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Nördlingen

04.11.2019

Allerheiligen statt Halloween in der St. Salvator-Kirche

In der Sankt Emmeramkirche feierten Bischof Florian Wörner und Pfarrer Sebastian Beck (re.) mit Gläubigen den Abschluss der Lichternacht.
Foto: Mäurer

Warum in diesem Jahr eine Lichternacht in Sankt Salvator gefeiert wurde.

Die Nacht der Lichter hat dieses Jahr zum ersten Mal am Vorabend zu Allerheiligen in der Sankt Salvator-Kirche stattgefunden. Das Fest Allerheiligen sei im öffentlichen Bewusstsein von Halloween überlagert worden, nennen die Veranstalter einen der Gründe für dieses Vorhaben. Viele Kritiker sehen in der Halloween-Feier ein rein kommerzielles Unterfangen. Gaststätten und Partyräume profitierten von dem „zweiten Fasching“ ebenfalls enorm.

Im einer Pressemitteilung zufolge ehemals keltischen Ursprung dieses „All Hallow Evening“ standen allerdings andere Inhalte im Vordergrund. So sollen die Kelten an diesem ersten November ihrer Toten gedacht haben. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich regional unterschiedliche Bräuche um diesen Tag herum, bis sich schließlich das heutige „Halloween“ durchsetzte. Von dieser „Verkleidung“ wollte man Allerheiligen in Nördlingen wieder freilegen. Fragen wie: Welches Fest feiert die Kirche hierbei eigentlich? Was sagen uns heute noch Heilige? Und schließlich, wie können wir das, was wir unter Allerheiligen verstehen, wieder nach außen sichtbar machen? wurden in der Pfarreiengemeinschaft bearbeitet und schließlich entstand die Idee, eine Lichternacht zu begehen und einen besonderen Gottesdienst zu feiern.

Weihbischof Florian Wörner hielt die Heilige Messe

Als Gast wurde Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg eingeladen. Er zelebrierte die Heilige Messe. Er sehe, so führte er in seiner Predigt aus, in den Lebensläufen der Heiligen einen Kommentar, den Gott selber über sich schreiben würde. Gott mit menschlichem Verstand auszuloten, sei ein aussichtsloses Unterfangen. Aber in den Heiligen, die nicht sich selber leben, sondern Christus, der in ihnen lebt, zum Vorschein bringen, würde Gott sichtbar. Diese Vorbilder im Glauben leuchten, sie strahlen das Licht Christi aus. Und hier war dann auch die Verbindung zum Thema: Nacht der Lichter – Nacht der Heiligen und dem durch viele Kerzen und durch Lichteffekte erhellten Kirchenraum gegeben.

Dementsprechend heiter war die Gestaltung des Gottesdienstes. Mit fröhlichen Liedern sei der gegensätzliche Akzent zu den Halloweenhäusern zum Ausdruck gekommen. „Wir feiern ein friedliches, lichtvolles Fest, denn wir gedenken der Menschen, die bei Gott sind, die die himmlische Kirche bilden und uns mit ihrem Gebet begleiten“. Das war die Botschaft, die schließlich auch nach draußen, in die Stadt hinein getragen wurde.

300 Gläubige zogen zum Friedhof

Nach dem Gottesdienst zogen mehr als 300 Gläubige zum Friedhof. Hier sei, so die Pressemitteilung, ein Bogen zum keltischen Ursprung des Datums geschlagen worden. Unterwegs wurden die Allerheiligenlitanei gebetet und Taizégesänge gesungen. In der St. Emmeramskirche auf dem Friedhof beteten die Gläubigen für die Verstorbenen und mit dem bekannten Lied aus dem evangelischen Gesangbuch „Von treuen Mächten treu und still umgeben“, (Dietrich Bonhoeffer) wurde die Lichternacht beendet.

Pfarrer Benjamin Beck bedankte sich bei allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Er sprach seinen Dank vor allen Dingen der evangelischen Kirchengemeinde aus für die Erlaubnis, in einer Lichterprozession auf den Friedhof zu ziehen. „Sie wissen“, sagte er den Anwesenden, „es ist heute auch ein besonderer Abend für unsere evangelischen Freunde, der Reformationstag. Wir dürfen uns ihnen an diesem Abend besonders verbunden wissen in unserem Herrn Jesus Christus, dem Licht der Welt.“ (pm)

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