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Wallerstein

01.10.2019

Ausbildungsmesse in Wallerstein: Die Berufswahl im Fokus

Bei der Ausbildungsmesse in Wallerstein informierten sich Schüler über Berufe, die Firmen präsentierten ihr Angebot.
Bild: Bernd Schied

Plus Rund 300 Schüler besuchen die Ausbildungsmesse in Wallerstein. Noch haben die meisten Firmen keine Probleme, Nachwuchs zu finden. Besonders in einer Branche geht der Trend aber nach unten.

Wallerstein Die reichlich abgedroschene Floskel „Augen auf bei der Berufswahl“ gilt immer noch wenn es darum geht, jungen Menschen nach der Schule entsprechende Perspektiven aufzuzeigen. Gestern hatten rund 300 Schüler aus Wallerstein, Oettingen, Deiningen und Nördlingen in der Wallersteiner Mehrzweckhalle bei der Veranstaltung des Gewerbevereins Marktplatz Wallerstein „Ausbildung regional – stark im Handwerk“ Gelegenheit, sich über die vielfältigen Berufe zu informieren, die von verschiedenen Firmen im Ries angeboten werden.

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Für die Unternehmen ist die Ausbildung junger Menschen ein bedeutender Baustein, dem mittlerweile nahezu alle Branchen betreffenden Fachkräftemangel wenigstens teilweise entgegenzuwirken. Sie haben dabei nur ein Problem: Nicht allen gelingt es, genügend Nachwuchs heranzuziehen, weil sich mitunter zu wenig Bewerber bei ihnen melden. Ein paar wenige haben (noch) keine Schwierigkeiten, Auszubildende zu bekommen.

Leberle fürchtet einen Rückgang an Auszubildenden in der Baubranche

In der Baubranche, die auch im Landkreis Donau-Ries derzeit volle Auftragsbücher verzeichnen kann, ist die Ausbildungssituation noch „so einigermaßen“ in Ordnung , wie Josef Leberle, Ausbildungsleiter bei der Bauinnung Donau-Ries es formuliert. Die Tendenz gehe jedoch eindeutig nach unten. Er befürchtet für die kommenden Jahre trotz einer hochwertigen und anspruchsvollen Ausbildung weitere Bewerberrückgänge.

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Einen Grund für den Mangel an Nachwuchskräften sieht Xaver Neureiter junior von gleichnamigen Bauunternehmen in Fremdingen neben den zurückgehenden Schülerzahlen in der Tatsache, dass es in manchen Kommunen des Nordrieses keine Mittelschulen (früher Hauptschulen) und damit Schulabgänger vor Ort mehr gebe. Als Beispiel nennt er Fremdingen. Für potenzielle Auszubildende, die weiter weg wohnten, stelle sich die Frage, wie sie zu ihrem Ausbildungsplatz gelangten. „Die Lehrlinge müssen morgens um sechs oder sieben bei uns sein. Wie soll das funktionieren?“ Das Angebot im öffentlichen Nahverkehr sei mehr als bescheiden und nicht wirklich eine Alternative. Blieben nur noch die Möglichkeiten, die Lehrlinge zu Hause von der Firma abholen zu lassen, was seine Firma mache.

Die Schüler finden es gut, dass es solche Messen gibt

Besser dran ist die Firma SPN in Nördlingen. Dort gehen zwar die Bewerbungen für die unterschiedlichen Ausbildungsberufe auch zurück. Es gelinge jedoch nach Angaben von Ausbildungsleiter Peter Kuhberger bisher immer noch, pro Jahr acht bis zehn Lehrlinge einzustellen.

Dass Unternehmen das Schicksal junger Geflüchteter nicht egal ist, zeigt ein Beispiel des Bauunternehmens Thannhauser. Dort ist der 21-jährige Wel-Dam Sacko aus dem westafrikanischen Guinea beschäftigt und absolviert derzeit im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zum Straßenbauer. Er ist laut Geschäftsführer Harald Frisch auch sehr zuverlässig und fleißig. Das Unternehmen nehme sich des jungen Mannes sehr an, sagt Frisch. „Mir gefällt es hier sehr gut und die Arbeit macht mir sehr viel Spaß“, sagt Wel-Dam in sehr gutem Deutsch. Er hat auch eine Zusage für eine Weiterbeschäftigung nach der Lehre erhalten.

In ihrem Berufsziel noch nicht festgelegt sind Karina, Pia und Chiara von der Realschule Maria Stern. Wie die übrigen Schüler finden sie es jedoch gut, dass solche Ausbildungsmessen stattfinden. Da könne man sich hautnah informieren, sind sie sich einig.

In einer eigenen Diskussionsrunde konnten die Teilnehmer noch detailliert Fragen zu den Berufszweigen stellen, die dann von den Vertretern der einzelnen Unternehmen beantwortet wurden.

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