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Kommunalwahl

15.01.2020

AfD nominiert Singer als Landratskandidaten

Ulrich Singer

Der Landtagsabgeordnete aus Wemding wirft seinen Hut in den Ring

Bei der Aufstellungsversammlung der AfD Donau-Ries in Donauwörth haben die Mitglieder der Partei den Landtagsabgeordneten Ulrich Singer einstimmig als Landratskandidaten nominiert. Ferner wurde in diesem Rahmen auch die Bewerberliste für die Kreistagswahl verabschiedet.

Der 43-jährige Singer lebt in Nördlingen, ist Rechtsanwalt und Betreuer für Menschen mit Behinderung mit Kanzlei in Wemding. 2018 wurde er für die AfD in den Bayerischen Landtag gewählt, wo er unter anderem im Sozialausschuss sitzt. Mit seiner Kandidatur möchte er dem Landkreis Donau-Ries „eine echte, bürgernahe und soziale Alternative bieten“, sagt er.

Laut Singer bräuchten konservativ denkende Menschen in der Region eine Alternative zur Union – diese sei mit der AfD jetzt auch auf Landkreisebene gegeben. „Transparenz“ sowie eine „offene, ehrliche Politik“, die die Interessen des Landkreises im Blick habe, seien die tragenden Säulen, für die er sich einsetzen möchte. Umweltschutz und Nachhaltigkeit seien für ihn wichtige Ziele, ohne einer „Klimahysterie“ zu verfallen. Er begrüße ferner das in Ebermergen geplante Grüne Zentrum und sehe darin eine Chance, die Land- und Forstwirtschaft vor Ort zukunftsfähig aufzustellen. Im Bereich Digitalisierung, Breitbandausbau und Netzabdeckung des Mobilfunks sehe er nach wie vor Nachhol- und Handlungsbedarf.

Auch die Konsequenzen der Asylpolitik seit 2015 seien keineswegs vom Tisch, meint Singer. „Nach der Schließung des Ankerzentrums Donauwörth sind die Probleme nicht gelöst, sondern werden durch dezentrale Unterbringung auf die Kommunen verlagert“, sagte der Landtagsabgeordnete bei seiner Bewerbungsrede. Die Kommunen müssten bei der Bewältigung der damit verbundenen Aufgaben stärker unterstützt werden.

Singer sieht unterdessen auch einige positive Aspekte in der aktuellen Kreispolitik, die er fortführen wolle. Die „schwarze Null“ sei im Sinne wirtschaftlicher Nachhaltigkeit weiterhin zu forcieren. Auch die Pflanzung von 100000 Bäumen, die Landrat Stefan Rößle (CSU) angestoßen hat, unterstützt Singer.

Aber es gebe eben auch Differenzen. Singer warnt davor, auf dem Land zu viel Geld in den Öffentlichen Personennahverkehr zu investieren und den Individualverkehr außer Acht zu lassen – der werde weiterhin gebraucht und sei gewollt.

Auf die Frage, warum die AfD in keiner Kommune des Landkreises mit einer Gemeinderats- beziehungsweise Stadtratsliste antritt, entgegnet Singer: „Viele Bürger, die uns wählen, sind eingeschüchtert. Sie trauen sich nicht, offen Gesicht zu zeigen – gerade die Nichtmitglieder.“

Die AfD werde stigmatisiert, ihre Sympathisanten ausgegrenzt. Dennoch, so Singer, wolle man sich regional über die Kreistagsliste nach und nach etablieren. (mit pm)

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