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Donau-Ries

20.07.2019

Astronauten der Apollo-14-Mission trainierten im Rieskrater

Astronauten und Wissenschaftler untersuchten Gesteinsproben im Rieskrater.
Bild: Kavasch

Im Ries üben 1970 vier amerikanische Astronauten der Mission Apollo 14, Gesteine zu unterscheiden. Das hatte damals Folgen für die Post.

Vier Astronauten im Ries. Der Nördlinger Oberbürgermeister kehrte aus seinem Urlaub zurück, doch die meiste Arbeit habe die Post, schrieben die Rieser Nachrichten am 12. August 1970: „Dort kommen haufenweise Briefe an, in denen Autogrammsammler den ‚Herrn Postdirektor von Nördlingen‘ bitten, ihnen die Unterschriften der vier Mondfahrer zu besorgen.“

Alan Shepard, Edgar Mitchell, Eugene Cernan und Joe Engle kamen in besonderer Mission nach Nördlingen. Die Astronauten von Apollo-14, die 1971 ins Weltall flogen, sollten lernen, welches Gestein sie vom Mond mitzubringen hatten.

Astronauten von Apollo-14 lernen im Ries, welches Gestein sie mitbringen sollen

„Die Amerikaner wollten bei der ersten Mondlandung zeigen, dass sie die führende technische Nation sind. Als dieser Punkt erledigt war, dachte man an die Wissenschaft“, erklärt Professor Stefan Hölzl, Leiter des Rieskratermuseums in Nördlingen. Bei den Gesteinen, die die Astronauten sammeln sollten, ging es um sogenannte Impaktbrekzien, die unter hohem Druck entstünden. Minerale verändern sich, wenn Druck auf sie wirke, sagt Hölzl und führt aus: „Diesen Druck findet man nicht an der Erdoberfläche, der entsteht durch kosmische Energie.“ Diese Gesteine gebe es eben im Rieser Asteroidenkrater.

Rieser erinnert sich an das Training der Astronauten

Der Rieser Wulf-Dietrich Kavasch bekam von einem Astronauten eine Gürtelschnalle.
Bild: Szilvia Izsó

Wulf-Dietrich Kavasch war damals Anfang 20 und mit den Astronauten im Steinbruch, denn sein Vater war im Team der Wissenschaftler, die die Astronauten begleitet haben. „Das war ein gewaltiger Presserummel, das kann man sich nicht vorstellen. Man hat mit ihnen ein touristisches Programm gemacht, ich glaube, das war ihnen wichtiger.“

 Von einem der Astronauten hat Kavasch eine Gürtelschnalle bekommen: „Da war ich sehr stolz.“ Trotz des Programms war die Lehrstunde erfolgreich, sagt Museumsleiter Hölzl: „Sie haben die richtigen Sachen mitgebracht.“

Im August 1970 sprachen die Rieser Nachrichten noch mit der Post über die Autogrammwünsche: „Mürrisch meint dazu ein Postbeamter: ,Wenn die Leute glauben, wir haben nichts anderes zu tun, dann leben sie auf dem Mond.‘

Lesen Sie dazu unsere Multimedia-Reportage: Wunder Mondlandung: Diese Bilder bewegten vor 50 Jahren die ganze Welt und hören Sie währenddessen eine Playlist zur Mondlandung: Playlist: Das sind die schönsten Songs an den Mond

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