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Kultur

26.01.2019

Alles andere als Stückwerk

Vorstellung „Stückwerk“, das Kunstwerk im Durchgang „Schneid’sches Haus“ in Nördlingen.
Bild: Rudi Scherer/Stadt Nördlingen

Vorstellung des Kunstwerkes „Stückwerk“ im Durchgang des Schneidt’schen Hauses

Bisher lag es ja einigermaßen im Verborgenen: das Kunstwerk „Stückwerk“ – eine Gemeinschaftsaktion von 37 Donau-Rieser Künstlern, das seit dem Citta-Slow-Festival im vergangenen Jahr im Durchgang des Schneidt’schen Hauses prangt. Jetzt wurde es offiziell vorgestellt und hat damit hoffentlich den Stellenwert erreicht, den das „Stückwerk“ verdient hat.

Auf Initiative des umtriebigen Nördlinger Künstlers Sebastian Wolf, dessen Werke in und um Nördlingen bereits eine beredete Sprache sprechen, hat die hiesige Künstlerschaft im Rahmen des Festivals insgesamt 96 Werke – jeweils im Format 70 mal 50 – geschaffen, die als Gesamtwerk im Durchgang von Karl-Schlierf-Platz zur Eisengasse einen festen Platz gefunden haben.

Und sie zeigen einen sehenswerten Querschnitt durch das Schaffen der Protagonisten. Bei der öffentlichen Vorstellung waren trotz des nicht gerade einladenden Wetters viele ausstellende Künstler, der Stadtrat und Vertreter von Sponsoren anwesend. Oberbürgermeister Hermann Faul hob bei seiner Begrüßungsrede vor allem die Idee von Sebastian Wolf hervor, der nicht von ungefähr auch der erste Preisträger des neu geschaffenen Christel-DeHaan-Kunstpreises 2017 geworden sei. Und er konstatierte, dass dieses Gemeinschaftswerk hervorragend zum Citta-Slow-Gedanken passe.

Sebastian Wolf selbst zeigte sich erfreut über den Erfolg und würdigte alle teilnehmenden Künstler, die mit ihm zusammen ein dauerhaft bleibendes Werk im öffentlichen Raum geschaffen hätten. Auf die Frage, ob er keine Angst hätte, dass es zu Beschädigungen oder gar Zerstörungen kommen könnte, gab er sich gelassen und erklärte, öffentlich ausgestellte Stücke seien dieser „Gefahr“ ja immer ausgesetzt. Dies mache aber auch den Reiz einer solchen Präsentation aus.

In der zwar kalten aber doch irgendwie „heimeligen“ Atmosphäre des gut gefüllten Durchganges nutzten dann einige der beteiligten Künstler die Gelegenheit, um ihren Beitrag den Interessierten persönlich erläutern zu können und entweder das Zusammenspiel mit – oder den Kontrapunkt zu – den anderen gezeigten Stück-Werken hervorzuheben.

Ingrid Wörlen, eine der aktuellen Vorsitzenden des Nördlinger Kunstvereins, freute sich, dass mit dem Kunstwerk ein weiterer Anziehungspunkt in der Nördlinger Altstadt geschaffen wurde und wies auf den reizvollen Gegensatz von historischer Bausubstanz und zeitgenössischer Kunst hin. Selbstverständlich bleibt das Werk dauerhaft in diesem Durchgang präsent. Alle Interessierten, die sich näher mit den Künstlern und deren einzelnen „Stückwerken“ im Gesamtkontext befassen wollen, finden bei der Nördlinger Tourist-Info unentgeltlich sowohl ein Plakat als auch einen Flyer, der alle Werke und Künstler explizit benennt.

Nicht nur für Touristen also findet sich ab sofort in diesem Durchgang eine willkommene – und kostenlose – „kleine Galerie“ modernder Kunst, die auch als Entschleunigung im Alltagsstress für Auge und Gemüt genutzt werden kann und soll. Im besten Sinn von CittàSlow.

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