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Nördlingen

19.09.2016

Angels: Stühlerücken vor dem Saisonstart

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Der finnische Neuzugang Anni Jämsä (am Ball) übernimmt beim Bürostuhl-Basketball Verantwortung – das wünschen sich die Angels-Verantwortlichen von ihr auch während der Saison. Die Nationalspielerin lässt sich in dieser Situation auch nicht (von links) von Kim Pierre-Louis, Aleksandra Racic oder Erin Chambers stoppen.
Bild: Michael Lindner

Die Nördlinger Angels treten bei ihrer Teamvorstellung in einem ungewöhnlichen Duell gegeneinander an. Über die Suche nach Neuzugängen und die Ziele für die neue Runde.

Ein schneller Antritt reicht aus, schon flitzt Anni Jämsä an all ihren Mit- und Gegenspielern vorbei. Unaufhaltsam zieht die Aufbauspielerin zum Korb – so wie es ihr Trainer Pat Bär und die Angels-Fans in dieser Saison noch viele Male sehen möchten und wohl auch sehen werden. Doch dann zeigt die 21-jährige Finnin eine Aktion, die es so vermutlich nicht wieder geben wird: ein spektakulärer Dunk. Und das mit einer Körpergröße von „nur“ 1,69 Meter. Zu verdanken hat die finnische Nationalspielerin ihren Premieren-Dunk für die Angels einer ungewöhnlichen Sportart: Bürostuhl-Basketball.

Dieses sportliche Kräftemessen der Angels war der Höhepunkt der offiziellen Teampräsentation bei Sponsor Fendt Caravan in Mertingen. Für die Nördlinger Basketballerinnen beginnt am kommenden Wochenende die neunte Erstbundesligasaison in Folge. Am Sonntag, 25. September, treten die Angels um 16 Uhr beim SV Halle Lions an. Das Saisonziel ist klar: den Klassenerhalt so früh wie möglich perfekt machen. Trainer Patrick Bär möchte keine solch dramatische Saison erleben wie die vergangene. Zur Erinnerung: Die Angels schwebten bis zum letzten Spieltag in Abstiegsgefahr, rutschten aber durch einen Last-Minute-Sieg gegen Osnabrück sogar noch in die Playoffs. Weitere Prognosen möchte Bär bis zum dritten Heimspiel noch nicht abgeben. „Aber dann bekomme ich das ganz sicher hin“, sagt der Trainer und lacht. Spielführerin Carina Högg, die in ihre sechste Saison für Nördlingen geht, möchte ebenfalls so schnell wie möglich die Klasse sichern. „Und dann schauen wir mal, was passiert.“

Passiert ist in der Sommerpause eine Menge: Fast schon traditionell gab es bei den Angels viele Wechsel. „Vor allem wenn wir erfolgreich waren“, sagt deren Sportliches Leiter Kurt Wittmann. Dann würden Mannschaften mit größerer Finanzkraft kommen und die Angels-Stars aus Nördlingen weglotsen. Sidney Parsons, Nelli Dietrich, Alysha Womack und Heidi Schlegel verließen den Verein oder beendeten ihre Karrieren. Deshalb begaben sich die Verantwortlichen auf die Suche nach neuen Talenten in Europa und in Übersee. Ein schwieriges Unterfangen, denn mit einem Etat von rund 180000 Euro sind die Angels laut Wittmann finanziell auf jeden Fall im unteren Drittel der Liga anzusiedeln. Er schätzt, dass die Topteams bis zum Vierfachen am Budget zur Verfügung haben. „Die Kluft zwischen reichen Vereinen und den nicht so finanzstarken Teams wird immer größer“, sagt der langjährige Angels-Macher.

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Neue Spielerinnen zu finden, sei deshalb besonders schwierig. Zwar gebe es viele gute Basketballerinnen auf dem Markt, aber Statistiken seien längst nicht alles. „Wir müssen die finden, die zu uns passen und nicht unglaublich große Summen verlangen“, stellt Wittmann das Anforderungsprofil vor. Michael Koch, Vorsitzender der BG Donau-Ries, spricht daneben von einem „familiären Umfeld“, das den Verein auszeichne.

Die Verantwortlichen kommunizieren bei der Suche nach neuen Spielerinnen nicht nur viel mit Agenten, sie beziehen auch ehemalige Angels-Spielerinnen mit ein, verrät Wittmann. Die Verpflichtungen von Anni Jämsä und Jen Schlott seien beispielsweise mithilfe der Ex-Nördlingerin Heta Korpivaara über die Bühne gegangen. An einer Verpflichtung der Kanadierin Erin Chambers sei der Verein schon im vergangenen Jahr interessiert gewesen. Eine Verpflichtung direkt vom College sei Wittmanns Erfahrung nach aber immer ein gewisses Risiko: „College und Profisport in Europa – das sind zwei verschiedene Welten.“ Nach einem einjährigen Gastspiel in Portugal sind die Angels-Verantwortlichen überzeugt, dass die ehemalige Zimmergenossin von Angels-Star Nayo Raincock-Ekunwe im Ries ihre Offensiv-Qualitäten unter Beweis stellen wird. Chambers ist neben Kim Pierre-Louis die zweite Kanadierin im Nördlinger Team.

Dazu können die Verantwortlichen auf viele deutsche Spielerinnen bauen. Neben Spielführerin Carina Högg und Amenze Obanor stehen mit den Schwestern Laura und Luisa Geiselsöder, Johanna Klug und Pauline Steinmeyer vier talentierte junge deutsche Basketballerinnen zur Verfügung.

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