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Verabschiedung

30.03.2015

Abschied und Neubeginn

Ein bewegender Augenblick: Dekan Johannes Heidecker legt dem neuen Diakonie-Vorstand Johannes Beck zum Segen in der Georgskirche die Hände auf; Christa Müller und Sabine Schneider verstärken ihn dabei.
Bild: Ronald Hummel

Diakonie-Chef Roland Vogel schlägt eine Welle der Sympathie entgegen. Sein Nachfolger Johannes Beck ist nicht der Einzige, der für Vogel viele lobende Worte parat hat

Die Lobeshymnen nahmen kein Ende. Nach dreieinhalb Stunden war es selbst dem Geehrten fast zu viel – doch auf Roland Vogel, scheidender Vorstand des Diakonischen Werks Donau-Ries und Geschäftsführer der zugehörigen Diakonievereine, fiel eben die Sympathie zurück, die er sich in fast 30 Amtsjahren auf allen Ebenen aufgebaut hatte.

Zunächst wurde ihm ein Gottesdienst in der Nördlinger Georgskirche zuteil, die Dekane Gerhard Wolfermann aus Nördlingen und Johannes Heidecker aus Donauwörth segneten ihn und seinen Nachfolger Johannes Beck.

Bei einem Empfang im Evangelischen Gemeindezentrum bedauerte Tobias Mähner, Vorstand des Diakonischen Werks Bayern, zutiefst den Abschied von seinem offenen, kreativen und zutiefst verantwortungsvollen Mitarbeiter: „Jede Welle erreicht einmal einen Strand“, sagte Mähner. Er erinnerte an die offiziellen Würdigungen von Vogels großen Verdiensten, allem voran das Bundesverdienstkreuz am Band. Pfarrer Fritz Graßmann, Vorstand des Diakonischen Werks Augsburg, stellte die „ganz tiefe Glaubwürdigkeit“ heraus, von der Vogel durchdrungen war. Das „Denken über seine Zeit hinaus“ wurde von mehreren Festrednern unterstrichen. Vogel habe den Übergang hervorragend organisiert und ein gut bestelltes Haus hinterlassen, sagte Graßmann

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Heiner Götz, Vorsitzender des Diakonischen Rates Bayern, bescheinigte Vogel, gemäß den Anweisungen des Korintherbriefes gehandelt zu haben, nach denen man wachsam und mutig im Glauben sein und alle Dinge in Liebe geschehen lassen solle. Dies sei gleichzeitig Vorbild für das künftige Handeln des Nachfolgers Johannes Beck. Landrat Stefan Rößle, rekapitulierte die ersten Dienstjahre Vogels Ende der 80er-Jahre, in denen Vogel jährlich sechs bis sieben neue Einrichtungen ins Leben rief, von Asylberatung bis zum Netzwerk Depression. „Alle Achtung, das schafft man nicht mit Dienst nach Vorschrift“, sagte der Landrat, der Vogel nie mit leeren Händen habe weggehen lassen.

In seiner Abschiedsrede bewies Vogel seinen kritischen Geist

Dekan Johannes Heidecker erklärte, er habe wie die meisten Festredner Vogels Fleiß direkt spüren können, wenn er beispielsweise an dessen akribisch vorbereiteten Sitzungen teilnahm. Darüber hinaus habe Vogel sich als Freund von Musik, Kultur und Kirchenarbeit bewiesen. Alexander Fiebig aus Donauwörth ergriff das Wort als dienstältester Pflegedienstleister stellvertretend für alle Mitarbeiter.

Über 23 Jahre lang habe er mit Vogel zusammengearbeitet und erlebt, wie Stationen, Netzwerke und Einrichtungen nach außen wuchsen und die Gemeinschaft der Mitarbeiter innerlich immer mehr zusammenwuchs. Man ging gemeinsam den „Bayerischen Weg“, als die Krankenkassen die Pflege komplett zahlten, erlebte den Einzug von Computer und Zeitvorgaben, wobei es Vogel nie an Deutlichkeit mangeln ließ, Missstände anzugreifen, ja sogar Proteste zu organisieren wie einen Korso von Dienstwagen durch Donauwörth.

Vogel bewies diese Kritikfähigkeit in seiner Abschiedsrede, in der er in Frage stellte, ob man sich weiterhin den Gesetzen eines Marktes unterwerfen wolle. Johannes Beck rekapitulierte das Jahr an der Seite Vogels, der ihn in seine diakonischen Aufgaben intensiv einarbeitete: „Es war ein Geschenk, mit Ihnen zu arbeiten und von Ihrem enormen Fachwissen, Ihrer Professionalität, Leidenschaft und Ihrem Vertrauen zu profitieren.“

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