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Konzert

01.03.2018

Aus der Rieser Kälte in die Hitze Brasiliens

Brasilianische Klänge gab es in Reimlingen von Cristina Braga und Ricardo Medeiros zu hören.
Bild: Dieter Mack

Cristina Braga und Ricardo Medeiros traten im Reimlinger Kulturstadl auf

Einen Temperaturunterschied von gefühlten 40 Grad ließen Cristina Braga und Ricardo Medeiros im Rahmen einer Veranstaltung des Kulturvereins Nördlingen aufkommen, als sie bei minus 7 Grad mit ihren Klängen in die schwüle Hitze Brasiliens entführten.

Braga, erste Harfenistin der städtischen Oper von Rio de Janeiro und weltweit geachtete und mit vielen Preisen bedachte Großmeisterin auf ihrem Instrument, der Harfe, führte mit den Worten: „Ein Tag am Meer…“ in den Abend ein. Und tatsächlich fühlte man sich entrückt in eine andere Welt. Filigrane Harfentöne schwebten im Raum, geprägt von Sensibilität und Emotion, geführt und untermalt vom basalen, dichten Klang des Kontrabasses.

Das Repertoire umfasste ausgewählte Werke des Bossa-Novas, ebenso Jazz-Standards mit Stücken von Tom Jobim, Edu Lobo, Baden Powell, Villa-Lobos und vielen mehr. Cristina Braga zeigte auf ihrer blauen Harfe die beeindruckende Vielseitigkeit ihres Instruments: Mit virtuosen Glissandi, energiereichen, äußerste einfallsreichen Improvisationen, mal zart, mal impulsiv, schaffte es die Künstlerin völlig unangestrengt, nicht nur Jazz, Bossa und Samba, sondern auch höchste Spielkultur, Leichtigkeit und sogar Witz so zu vereinen, dass daraus etwas ganz Eigenes wurde.

Eigen ist auch ihr Gesang, völlig ungekünstelt, mehr gehaucht als gesungen, der nichts muss und nichts will, nur einfach da ist, sensibel aber stattlich begleitet von Ricardo Medeiros und seinem Kontrabass, der gerade in den tiefen Tönen einen prominenten, satten Klang entfaltete.

Bei Jobims „One note samba“ stellte die Künstlerin klar, dass das Stück aus „… einer Note und tausend Pedalen“ bestehe – Pedale, die im 17. Jahrhundert ein Künstler aus Donauwörth erfand und ohne welche die Klänge und blue notes des Bossa und Jazz auf der Harfe nicht spielbar wären.

Die Zuschauer schwebten dahin auf den sphärischen Klängen und der Temperaturunterschied draußen und drinnen schien schon fast nicht mehr zu existieren.

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