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Finanzen

22.04.2015

Banken wollen Filialen halten

Kernstück der Bankfilialen sind heutzutage die Selbstbedienungszonen. Wenn es auch die eine oder andere Geschäftsstelle vor Ort in der klassischen Form nicht mehr gibt, können die Kunden nach wie vor Geld abheben.

Strukturveränderungen bleiben wegen der Niedrigzinspolitik jedoch auf der Tagesordnung

Sparkassen und Raiffeisen-Volksbanken leiden unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Durch die geringen Zinsüberschüsse wird es für viele Institute immer schwerer, ihr Filialnetz zu unterhalten. Bereits in den vergangenen Jahren hatten regionale Kreditinstitute Geschäftsstellen geschlossen und kleinere Standorte eingespart. In einer Umfrage bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Landkreis Donau-Ries wollte unsere Zeitung wissen, wie sie mit der augenblicklichen Situation umgehen und ob auch bei ihnen Schließungen von Filialen diskutiert werden.

„Wir haben das Schließen einzelner Geschäftsstellen nicht auf der Tagesordnung“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Donauwörth, Johann Natzer. Auch sein Institut beschäftige sich mit der Frage, wie auf die extrem niedrigen Zinsen angemessen reagiert werden sollte. Angesichts der derzeit schwierigen Situation sei eine qualifizierte und persönliche Beratung für die Kunden besonders wichtig, sagte Natzer. Dazu gehörten die Geschäftsstellen vor Ort.

Der Vorstandschef der Nördlinger Sparkasse, Wolfgang Winter, verwies auf Filialen in Reimlingen, Aufhausen, Löpsingen und Alerheim, die um die Jahreswende 2013/2014 aufgelöst worden seien. „Das Kundenverhalten hat sich stark verändert“, sagte Winter. Das Online-Banking nehme immer mehr zu. Die Kunden könnten rund um die Uhr ihre Bankgeschäfte erledigen und bräuchten deshalb die Filialen in der klassischen Form nicht mehr. Unabhängig davon stünden den Kunden in manchen Orten Selbstbedienungszonen mit Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern zur Verfügung. An weitere Schließungen ihrer sechs Geschäftsstellen denke die Sparkasse Nördlingen nicht.

Den sinkenden Zinserträgen kann grundsätzlich von zwei Seiten durch mehr Geschäft oder durch die eine oder andere Überlegung auf der Kostenseite begegnet werden, sagten die beiden Vorstände der Raiffeisen-Volksbank Ries in Nördlingen, Paul W. Ritter und Bernhard Ströbele auf Anfrage.

Mögliche Änderungen in der Geschäftsstellenstruktur seien immer ein relevantes Thema. Durch die Niedrigstzins-Situation rücke das Thema jedoch stärker in Fokus. „Wir möchten jedoch betonen, dass es derzeit keine konkreten Pläne für Veränderungen gibt“, bekräftigen Ritter und Ströbele.

Dienstleistungen werden Kundenverhalten angepasst

Die Dienstleistungen würden jeweils dem Kundenverhalten angepasst. Wenn viele Mitglieder ihre Geschäfte mit ihrer Bank machten, wenn die Bank einen hohen Marktanteil erreiche und ihr die Chance geboten werde, Geschäfte zu machen und Erträge zu erwirtschaften, werde auch die Dienstleistung weiter angeboten. Mit möglichen Änderungen in der Infrastruktur werde ohnehin sehr vorsichtig umgegangen. Die Raiffeisen-Volksbank Ries unterhält in ihrem Geschäftsbereich 22 Geschäftsstellen und sechs Selbstbedienungs-Stellen und ist damit in jeder Gemeinde im Ries mit einer Geschäftsstelle vertreten.

Die Verantwortlichen bei der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth wollten sich auf Anfrage unserer Zeitung zu dem Thema nicht äußern.

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