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Jubiläum

28.10.2019

Auf drei Jahrhunderte zurückgeblickt

300 Jahre ist die Weihe der Klosterkirche Maihingen her. Das Jubiläum wurde am Wochenende gefeiert.
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300 Jahre ist die Weihe der Klosterkirche Maihingen her. Das Jubiläum wurde am Wochenende gefeiert.

Vor 300 Jahren wurde die Klosterkirche in Maihingen geweiht. Am Wochenende feierte die Glaubensgemeinde

Im Jahr 2012 feierte man das Jubiläum der Grundsteinlegung, vergangenes Wochenende, im Jahr 2019, feierten die Christen in Maihingen die Weihe der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt – ihrer Klosterkirche zu Maihingen. Angeblich waren es 16000 Gläubige, die im Jahr 1719 nach Christus an der Weihe der katholischen Klosterkirche teilnahmen.

Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg war über die vergangenen Tage nach Maihingen gekommen, um mit der Glaubensgemeinde das Jubiläum 300 Jahre Klosterweihe zu zelebrieren. Zwischen den Jahren 1712 und 1719 wurde die Klosterkirche mitsamt Kloster von den Minoriten, einer Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche, neu gebaut. Geplant wurde das Bauwerk von Ulrich Beer nach dem sogenannten Vorarlberger Stil des Barocks. In den darauffolgenden Jahren folgte die Ausschmückung des großzügigen, hellen Innenraums der Klosterkirche. Zahlreiche Stuckaturen und Seitenaltäre gehören zu einer Vielzahl von Verzierungen und Ausgestaltungen des Gebäudes. Die „schwarzen Franziskaner“, wie die Ordensbrüder auch aufgrund der Farbe ihres Habits genannt werden, übernahmen das Kloster bereits 1607 und nannten es bis zur Bayerischen Säkularisation im Jahr 1802 – der Einziehung kirchlichen Besitzes durch weltliche Amtsträger, ihr Eigen. Das Anwesen wurde den Fürsten von Oettingen-Wallerstein übergeben, die Minoriten konnten jedoch weiterhin dort leben.

Ein besonderes Merkmal der Kirche war auch vor drei Jahrhunderten die sogenannte „Baumeister-Orgel“. Johann Martin Baumeister aus Eichstätt hatte die Barockorgel mitteltöniger Stimmung von 1734 bis 1737 nach dem Neubau des Kirchengebäudes eingebaut. Es wird vermutet, dass das Instrument im Zuge der Säkularisierung versiegelt und bis Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr gespielt wurde. Nach 185-jährigem Schweigen konnte die Orgel durch die Restaurierung der Firmen Steinmeyer aus Oettingen und Hildenbrand aus Überlingen erstmals wieder bespielt werden. Damit ist das Klangwunder wohl bezüglich Stimmungsart, Stimm-tonhöhe und Intonation die in höchster Originalität erhaltene deutsche Barockorgel.

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Von 1807 bis 1820 war im Kloster das fürstliche Justizamt eingerichtet, ab 1841 war die Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek und Kunstsammlung dort untergebracht. Zur Umfunktionierung in ein Altenheim wurde das Anwesen nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 an den Caritasverband verkauft und die Bücherei an die Burg Harburg übergeben. Damals fanden viele Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat im Ries. Aufgrund der steigenden Vorschriften und Anforderungen an Altenheime wurde es aufgelöst und das Kloster und die Klosterkirche inklusive seiner Ländereien im Jahre 1984 an die Diözese Augsburg verkauft. In den Jahren 1987 bis 1993 wurde die Kirche restauriert und das Katholische Evangelisationszentrum Maihingen eingerichtet. Heute trägt die Einrichtung den Namen „Kloster Maihingen“ und beherbergt unter anderem das Rieser Bauernmuseum „Museum Kulturland Ries“. Außerdem bietet es Platz für Seminare und Kurse für Schulklassen oder anderen Gruppen, geleitet vom Verein Gemeinschaft Lumen Christi, der seit den 80er-Jahren Träger des ehemaligen Konventsgebäudes ist. Im Rahmen der 300-Jahr-Feier waren insgesamt fünf Glaubensbrüder zum Feierlichen Gottesdienst am Freitagabend gekommen.

Weihbischof Wörner leitete die Messe. „Die Zeit, die uns Gott schenkt, ist eine begrenzte Zeit, die wir haben, um die Dinge in Ordnung zu bringen, die es nicht sind“, meint der Auxiliarbischof in seiner Predigt. Er erinnerte die Kirchengemeinde daran, was es bedeutet, zu beichten. Der Gottesdienst am Freitag lud die Gekommenen ein, nach der Feier in der Klosterkirche zu verweilen. Im Kerzenschein sitzend und mit Musik im Ohr, gesungen und gespielt von der Katholischen Landjugend Birkhausen, folgten die Gäste der Einladung des Weihbischofs. Am Samstagabend schloss sich eine musikalische Zeitreise mit anschließendem Stehempfang im Kloster an.

Der eigentliche Höhepunkt des Wochenendes war am Sonntag das feierliche Hochamt durch Dekan Eichler und musikalischer Gestaltung des Kirchenchors und des Musikvereins. Das Jubiläum der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt zu Maihingen fand seinen Abschluss bei einem Vesper am Sonntagabend, ganz im Sinne des vierten Sakraments „der Versöhnung“.

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