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Weltraum

20.02.2019

Astronauten trainieren im Geopark Ries

Der ehemalige Astronaut Thomas Reiter bedankte sich auf einer Autogrammkarte für die Unterstützung vor Ort.
Bild: ESA

Unter den 15 Trainingsteilnehmern war mit Thomas Reiter auch ein ehemaliger deutscher Astronaut. Warum das Ries ein ideales Trainingsgebiet ist.

Bereits zum dritten Mal wurde der Geopark Ries als Trainingsgebiet für Raummissionen der Astronauten der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) ausgewählt. Um sich für zukünftige Weltraummissionen entsprechend geologisch vorzubereiten, absolvierten Astronauten und Weltraumingenieure einer Pressemitteilung zufolge ein geologisches Training im Rieskrater. Sie folgten damit einer Tradition, die schon mit dem geologischen Feldtraining der Apollo-Astronauten im August 1970 begann.

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Da Einschlagskrater eine der häufigsten geologischen Strukturen auf planetaren Körpern darstellen – zum Beispiel auf dem Erdmond oder Mars – war das Nördlinger Ries ein ideales Trainingsgebiet.

Der Geopark Ries war die erste Station der Astronauten

Der Rieskrater ist vor circa 15 Millionen Jahren durch die Kollision eines etwa ein Kilometer großen Asteroiden mit der Erde entstanden und weist einen Durchmesser von circa 25 Kilometern auf. Er gehört weltweit zu den besterhaltenen Kratern dieser Größenordnung. Die ESA-Astronauten bekamen aufgrund der exzellenten Erhaltung des Rieskraters und seiner Auswurfdecke einen idealen Einblick in die Morphologie und Geologie einer Impaktstruktur.

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Der Geopark Ries war die erste Station des sogenannten Pangaea Projekts 2018 (Planetary Analogue Geological and Astrobiogical Exercise for Astronauts). Die Ausbildungsorte für das Geologie-Trainingsprogramm des Pangaea-Programms waren zahlreiche Geotope im Geopark Ries wie zum Beispielauch der Riegelberg mit seinen weltberühmten Ofnethöhlen.

Der Riegelberg als größter Megablock im Rieskrater zeigte den Astronauten eindrücklich die ungeheure Kraft eines Impaktereignisses, die es ermöglicht, dass selbst solche gewaltigen Gesteinsblöcke binnen weniger Sekunden bewegt werden können und eine geologische Ausgangssituation so nachhaltig verändert werden kann, dass alle Gesteinsformationen bunt durcheinander gemischt werden und völlig neue Gesteinstypen gebildet werden. Ein Beispiel dafür ist der Pressemitteilung zufolge die Bunte Breccie. Der Besuch der Ofnethöhlen war eine spannende Ergänzung des Trainings, da man hier sowohl die intensive Breccierung eines Kalk-Megablocks als auch seine Verkarstung studieren konnte.

Astronauten besuchten auch das Ries Krater Museum

Die geologische Ausbildung soll es den Astronauten bei ihren späteren Missionen ermöglichen, eine exakte Beschreibung der geologischen Situation auf dem von ihnen besuchten planetaren Körper durchzuführen.

Die Feldexkursion in den Rieskrater wurde von der Geologin des Geoparks Ries, Gisela Pösges, unterstützt. Als Ergänzung hatten die Teilnehmer auch das Ries Krater Museum besucht und im Zentrum für Rieskrater- und Impaktforschung Nördlingen Gesteinsbestimmungsübungen durchgeführt.

Unter den rund 15 Trainingsteilnehmern waren unter anderem der ehemalige ESA-Astronaut Thomas Reiter, der russische Kosmonaut Sergei Kud-Sverchkov sowie Aidan Cowley, Science Officer im Astronautenzentrum der ESA mit Sitz in Köln. Die Kölner „Astronautenschmiede“ hat schon über 20 Menschen, darunter auch Alexander Gerst, in das Weltall gebracht.

Reiter ist mit einer Zeit von über 350 Tagen im All der europäische Astronaut mit der meisten Erfahrung im Weltall. Heute ist er ESA-Koordinator für internationale Agenturen und Berater des ESA-Generaldirektors.

Er zeigte sich sehr beeindruckt vom Rieskrater mit seinen einmaligen Aufschlussverhältnissen, der für ihn ein ideales Trainingsgebiet darstellte und war sehr erfreut über die tolle Unterstützung vor Ort.

Im Anschluss reisten die Astronauten und die ESA-Crew zur Fortsetzung ihres Trainings in den Unesco Global Geopark Bletterbach in den italienischen Dolomiten. Später wurde das Training dann auf der kanarischen Insel Lanzarote fortgesetzt. (pm)

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