Newsticker
Corona-Zahlen: 10.810 Neuinfektionen und 294 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Bauern protestieren bei AKK-Besuch in Nördlingen

Agrarpolitik

24.01.2020

Bauern protestieren bei AKK-Besuch in Nördlingen

Protestplakate hatten die Landwirte an ihren Traktoren angebracht, die sie in der Schrannenstraße abstellten. „Ist der Bauer tot, gibt es kein Brot“ stand auf einem zu lesen.
9 Bilder
Protestplakate hatten die Landwirte an ihren Traktoren angebracht, die sie in der Schrannenstraße abstellten. „Ist der Bauer tot, gibt es kein Brot“ stand auf einem zu lesen.
Foto: Richard Lechner

Landwirte aus Nordschwaben demonstrieren beim Besuch der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer in Nördlingen.

Schon eine ganze Weile hatten die Landwirte vor der Schranne in Nördlingen in der Kälte ausgeharrt. Dann endlich kam die Bundesvorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, zu ihnen – und hörte sich an, was der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Karlheinz Götz, ihr von der kleinen Bühne aus zu sagen hatte.

Er und seine Kollegen fühlten sich an eine Mauer aus Auflagen und Gesetzen gedrängt, machte der Birkhausener deutlich. Götz erinnerte die Verteidigungsministerin daran, dass es die Landwirte seien, die die Menschen in Deutschland und im Landkreis mit Nahrungsmittel versorgten: "Wir sind die Friedensstifter fürs Land." Kramp-Karrenbauer nahm daraufhin Stellung zur geplanten, neuen deutschen Düngemittelverordnung – verwies aber auf die Vorgaben der EU. An den Punkten, bei denen es eine Chance in Brüssel gebe, etwas zu verändern, arbeite man. Man werde konkrete Vorschläge machen, alle Wünsche könne man aber nicht umsetzen. Zudem brauche man ein besseres Messsystem, um herauszufinden, wer welche Belastung verursache. Das deutsche System sei nicht das beste. Für diesen letzten Satz gab es Applaus von den Landwirten.

Besucher beurteilen Auftritt nüchtern

Götz und der BBV-Obmann des Landkreises Dillingen, Klaus Beyrer, bedankten sich bei Kramp-Karrenbauer, die anschließend im Schrannensaal eine Rede hielt. Die Bauern bildeten am Brunnen eine Menschenkette – und beurteilten den Auftritt der Ministerin im Gespräch mit unserer Zeitung eher nüchtern.

Inhaltlich habe es schon gepasst, meinte etwa Jonas Kornmann aus Harburg, doch jetzt müsse man schauen, was daraus werde. Ihn ärgert nicht nur die geplante Düngemittelverordnung, sondern auch das Abkommen der EU mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur. Kornmann befürchtet, dass jetzt noch mehr billiges argentinisches Rindfleisch auf den deutschen Markt kommt. Die Landwirte müssten präsent sein und mit der Politik ins Gespräch kommen.

Klaus Müller aus Hohenaltheim kommt mit vielen Landwirten ins Gespräch, er berichtet: "Die Moral bei den Bauern ist am Boden." So mancher Hofbesitzer sage, er könne in der derzeitigen Situation nicht befürworten, dass ein Kind den Betrieb übernehme. Es sei nett gewesen, dass Kramp-Karrenbauer vorbeigeschaut und die Bauern gewürdigt habe, sagte Müller. Doch ob ihr Besuch am Ende etwas bewirke? Eindringlich waren auf jeden Fall die Sprüche auf den Protestplakaten, die die Landwirte an den in der Schrannenstraße geparkten Traktoren angebracht hatten. "Ist der Bauer tot, gibt es kein Brot", stand etwa auf einem zu lesen.

Mit deutlich weniger Teilnehmern demonstrierte auch die Deutsche Friedensgesellschaft.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren