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Donauwörth

16.10.2018

Arzt könnte bis zu 700 Patienten mit Hepatitis C infiziert haben

An der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth haben sich mehrere Patienten mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. 
Bild: Wolfgang Widemann (Symbol)

Ein Narkosearzt soll in Donauwörth Patienten mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben. Nun steht der Zeitraum fest, in dem sich Betroffene angesteckt haben könnten.

Wie kann es sein, dass ein Narkosearzt in mindestens fünf Fällen seine Patienten mit Hepatitis C infiziert hat? Dieser Frage gehen nicht nur die Verantwortlichen am Kreiskrankenhaus in Donauwörth nach, sie beschäftigt mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei.

In der vergangenen Woche sind erste Hinweise am Landratsamt Donau-Ries eingegangen, wonach es in der Klinik zu Hepatitis-C-Infektionen gekommen sei. Eine Arztpraxis aus dem südlichen Landkreis hatte gemeldet, dass gleich drei Patienten erkrankt seien. Daraufhin erhärtete sich schnell der Verdacht gegen einen Anästhesisten, der seit Mai nicht mehr am Donauwörther Krankenhaus praktiziert. Am Dienstag berief Landrat Stefan Rößle eine kurzfristige Pressekonferenz ein. Er sprach von einem „bedauerlichen Vorfall“.

Hepatitis C: Bis zu 700 Patienten könnten betroffen sein

Fünf Krankheitsfälle sind dem Landratsamt mittlerweile bekannt, die Dunkelziffer kann weitaus höher sein. Denn der Mediziner hat in einem Zeitraum von November 2016 bis April 2018 an etlichen Operationen mitgewirkt, insgesamt gehen die Verantwortlichen am Landratsamt von 693 möglicherweise betroffenen Patienten aus.

Wie die Ansteckungen im Falle der Donauwörther Klinik zustande gekommen sind, ist bislang unklar.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Diese werden noch in der laufenden Woche von der Behörde angeschrieben, mit der Empfehlung, sich bei ihrem Hausarzt auf die Krankheit untersuchen zu lassen. Wie genau die Ansteckungen geschahen, darüber kann bislang nur spekuliert werden. Auf jeden Fall müsse die Übertragung über das Blut passiert sein, wie Amtsarzt Dr. Rainer Mainka erklärte. Es wird vermutet, dass der Arzt fahrlässig gehandelt habe, hieß es gestern auf der Pressekonferenz im Landratsamt. Patienten, die von dem Virus infiziert sind, können mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit vollständig geheilt werden. Das betonte Amtsarzt Mainka. Diese Therapie kostet aber pro Patient zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

Donauwörth: Arzt soll Hepatitis C auf Patienten übertragen haben

Auch der Mediziner selbst könne sich nicht erklären, wo er sich mit dem Virus infiziert haben könnte. Am Kreiskrankenhaus wurden inzwischen erste Maßnahmen getroffen: Sämtliche im OP-Bereich Beschäftigte wurden betriebsintern untersucht. Rund 80 Prozent dieser Befunde liegen mittlerweile vor, alle sind negativ. Der Mediziner, der mittlerweile an einer anderen Klinik praktiziert, sei nicht mehr infektiös, heißt es aus dem Landratsamt.

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