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Donau-Ries

03.11.2016

Bei der Rettung dieser Schildkröte applaudieren 300 Menschen

Diese Schildkröte wurde vor 300 applaudierenden Zuschauern von der Feuerwehr gerettet und kommt nun im Nördlinger Tierheim unter.
Bild: Jan Kandzora

Im Nördlinger Tierheim kommt derzeit ein Reptil unter, das eine außergewöhnliche Rettungsaktion hinter sich hat. 300 Menschen jubelten dabei.

Einen Namen hat sie noch nicht, zumindest keinen, von dem man etwas weiß. Eigentlich erhalten alle Tiere einen Namen, die im Nördlinger Tierheim unterkommen. Aber die Schildkröte, die derzeit im ersten Stock des Neubaus lebt, ist erst seit Kurzem da. Da hatte noch keiner Zeit, sie „Archie“ oder „Schnappi“ oder sonstwie zu nennen. Und mit „Schnappi“ wäre es ohnehin schwierig, denn so werden schon oft Schnappschildkröten genannt, die es in die Nachrichten schaffen, weil sie besonders aggressiv sind.

Auch die namenlose Schildkröte hat es in mehrere Zeitungen geschafft, und das ganz ohne Schnappen: Die Rieser Nachrichten haben über sie berichtet, aber auch die Online-Auftritte von Süddeutsche, Bild und Focus. Und es dürfte kein Tier im gesamten Heim geben, das schon einmal derart viel Applaus erhalten hat. Bis zu 300 Leute sollen es gewesen am Sonntag, das ist eine ganz schöne Menge, nicht nur für eine Schildkröte. Wobei der Applaus nicht nur ihr galt, sondern vornehmlich ihren Rettern.

Die Feuerwehr rettete das Tier

Das Ganze kam so: In Dinkelsbühl ist gerade „Fischerntewoche“, seit Samstag schon, dazu wird in der Stadt in einigen Weihern das Wasser abgelassen, zum Beispiel in jenem am Rothenburger Tor. Am Sonntag gegen 14.45 Uhr stand gerade „Kleinlebenwesen in heimischen Gewässern“ auf dem Programm.

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Zu dem Zeitpunkt entdeckten Passanten in dem Weiher ein Lebewesen, das freilich eher untypisch ist für heimische Gewässer: eine Gelbwangenschildkröte, schlammverkrustet. Jemand rief die Polizei, die den Fall wiederum an die örtliche Feuerwehr delegierte. Diese rückte an und rettete das Tier.

Ansonsten, so berichtete es die Polizei später, hätte die Gefahr bestanden, dass die Schildkröte im Schlamm umkommen könnte. Da das verhindert werden konnte, „gab es großen Applaus“, wie sich Friedrich Hirsch erinnert, einer der Feuerwehrmänner, die dabei waren. Die Polizei spricht von etwa 300 Zuschauern, die applaudierten. Und das alles für eine Schildkröte.

Lange dürfte die Schildkröte nicht namenlos bleiben

Es komme schon mal vor, dass die Feuerwehr gerufen werde, um Tiere zu retten, berichtet Hirsch. Katzen, klar, aber es sei auch schon mal ein Schwan darunter gewesen. Eine wohl ausgesetzte Schildkröte allerdings noch nie. Bis jetzt. Was aus dem Tier nun konkret wird, ist noch unklar. Mitarbeiter des Nördlinger Tierheimes holten das Reptil noch am Sonntag ab. Möglich, dass sie jemanden finde, der das Tier nimmt, sagt Leiterin Manuela Kaußen. Möglich aber auch, dass es in die Auffangstation für Reptilien nach München komme.

So oder so: Einen Namen dürfte die Schildkröte bald erhalten.

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