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TSV Nördlingen

04.11.2015

Basketball-Abteilung erfindet sich neu

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In vollem Gange ist die Saison der Nachwuchsbasketballer, wie hier in der U15-Bayernliga der Mädchen mit Stephanie Sachnovski (am Ball). Dass die TSV-Abteilung derzeit überhaupt funktioniert, hing offenbar am seidenen Faden.

Nach reichlich Chaos im Vorfeld der Saison schafft jetzt ein Kreis von Aktivisten veränderte Strukturen. Dabei gibt es keinen hauptamtlichen Trainer mehr

Vier Aktiven - und elf Jugendmannschaften haben die Basketballer des TSV Nördlingen in dieser Saison im Spielbetrieb, die Kooperations-Bundesligisten Giants und TH Wohnbau Angels nicht mitgerechnet. Eine stolze Zahl, die von den verantwortlichen Trainern und Funktionären eine gute Planung und Logistik erfordert, damit der Laden läuft. Im Moment tut er das, aber noch vor wenigen Wochen sah es überhaupt nicht danach aus.

Imre Szittya war fast 13 Jahre lang Übungsleiter beim TSV

Doch der Reihe nach. Seit rund 25 Jahren leisten sich die Nördlinger Korbjäger einen hauptamtlichen Trainer, der sich auch mehr oder weniger ausgeprägt in die Jugendarbeit einbringen soll. Der bekannteste dieser Übungsleiter war in den 1990er-Jahren Imre Szittya, fast 13 Jahre in Diensten des Vereins tätig und anschließend zum Landestrainer des Bayerischen Basketball-Verbandes aufgestiegen (wo er immer noch tätig ist). Sein Nachfolger Zoltan Nagy war nach seinem anfänglichen Einsatz für die Bundesliga-Damen und das Herrenteam der erste, der sich ausschließlich um die Nachwuchsarbeit kümmern sollte. Notwendigkeit in einer Zeit, wo ehrenamtliche Kräfte für zeitaufwendige Tätigkeiten kaum noch aufzutreiben waren.

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So gesehen erfinden sich die TSV-Basketballer in diesen Wochen und Monaten neu. Finn Höncher, im Jahr 2014 aus Göttingen gekommen, hatte zwar im Frühsommer einen weiteren Ein-Jahres-Vertrag (gültig bis zum 30. Juni 2016) beim TSV unterschrieben, bat aber wenig später aus gesundheitlichen Gründen um Vertragsauflösung. Höncher hatte sich nur um die männlichen Jugendteams zu kümmern, für die Mädchen tat das Agi Szittya, Ehefrau von Imre Szittya und ebenfalls mehr als zwei Jahrzehnte überaus engagiert im Einsatz, auf Honorarbasis. Szittyas Abschied war lange angekündigt, Hönchers Rückzug gänzlich überraschend. Weil gleichzeitig Abteilungsleiter Alban Faußner offenbar seinen Rücktritt ins Auge gefasst hatte und sich mit der Saisonplanung nicht mehr wirklich befassen wollte, herrschte wenige Wochen vor dem Ligastart Chaos in einer der Vorzeigeabteilungen des TSV 1861 Nördlingen.

Nur schnelles Handeln konnte die vor der Tür stehende Saison retten. In der Notlage fand sich ein Arbeitskreis unter der Leitung von Marga Riedelsheimer zusammen, der die Aufgaben verteilte und Übungsleiter auf Honorarbasis zusammen trommelte. „Es waren einige dabei, die früher selber aktiv waren und jetzt dem Verein etwas zurückgeben wollen“, lobt Riedelsheimer ihre Mitstreiter, darunter ihre früheren Teamkolleginnen Karin Klug und Heike Scherer, aber auch den früheren Schiedsrichter Peter Franz oder „Sebbi“ Moll, selber ein Jahr lang hauptamtlicher TSV-Trainer. Letzterer führte die wichtigen Gespräche mit den Übungsleitern.

Abteilung wird derzeit von einem Quartett geführt

TSV-Vorsitzender Helmut Beyschlag hat sich mittlerweile mit der kommissarisch tätigen Abteilungsführung getroffen und deren beherztes Eingreifen im Nachhinein legitimiert. „Alle Absprachen gelten für diese Saison, dann wird man sehen, wie es weitergeht“, sagt Beyschlag, der bekanntlich dem Basketball-Lager im Verein nahesteht. Die Abteilung wird derzeit vom bisherigen stellvertretenden Abteilungsleiter Tobias Ruf (Finanzen), Marga Riedelsheimer (Sportbetrieb), Roland Völkl (Organisation) und Peter Franz (Schiedsrichtereinteilung) geführt. Ruf oder Riedelsheimer werden als Nachfolger des mittlerweile auch offiziell zurückgetretenen Abteilungsleiters Alban Faußner gehandelt, allerdings wird eine Abteilungssitzung wohl erst im neuen Jahr stattfinden.

Der TSV-Vorsitzende Beyschlag ist dem neuen Arbeitskreis überaus dankbar, die Saison regelrecht gerettet zu haben, auf Faußner und Höncher ist er hingegen stinksauer: „Sie haben den Verein geradezu im Stich gelassen.“

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