsse. Einfach „Nein“ zu sagen, wäre zu wenig. Im übrigen könne die Regierung von Schwaben eine Ablehnung der Kommune ohne weiteres aufheben, gab Franz-Markus Merkt zu bedenken.

Viele Gegner im Sitzungssaal zu Gast

Dass sich das Gremium schließlich einstimmig gegen eine Antennenanlage nahe Oppersberg aussprach, lag offenkundig mit an der starken Präsenz von Funkmastgegnern im Sitzungssaal. Einer von ihnen, Josef Wolf, hatte nachdrücklich an die Gemeindevertreter appelliert, Widerstand gegen das neuerliche Vorhaben zu leisten und nicht die Arme zu verschränken. „Fremdingen ist mit Funkantennen schon genug belastet. Außerdem gibt es andernorts noch genügend weiße Flecken“, so Wolf. Die Bevölkerung habe inzwischen genug von dem Thema, was in die Begründung gegenüber den Behörden deutlich einfließen sollte.

Letztlich ließ sich auch Bürgermeister Klaus Lingel von den Argumenten gegen ein gemeindliches Einvernehmen für den neuen Standort überzeugen. Mit einem ablehnenden Beschluss könne er leben, sagte er. Wie es dann weitergehe, werde man sehen. Der Rathauschef geht davon aus, dass der Mast dennoch am vorgesehenen Ort aufgestellt wird.

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