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Gymnasium Oettingen

06.12.2018

Anbau doppelt so teuer: Platzt der Baubeginn am AEG 2020?

Das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen: Im Zuge der Sanierung eines Zwischenbaus gibt es jetzt ein neues Konzept, das einige Veränderungen nach sich zieht.
Bild: Szilvia Iszó

Plus Hintergrund: Weil eine Machbarkeitsstudie zu dem Schluss kommt, dass am Oettinger Gymnasium mehr Räume gebraucht werden, sind Verzögerungen womöglich bald unausweichlich.

Am kommenden Montag könnte es im Bauausschuss des Donau-Rieser Kreistages spannend werden. Im ersten Tagesordnungspunkt der Sitzung geht es um den letzten Bauabschnitt der Sanierung des Albrecht-Ernst-Gymnasiums in Oettingen. Dieser umfasst den sogenannten „Zwischenbau“, der mittlerweile in die Jahre gekommen ist und durch einen neuen Baukörper ersetzt werden soll.

Grundlage für die Planungen war zunächst eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2015 inklusive eines zum damaligen Zeitpunkt als ausreichend erachteten Raumprogramms bezüglich der Anzahl der Fachräume und Klassenzimmer. Eine erneute Überprüfung hat jedoch ergeben, dass mehr Flächen für die Naturwissenschaften wegen der stetig steigenden Schülerzahlen am AEG notwendig sind.

Vor dem Hintergrund dieser neuen Erkenntnisse galt es beim Landkreis neu und vor allem größer zu planen. Die bisherigen Überlegungen mussten ad acta gelegt werden. Zusammen mit dem beauftragten Architekten machte sich die Bauabteilung daran, Varianten zu entwickeln, die den neuen Anforderungen gerecht werden. Diese liegen inzwischen vor.

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Nach Informationen unserer Zeitung überschreiten die neuen Pläne für die AEG-Erweiterung allerdings die im ersten Entwurf veranschlagten Kosten bei Weitem. Statt bisher rund sieben Millionen Euro bewegten sie sich wegen des erhöhten Raumbedarfs offenbar bei rund 15 Millionen Euro. Darin enthalten sind neben dem Salär des Hauptarchitekten auch die Honorare der beteiligten Fachprojektanten. Für die Bereiche Statik und Elektronik bewegten sich diese in einem finanziellen Bereich, der es nach dem Gesetz erforderlich macht, die Planungsarbeiten für das Projekt nach einem sogenannten „VgV-Verfahren“ (Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge) europaweit auszuschreiben.

Das große Problem dabei: Eine solche Vorgehensweise nimmt viel Zeit in Anspruch. Das hat zur Konsequenz, dass der ursprüngliche Zeitplan, die Zuschussanträge bis zum 30. September 2019 bei der Regierung von Schwaben einzureichen, nicht einzuhalten sein wird. Somit kann realistischerweise auch nicht wie vorgesehen 2020 mit den Bauarbeiten am Oettinger Gymnasium begonnen werden.

Umbau Gymnasium Oettingen: Ausschuss soll diskutieren

Landrat Stefan Rößle bestätigte dies gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Situation habe sich jetzt eben so ergeben, meinte er. „Wenn die ursprüngliche Variante mit Kosten von 7,5 Millionen Euro geblieben wäre, hätten wir es vielleicht noch hinbekommen. Diese macht aber nach den neuesten Erkenntnissen keinen Sinn.“

Am Montag will die Bauverwaltung laut Rößle die größeren und weit kostspieligeren Varianten präsentieren und von den Ausschussmitgliedern diskutieren lassen. Konkret wollte sich der Landkreischef dazu jedoch öffentlich noch nicht äußern. Rößle räumte auf eine entsprechende Frage unserer Zeitung ein, dass er aus den Fehlern und Versäumnissen bei der Generalsanierung des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Nördlingen gelernt habe und diese am AEG unter allen Umständen vermeiden wolle. Sein Grundsatz: Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

Um möglicher Kritik vorzubauen, dass die AEG-.Erweiterung jetzt zugunsten der schnellen Erweiterung des Donauwörther Gymnasiums geopfert werde, sagte Rößle: „Die beiden Projekte haben überhaupt nichts miteinander zu tun und können in keinerlei Zusammenhang gesetzt werden.“ In Donauwörth sei im Gegensatz zu Oettingen bei den Planungen nichts Außergewöhnliches passiert, und wir können dort wie vorgesehen 2020 starten. Am AEG habe man es jetzt mit einem neuen Konzept zu tun, dass gründlich diskutiert und vorbereitet werden müsse.

Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner hält vor dem Hintergrund der neuen Faktenlage eine Verschiebung des Baubeginns am AEG für „nachvollziehbar“. Bevor nicht gründlich geplant und alle Aspekte abgewogen worden seien, mache es keinen Sinn, mit dem Bauen anzufangen.

Rektor des Gymnasiums will sich bei der Sitzung selbst ein Bild machen

Der Rektor des Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasiums, Günther Schmalisch, geht nach wie vor von einem Baustart 2020 aus. Er habe bisher keine anderen Erkenntnisse. Am Montag werde er selbst im Bauausschuss anwesend sein. Sollte es doch zu Verschiebungen kommen, werde er seine bisherige öffentliche Zurückhaltung aufgeben und sich „laut“ zu Wort melden, kündigte er an.

Lesen Sie hierzu auch: Baubeginn am Oettinger Gymnasium ist gefährdet

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