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Dorfentwicklung

03.09.2018

Altlasten im Gewerbegebiet werfen weiter Probleme auf

Auf rund 270 Metern wurde das belastete Erdreich abgetragen und auf einem Platz nahe der Mehrzweckhalle zwischengelagert. Die Kosten für die Entsorgung könnten sich auf rund 150000 Euro belaufen<b>.</b>
Bild: Verena Mörzl

In Hainsfarth sollte längst das Gewerbegebiet Süd erweitert werden. Doch belastete Materialien im Erdreich haben das Projekt einfrieren lassen.

Über zu wenig Arbeit kann sich der Hainsfarther Vizebürgermeister Klaus Engelhardt wahrlich nicht beklagen. Als Stellvertreter des erkrankten Rathauschefs Franz Bodenmüller landen zwangsläufig sämtliche die Kommune betreffenden Anliegen auf seinem Schreibtisch. Neben seinem Hauptberuf stellt diese Aufgabe für ihn durchaus eine Herausforderung dar, wie er einräumt. Hinzu kommt, dass er nicht weiß, wie lange er diesen „Nebenjob“ noch machen muss.

Als nächstes muss Engelhardt zusammen mit dem Gemeinderat ein Problem angehen, dass bereits seit längerem Kopfzerbrechen bereitet. Es geht um die Weiterentwicklung des nördlichen Bereiches des bestehenden Gewerbegebietes Süd. Das Problem dabei: Die Belastungen des Erdreiches durch den Teer-Belag der früheren Staatsstraße, die hier einmal durchgeführt hat. Eine „Beprobung“ des Materials habe dies zu Tage gebrachte.

Der Kommune ist klar, dass eine Erweiterung des Gewerbegebietes ohne eine Altlasten-Entsorgung nicht so ohne weiteres möglich ist. Inzwischen wurde das belastete Erdreich auf einer Länge von rund 270 Metern abgetragen und auf einem Platz nahe der Mehrzweckhalle zwischengelagert, um von dort aus zu gegebener Zeit sachgerecht entsorgt zu werden. Engelhardt beziffert die anfallenden Kosten dafür auf 120.000 bis 150.000 Euro. Für eine finanzschwache Gemeinde wie Hainsfarth sei dies eine Menge Geld, betont der stellvertretende Bürgermeister.

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Engelhardt vertritt die Auffassung, dass sich auch der Freistaat Bayern an der ordnungsgemäßen Beseitigung des belasteten Erdreiches der früheren Staatsstraße finanziell beteiligen sollte. Schließlich „gehörte“ diese Straße einmal dem Land. Mit dem Staatlichen Bauamt Augsburg will er deshalb zeitnah einen Vor-Ort-Termin vereinbaren, um die Angelegenheit zu erörtern und einen finanziellen Anteil an den Entsorgungskosten auszuloten.

Einmal mehr setzt Klaus Engelhardt dabei auf die Hilfe des CSU-Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler, den er bereits bei den vom Gemeinderat geforderten Nachbesserungen bei der verkorksten Sanierung der Staatsstraße nach Steinhart um Unterstützung gebeten hat (wir berichteten). Der Vizebürgermeister geht davon aus, dass Fackler sowohl bei der Straße als auch im Zusammenhang mit der Altlastenentsorgung entsprechend Einfluss auf die Augsburger Straßenbaubehörde nehmen könne und dort mit den Hainsfarther Anliegen auf offene Ohren stoße.

Sollte die Gemeinde letztlich allein auf den Entsorgungskosten sitzen bleiben, müsse im Gemeinderat über das weitere Vorgehen diskutiert werden. Auch vonseiten der örtlichen Wirtschaft gibt es gegenüber der Kommune eine gewisse Erwartungshaltung, was die weitere Verbesserung der Infrastruktur betrifft. Somit hat die Gemeinde ein gesteigertes Interesse daran, in Sachen Gewerbegebiets-Erweiterung so schnell wie möglich weiterzukommen. Bereits in der Haushaltssitzung im Januar wurde das Problem öffentlich angesprochen.

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