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Nördlingen

12.09.2019

Alfred Pichl: Ein Leben mit Mathematik und Musik

Alfred Pichl war jahrelang als Musiker aktiv.
Bild: Ernst Mayer

Alfred Pichl hat die Volksmusik im Ries geprägt. Vor einem Jahr musste er aufhören.

Immer wieder kann man beobachten, dass Mathematiker oft zugleich begabte Musiker sind. Dies bewies Alfred Pichl einerseits von 1963 bis 1997 als Mathelehrer des Nördlinger THG und insbesondere in seiner Freizeit als Musiker, der seit seiner Kindheit im Egerland bis ins Jahr 2016 dem Geigenspiel frönte. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er mit seiner Familie aus seiner Heimat vertrieben und verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Neuburg/Donau. Nach einer ersten Stelle in Marquartstein gelangte er in das Nördlinger Gymnasium, um dort 34 Jahre bis zur Pensionierung viele Schülergeneratio-nen mit der Mathematik vertraut zu machen. Fast gleichzeitig mit seiner Ankunft in Nördlingen packte er seine Geige aus und reihte sich neben seinen Schülern in das THG-Schulorchester des Musiklehrers Helmut Scheck ein.

Das war ihm aber noch nicht genug, denn bald darauf saß er auch im Oettinger Kammerorchester, das Otto Hennecke gegründet hatte, und lernte auch noch das Spiel auf der Oboe, welches auch im Kammerorchester ein Mangelinstrument war. Als ehemaliger Egerländer war er nicht nur ein eifriges Mitglied der „Egerländer Gmoi“ in Nördlingen, sondern auch der Gründer der „Egerländer Geigenmusik“, in der er mit seinen beiden Kindern Ursula und Thomas Jugendliche mit Musik und Tänzen des Egerlands vertraut und durch viele Auftritte in Nördlingen bedeutsam machte.

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Pichl griff auch zum Kontrabass

1987 beteiligte er sich bei der „Volksmusikgruppe der Rieser Musikschule“, um dann mit Jochen Gericke (Zither), Werner Eisenschink (Akkordeon) und Ernst Mayer (Gitarre) die „Nördlinger Musikanten“ über das Ries hinaus bekannt zu ma-chen und mit Rieser Tänzen und Liedern in Schwaben und Franken die im Ries leider sehr eingeschränkte Auswahl heimatlicher Volksmusik und vergessene Stücke unter die Leute zu bringen.

Alfred Pichl legte hierbei oft die Geige zur Seite und griff in diesem Fall zum Kontrabass, entsprechend seinem Motto: „Ein Bass ist nicht alles, aber ohne Bass ist alles nichts.“ Der war auch bei der Unterhaltungsmusik bei vielen Feiern und Jubiläen unverzichtbar.

Der Spruch wurde leider wahr, als er nun vor gut einem Jahr wegen eines Augenleidens die Musik aufgeben musste und seine drei Kollegen auf den Bassisten schmerzlich verzichten und ohne ihn weiterspielen mussten.

Zu dem Zeitpunkt konnten die „Nördlinger Musikanten“ in einer internen Feier auf 30 Jahre gemeinsames Musizieren zurückblicken. Alfred Pichl musste sich nun zurücklehnen, kann aber auf ein von Musik erfülltes Leben zurückblicken und konnte kürzlich mit seinen Kollegen die „Schwäbische Nachtigall“ des Bezirks Schwaben entgegennehmen.

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