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Veranstaltung in Nördlingen

21.01.2019

Alpin-Drums im Klösterle: Vier Kerle mit Rhythmus im Blut

Am Wochenende sahen Besucher die imposante Shwo „Alpin Drums“ im Nördlinger Klösterle.
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Am Wochenende sahen Besucher die imposante Shwo „Alpin Drums“ im Nördlinger Klösterle.
Bild: Dieter Mack

Die furiose Percussion-Show Alpin Drums begeistert das Publikum in Nördlingen. Getrommelt wird auf allem, was greifbar ist.

Es gibt Menschen, die haben den Rhythmus im Blut. Die sind in der Lage, fast jedem Instrument Töne und Melodien zu entlocken. Doch gibt es noch eine Steigerung, die am Samstagabend im Nördlinger Stadtsaal zu bestaunen war: da waren vier Jungs auf der Bühne, die selbst solchen Gegenständen Töne und Melodien entlockten, die nicht im Entferntesten nach Instrument aussahen. Mit ihrer furiosen Show „Alpin Drums“ begeisterte die Percussion-Truppe von Regisseur und Produzent Toni Bartl die rund 200 Besucher im Klösterle.

Schon Bühnenbild und Kostüme sind vom alpenländischen Motto „Der Berg groovt“ geprägt: Holzkisten lagern neben Bierfässern, während die Musiker in Lederhosen und mit Holzschemeln unter den Haferlschuhen die ersten Takte vorgeben. Getrommelt wird zunächst auf allem, was sich auf einem alpenländischen Bauernhof findet – auf Melkeimern und Milchkannen bis hin zu emaillierten Nachttöpfen. Holzfässer werden kurzerhand zu einem Schlagzeug zusammengespannt, selbst vier Sensen erzeugen mit Wetzsteinen ein Musikstück: „Des is’ a g’mahde Wies’n“.

Alpin Drums: Viel Einfallsreichtum und Kreativität

Dominieren zu Beginn wilde Percussion-Rhythmen, werden in der Folge mit den irrwitzigsten Requisiten und Konstruktionen Melodien generiert. Mit auf Blasebälgen montierten Wasserhähnen wird „The Lion Sleeps Tonight“ gespielt, aus vier Kuhglocken-Xylophonen erklingt Liquidos „Narcotic“ und auf Kindertrommeln wird „When The Saints Go Marching In“ intoniert. Dem Einfallsreichtum und der Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt: Ein Quietsche-Enten-Ensemble wird an Plastikrohren montiert, mit Trillerpfeifen versehene Fußbälle spielen „La Cocaracha“, auf einer Unkrautspritze wird „El Condor Pasa“ geflötet und aus einer Batterie aus Abflussrohren dringt der Walzer „An der schönen blauen Donau“.

Bild: Dieter Mack


Slapstick-Einlagen im Klösterle

Flankiert wird das Programm von witzigen Slapstick-Einlagen, die dessen Mittelpunkt der „französische“ Conferencier des Quartetts steht. Dabei versucht der Barett-Träger ständig, seine Mitspieler zu übertrumpfen: Zwar hat er die längste Gumminudel am Eimer und prahlt mit einer wahren Höllenmaschine aus Röhren, doch erhält er nur kleine, bunte Kinderglocken zugewiesen und findet sich am Ende als Samba-Tänzerin in einem Blechkoffer wieder.

Auch im zweiten Teil wird – thematisch wohl geordnet – mit allem Musik gemacht, was die Requisite hergibt: Akkuschrauber, Meterstäbe und blecherne Werkzeugkisten; Küchenschüsseln, Suppenlöffel und Brotzeitbretter; Klappstühle, Bierkästen und Sitzgarnituren. Zudem werden phantasievolle Xylophone aus Blumentöpfen, Weinflaschen, Plastikhupen und Kochtöpfen arrangiert.

„Alpin Drums“ ist ein mitreißenendes audio-visuelles Klangspektakel, das die gesamte Bandbreite der Percussion-Kunst abbildet. Virtuos demonstrieren die vier Profi-Musiker Hans Mühlegg, Jörg Regenbogen, Bodo Matzkeit und Raimund Bierling ihr herausragendes Können, sie haben wahrlich den zitierten Rhythmus im Blut. Die Zuschauer in Nördlingen bejubeln die Truppe am Ende der Show ausgiebig und werden in einer Schlafmützen-Nummer mit „Guten Abend, gute Nacht“ belohnt – gespielt auf einer Zahnpasta-Tube.


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