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Oettinen

25.05.2019

Arbeitskreis Almarin: Knappe Entscheidung in Oettingen

In Oettingen entschied sich der Gemeinderat gegen den Arbeitskreis.
Bild: Archivbild: Szilvia Izsó

Nach einer emotional geführten Debatte über das Almarin entscheidet sich der Oettinger Stadtrat gegen einen Beitritt in den Arbeitskreis. So positionierten sich die Räte.

Selten wird im Oettinger Stadtrat so emotional und doch auf die Sache konzentriert diskutiert, wie in der Sitzung am Donnerstagabend. Zumindest nicht im öffentlichen Teil. Die Abstimmung, ob sich die Stadt am Arbeitskreis Almarin beteiligen soll, hat das Feuer dieser Diskussion entfacht.

Bürgermeisterin Petra Wagner eröffnete die Diskussion und betonte: „Wir sollten uns als Stadt im Arbeitskreis beteiligen.“ Inwiefern das Hallenbad wiederbelebt werden könnte, sei jedoch unklar, die Zahlen nicht konkret genug. Dieses Material zu verfeinern ist in ihren Augen die Aufgabe des Arbeitskreises. Wagner sprach aber auch noch eine Entwicklung an, die vielen Bürgern Sorgen bereitet: „Wir haben das Problem, dass viele Kinder nicht schwimmen können“, sagte sie weiter. „Wir sollten (Anm.: in den Arbeitskreis) eintreten, um diesem Projekt eine Chance zu geben.“ Das Feuer für das Almarin brannte bei ihr auf großer Flamme.

Krommrei hat Bedenken bezüglich der finanziellen Unterstützung

Ein Lodern war auch bei Erwin Taglieber zu erkennen. Er stimmte Wagners Ausführungen zu und ergänzte: „Wir sind uns einig, dass wir im Ries eine Unterversorgung haben, was Hallenbäder und Schwimmunterricht angeht. Wir sind im Ries eine Solidargemeinschaft und deswegen müssen wir auch mitarbeiten.“ Er wisse, dass Oettingen mit dem Wörnitz-Freibad hohe Verpflichtungen habe und sehe deshalb eine finanzielle Beteiligung als schwierig an. Es sei aber toll, was die Ehrenamtlichen vor Ort erreicht hätten. Er stellte klar, dass es erst einmal nur um den Arbeitskreis gehe, nicht um eine Entscheidung für den Zweckverband.

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Stadträtin Martina Krommrei (SPD) konnte sich eine Beteiligung am Arbeitskreis zwar vorstellen, äußerte aber ebenfalls Bedenken bezüglich einer finanziellen Unterstützung und somit stimmte sie, wie die gesamte SPD-Fraktion, gegen die Teilnahme am Arbeitskreis. Bei der Infoveranstaltung in Möttingen hatten sie weder die Betriebsdefizit-Zahlen der Planerin, noch das des Arbeitskreises überzeugt.

Fraktions-Vorsitzender Robin Bhattacharyya verlangte Ehrlichkeit: Für Oettingen komme höchstens eine finanzielle Beteiligung über den Schulverband infrage. „Vor Kurzem haben wir den Haushalt verabschiedet, unser eigenes Betriebskostendefizit des Freibads in Höhe von 120.000 Euro wurde kritisch hinterfragt“, sagte er. Es sei sogar infrage gestellt worden, ob dieser steigende Posten noch vertretbar sei. „Ehrlichkeit bedeutet, die nicht mögliche finanzielle Beteiligung so zu kommunizieren. Sonst wecken wir Hoffnungen, die wir nicht erfüllen können“. Sollte die Bevölkerung das anders sehen, so Bhattacharyya weiter, könne sie ja „ein Bürgerbegehren anleiern.“ Rudolf Löhe (CSU/FWG) entgegnete: „Wir sind nicht unehrlich, wenn wir sagen, wir treten dem Arbeitskreis bei.“ Jetzt gehe erst einmal darum, Möglichkeiten aufzuzeigen.

Raab (PWG) stimmte für den Arbeitskreis

Nicht nur bei der SPD war von einem Feuer wenig zu spüren, bei der PWG konnte nur noch von einem Glimmen die Rede sein. Fraktionsvorsitzender Rudolf Oesterle (PWG) wollte ebenfalls keine Hoffnungen wecken. Außerdem sagte er: „Wir als Stadt Oettingen haben genügend Aufgaben und finanzielle Belastungen.“

Bernhard Raab sprach für die SLO-Fraktion zwar ein Ja zum Arbeitskreis aus, ließ jedoch das Aber nicht lange auf sich warten. „Man hat an dieses Bad sehr gute Erinnerungen. Wir gehen in den Arbeitskreis, aber das soll kein Automatismus sein.“

Für einen Beitritt warb schließlich noch CSU/FWG-Stadtrat Reinhold Bittner. Er betonte, dass der Arbeitskreis dazu diene, dass die Berechnungen konkreter werden. Dann ließ er auch den Kreisrat, beziehungsweise den stellvertretenden Landrat durchblicken. Das Almarin sei „kein Oettinger Problem, sondern ein Rieser Problem“. Außerdem fragte er ins Gremium: „Haben wir nicht eine Fürsorgepflicht für unsere Rieser Bürger?“ Er meinte, dass es eine Chance mit solch einer hohen Förderung nur einmal gebe. Ihm gelang es allerdings nicht, auf Seiten der Kritiker noch einmal ein Feuer zu entfachen.

Die Entscheidung fiel knapp aus

Fabian Schäff (CSU/FWG) war selbst erstaunt, was er selbst sagte: „Es kommt selten vor, aber hier muss ich meinem Vorredner Robin Bhattacharyya zustimmen. Das Engagement der Bürger stelle ich nicht infrage, aber ich bin nicht von diesem Bad überzeugt.“ Außerdem gebe es für Oettingen in Franken viele Alternativen.

Nach der Debatte war für die Anwesenden klar, dass eine knappe Entscheidung bevorstand. Jede Hoffnung für die Almarin-Befürworter wurde dann beim Abstimmungsergebnis jedoch zunichte gemacht: Neun Räte stimmten für den Beitritt, elf dagegen. Oettingen wird sich also vorerst nicht an einem Arbeitskreis für die Wiedereröffnung des Almarins in Mönchsdeggingen beteiligen.

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