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11.07.2010

Armut und Ausgrenzung

Nördlingen/Donauwörth Zur Vollversammlung des Kreiscaritasverbandes Donau-Ries gab sich dieser eine neue, moderne Struktur, berichtet Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner. Dies war notwendig, um den heutigen Anforderungen im sozialen Bereich gerecht werden zu können, betonte Dekan Ottmar M. Kästle. So wurden die Gremien gestrafft und neu konzipiert. Der neue Vorstand bestehe nun nur noch aus drei Mitgliedern und einem geistlichen Beisitzer, vormals aus sechs Mitgliedern und der neue Caritasrat nur noch aus sechs Mitgliedern, vormals aus 20.

Um zeitnahe Entscheidungen im schnelllebigen Sozialsektor treffen zu können, war dieser Schritt notwendig, den alle 17 Kreisverbände in der Diözese mitgegangen sind. Der Caritasrat sei nun ein vollwertiges Aufsichtsgremium, vergleichbar mit einem Aufsichtsrat in einem Wirtschaftsunternehmen, der die Geschäftsführung durch den Vorstand kontrollieren soll. "Wir sind damit wiederum gut aufgestellt", so die alte und neue 1. Vorsitzende Maria Bauer.

Besonders stolz sei man wieder, dass man mit den knapp bemessenen Mitteln trotzdem einem großen Personenkreis im Donau-Ries helfen konnte. So wurden von den Diensten für Erwachsene 6 300 Menschen gepflegt, beraten, begleitet und behandelt. Schwerpunkt im Donau-Ries sei nach wie vor die ambulante Pflege mit den fünf Sozialstationen Donauwörth, Nördlingen, Rain, Wemding und Monheim, die jedoch leider trotz ihrer hervorragenden Qualität keine ausreichenden Leistungssätze von den Kranken- und Pflegekassen erhielten, um ihre Leistungen auch kostendeckend anzubieten, bedauert Geschäftsführerin Marille Meisinger.

Präventionsprojekte

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Als weiteres wichtiges Aufgabengebiet sind die Armutspräventionsprojekte zu nennen, die aufgrund steigender Armut ausgebaut werden mussten: Donauwörther Tafel und Kleiderladen, der Möbelfundgrube und dem CaDW mit Tafel und Kleiderladen. Wichtige Arbeit leiste die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle, der Sozialpsychiatrische Dienst im psychosozialen Bereich. Als Ergänzung der Leistungen stehen die Schuldenberatung und die Allgemeine Soziale Beratung, aber auch die Mutter-Kind-Kurberatung, um alles aus einer Hand anbieten zu können.

Im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und sozialer Ausgrenzung stellte Gaertner die aus seiner Sicht größten Probleme der Zukunft dar. Armut wäre heute nicht nur eine Sache des Geldbeutels, sondern stelle zunehmend auch eine massive soziale Ausgrenzung dar. "Die Frustration, die durch Armut und Ausgrenzung entsteht, prägt zunehmend mit der Dauer die gesamte Weltsicht der betroffenen Personen. Wir müssen hier deshalb frühzeitig Lösungen finden", so Gaertner.

In der heutigen Zeit, die durch eine Wirtschaftskrise geprägt ist, kämen noch weitere Armutsmomente hinzu: So könnte man auch von Armut sprechen, wenn jemand nicht mehr die ausreichende medizinische Versorgung erhalte.

Im Rahmen der neuen Satzung wurde auch der neue Vorstand gewählt. Maria Bauer wurde wiederum zur ersten Vorsitzenden gewählt. Zur neuen zweiten Vorsitzenden wurde Marille Meisinger, Geschäftsführerin der Sozialstation Rain, gewählt. Als Vorschlag für den Verbandsgeistlichen wurde Dekan Ottmar M. Kästle von der Versammlung vorgeschlagen. Dieser Vorschlag geht an die Dekane, die ein Vorschlagsrecht gegenüber dem Bischof haben, der den Verbandsgeistlichen beruft.

Mitglieder des Rates

In den Caritasrat wurden in alphabethischer Reihenfolge gewählt: Roland Dietz Roland, Bürgermeister von Genderkingen, Wolfgang Fackler, Stadtrat Donauwörth, Konrad Häfele, Dekanatsratsvorsitzender Nördlingen, Birgit Rössle IFD-Präsidentin, Alois Stadler, Kreis- und Bezirksrat, Erwin Tögel, leitender Psychologe an der Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diözese Augsburg.

Dankesworte und eine Ehrenurkunde gingen abschließend an alle scheidenden Vorstands- und Caritasratsmitglieder. (pm)

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