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G7-Gipfel

09.04.2015

Auch Polizisten aus dem Landkreis fahren nach Elmau

Auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen findet der nächste G7-Gipfel statt. Für die Polizei ist das ein Großeinsatz – da sind auch Kräfte aus dem Landkreis Donau-Ries gefragt. Das Technische Hilfswerk Donauwörth schickt derweil seine Ausrüstung.
Bild: Ulrich Wagner

Sie sollen beim Treffen der Staats- und Regierungschefs im Juni für die nötige Sicherheit sorgen. Welche Helfer sonst noch gefragt sind, ist aber bisher noch unklar.

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Wirtschaftsnationen im Juni auf Schloss Elmau in Oberbayern zum G7-Gipfel treffen, dann sind auch Helfer und Ausrüstungsgegenstände aus dem Landkreis Donau-Ries gefragt – zum Beispiel von der Polizei und vom Technischen Hilfswerk.

Wie Manfred Gottschalk als Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord bestätigt, werden auch Polizisten aus Nordschwaben beim Gipfel eingesetzt, darunter Beamte der verschiedenen Inspektionen, der Verkehrspolizei, aber auch Spezialkräfte wie etwa Hundeführer. Wie viele das genau sind, das gibt er nicht bekannt – „aus polizeitaktischen Gründen“. Sorgen machen müsse sich aber niemand, dass dann zu Hause nicht mehr für die nötige Sicherheit gesorgt werde, denn Personal sei genug vorhanden, betont er: „Bei der gesamten bayerischen Polizei gibt es für diese Zeit eine Urlaubssperre, und auch die Ausbildung und Lehrgänge ruhen.“

Und diese Sperre herrscht nicht nur für die beiden Gipfeltage am 7. und 8. Juni, sondern zieht sich über mehrere Wochen – denn der Einsatz beginnt für die meisten Kräfte schon Ende Mai, wie Gottfried Schlicht sagt, Sprecher des zuständigen Planungsstabs in München. Um für die nötige Sicherheit zu sorgen, müsse vorab eine Menge erledigt werden, und auch Demos vor dem Gipfeltreffen seien angekündigt worden.

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Etwa 15000 Polizeikräfte sollen Schlicht zufolge rund um das Ereignis im südbayerischen Raum zum Einsatz kommen – im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, wo das Treffen stattfindet, aber zum Beispiel auch am Münchner Flughafen, wo die Politiker landen, und in der Stadt. Untergebracht werden sie in Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels. Darunter sind Beamte aus dem gesamten Freistaat und zum Teil auch aus anderen Bundesländern. „Das wird einer der größten Einsätze, den die bayerische Polizei bisher hatte, da brauchen wir von allen Seiten Unterstützung.“ Wer genau letztlich zum Helferkreis gehören wird, das sei aber noch nicht im Detail festgelegt. „Die Bescheide gehen in der nächsten Woche an die Präsidien hinaus.“

Thomas Scheuerer kann das bestätigen. Er wisse bisher nur, dass er voraussichtlich Mitarbeiter fürs G7-Treffen abstellen wird müssen, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Donauwörth: „Wen genau, wie viele und ab wann, das ist aber noch unklar.“

Eine Anfrage hat auch das Technische Hilfswerk in Donauwörth schon erhalten, bislang bezieht sie sich aber nur auf die Ausrüstung: „Wir stellen Beleuchtungsmaterial für den Gipfel zur Verfügung, also Strahler, Stative und so etwas“, sagt der Ortsbeauftragte Thomas Hantke. Dass auch noch THW-Helfer angefordert werden, hält er zumindest für möglich: „Im Moment ändert sich die Lage da ja fast täglich.“

Das musste auch Kreisbrandrat Rudolf Mieling erfahren. Eigentlich sei angedacht gewesen, dass die Feuerwehr im Landkreis ein Hilfeleistungskontigent zur Verfügung stellen solle – also 33 Fahrzeuge und 150 Mann. „Das aber wurde jetzt wieder revidiert“, sagt Mieling.

Diese Absage hatte auch Auswirkungen auf die Johanniter in Donauwörth. Denn die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung sollte das 150 Mann starke Feuerwehrkontingent versorgen, sagt Volker Geßner von den Johannitern. Ein freies Wochenende werden die Johanniter trotzdem nicht haben – aus zwei Gründen. „Wir werden in den nächsten ein oder zwei Tagen Bescheid bekommen, ob wir trotzdem zum G7-Gipfel müssen“, sagt Geßner. Die Schnelleinsatzgruppe Behandlung der Johanniter könnte vom Landesverband angefordert werden. „Die Gruppe würde aus zehn Sanitätern bestehen, die im Hintergrund bereitstehen würden“, sagt Geßner. Sie könnten Behandlungsplätze für bis zu 25 Schwerverletzte einrichten. Sollten die Johanniter aus dem Landkreis Donau-Ries in Elmau nicht benötigt werden, würden sie den Augsburger Stadtlauf mitbetreuen, der ebenfalls am 7. Juni stattfindet.

Der Kreisverband Nordschwaben des Bayerischen Roten Kreuzes ist nach derzeitigem Stand nicht beteiligt am Gipfel, sagt Kreisgeschäftsführer Erwin Rudolph: „Wir haben im Landkreis keine offizielle Katastrophenschutzeinheit und sind deshalb bisher noch nicht eingeplant.“ Dass doch noch um Hilfe gebeten werde, schließt aber auch er nicht aus.

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