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Ausstellung

10.04.2016

Acht Künstlerinnen, acht Mal Sie

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3 Bilder
Groß war das Publikumsinteresse bei der Eröffnung der Ausstellung Sie – die Dritte. Unser Bild unten links zeigt (hinten von links) Dr. Sabine Heilig, Beatrix Eitel, Gertrud Ziegelmeir, Nathalie Schnider-Lang sowie (vorne von links) Helga Hegendörfer, Brigitte Wilhelm, Patrizia Steinhoff, Anna Maria Moll und Marianne Ranftl. Im Bild oben ist eine Arbeit in Textil von Marianna Randtl zu sehen, unten rechts Objekte von Brigitte Wilhelm.
Bild: Fotos: Neumeyer

In der Alten Schranne in Nördlingen gibt es in diesen Tagen eine besondere Schau zu sehen. Noch bis zum 21. April ist sie geöffnet.

Zum dritten Mal haben sich im Rahmen der Rieser Kulturtage acht professionelle Künstlerinnen aus dem Ries und den angrenzenden Regionen zusammengetan. Sie präsentieren in der „Alten Schranne“ in Nördlingen eine vielseitige, spannungsreiche und hochklassige Gemeinschaftsausstellung.

Neben Beatrix Eitel, Helga Hegendörfer, Anna Maria Moll, Marianne Ranftl, Patrizia Steinhoff, Nathalie Schnider-Lang, Brigitte Wilhelm und Gertrud Ziegelmeier, waren es sechs weitere Frauen, die der Eröffnung am Freitagabend vor großem Publikum ihren Stempel aufdrückten. Zum einen Dr. Sabine Heilig mit ihrer ebenso einfühlsamen wie interessanten Einführung, zum anderen die Gruppe „Shalamazl“ mit ihrer originellen, mitreißenden Musik. Frauenpower auf der ganzen Linie? Fast. Ganz zum Schluss nutzte Arbeitskreisleiter „Bildende Kunst und Plastik“ Theo Knoll vom Verein Rieser Kulturtage die Gelegenheit um den Künstlerinnen zum einem der Höhepunkte der Rieser Kulturtage – und das gleich zu Beginn – zu gratulieren.

Anders als in den Vorjahren werde sie heute nicht mehr über das Selbstverständnis weiblicher Kunst sprechen, begann Sabine Heilig. „Das sei dieses Mal nicht mehr wichtig, wurde mir im Vorfeld gesagt.“ Vielmehr sei mittlerweile bekannt, dass weibliche Kunst anders gesehen und bewertet werde als Werke von Männern, doch zumeist absichtslos und unbewusst. Vielmehr beschäftige sich die kunstwissenschaftliche Aufarbeitung der Kunst von Frauen zunehmend damit, sie in zeitlichen und regionalen Bezügen zu betrachten.

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Im bayerisch-schwäbischen Ries manifestiere diese dritte Präsentation weiblicher Kunst die große Kontinuität und Qualität bildnerischer Gestaltung in der Region. „Malerei, Zeichnung, Kalligrafie, Papierschnitt, Textilkunst, Fotografie, Objekt, Skulptur und Installation – den meisten von Ihnen wie die Kunst von SIE bekannt sein“, sagte Heilig. Doch das selbstbewusst vorgetragene SIE in Großschreibung, Pronomen für die beteiligten Künstlerinnen, könne auch als persönliche Anrede mit Aufforderungscharakter verstanden werden. „Sie, ja Sie. Schauen Sie hin meine Damen und Herren. Ja, ER soll sich ebenso angesprochen fühlen.“ Im Anschluss ging Heilig ausführlich auf die einzelnen Künstlerinnen ein, in alphabetischer Reihenfolge. Auf die raum- und projektbezogenen Arbeiten von Beatrix Eitel, ihre Objekte und Bleistiftzeichnungen; auf die, aus der Liebe zu den Farben schöpfende, bildnerischen Möglichkeiten der Malerin Helga Hegendörfer; auf die Papierschnitte von Anna Maria Moll, die damit einen Weg zwischen Malerei und Zeichnung gefunden habe; auf die besondere Haptik und den Reiz der textilen Objekte von Marianne Ranftl; auf die Plastiken von Nathalie Schnider-Lang, die Bewegung, Leichtigkeit und innere Befindlichkeiten in ihre ausdrucksvollen Tonfiguren festhalte; auf die fotorealistischen Gemälde von Patrizia Steinhoff; auf die Reliefs und Plexiglasplastiken der Bildhauerin Brigitte Wilhelm; und nicht zuletzt auf die vielsagenden und vielschichtigen Arbeiten der Kalligrafin Getrud Ziegelmeir.

Gemeinsames Merkmal aller ausgestellten Arbeiten sei eine große Sensibilität, sagte Sabine Heilig. „Ein großes Kompliment an alle Künstlerinnen. Eure Werke haben nichts Gewolltes. Sie sind, wie sie sind: selbstverständlich und heiter, ohne Momente von Reflexion und Nachdenklichkeit auszuschließen. So sollte Kunst sein.“

Öffnungszeiten: Besichtigt werden kann die Ausstellung „SIE“ bis 21. April. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Führungen gibt es samstags und sonntags um 15 Uhr.

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