16.12.2009

Biogasanlage explodiert

Eine Explosion in der Biogasanlage der Firma Schiele nahe Hamlar hat gestern einen Millionenschaden angerichtet. Bis nachmittags war ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz. Durch glückliche Umstände kamen die Mitarbeiter mit dem Schrecken davon.

Bäumenheim-Hamlar (wwi) - Eine Explosion in der Biogasanlage der Firma Schiele nahe Hamlar hat gestern einen Millionenschaden angerichtet. Bis nachmittags war ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz.

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Durch glückliche Umstände kamen die Mitarbeiter mit dem Schrecken davon. Die Bevölkerung sei nicht gefährdet gewesen, teilt Polizeisprecher Robert Göppel mit. Um 7 Uhr hatte es einen gewaltigen Knall gegeben, der kilometerweit zu hören war. In einem Gärbehälter hatte sich Methangas entzündet. Durch die Explosion wurde ein Betondeckel mit 20 Metern Durchmesser gelupft. Als dieser wieder auf dem Behälter aufschlug, wurde dieser vollständig zerstört. Auch die Halle, die den Fermenter umgibt, wurde schwer eschädigt. "Das ganze Gebäude ist kaputt", schildert Kreisbrandrat Bernhard Meyr.

Der sich anschließende Technik-raum geriet nach der Explosion in Brand. Den Feuerwehren gelang es, die Flammen rasch zu löschen, doch der Gärprozess lässt sich nicht einfach stoppen. Die Hamlarer Anlage, die zu den größten in der Region zählt, produziert laut Betreiber Erhard Schiele stündlich rund 1000 Kubikmeter Gas. Die Experten beschlossen, das Methangas in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Es dauert den Fachleuten zufolge etwa zwei Tage, bis der Gärprozess in dem Behälter beendet ist.

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In diesem werden Kartoffelschalen, Kleinteile von Zuckerrüben, Petersiliestängel sowie tierische Reststoffe verarbeitet. Damit niemand dem Unglücksort zu nahe kommt, wurde gestern ein Extra-Zaun um den Gärbehälter gezogen. Vorsorglich ordneten die zuständigen Stellen auch an, dass am nahen Flughafen Genderkingen der Betrieb eingestellt wird.

Der Einsatz der 100 Feuerwehrleute endete gegen 14.30 Uhr. Nach Angaben von Kreisbrandrat Meyr handelt es sich um das erste Unglück dieser Art im Donau-Ries-Kreis. Der verfügt bekanntlich über die höchste Biogasanlagendichte in Bayern. Das Ereignis habe gezeigt, dass diese Anlagen durchaus gefährlich sein können, stellte Meyr fest.

Die Kripo Dillingen will nun mithilfe eines Gutachters des Landeskriminalamts herausfinden, wie es zu der Explosion kam. Derzeit rätseln nach Angaben von Schiele auch Experten, wie das überhaupt passieren konnte: "Alle sind überrascht." Fest stehe, "dass irgendwo Gas war und ein Funke dazukam".

Dem Vernehmen nach gehen die Ermittler von einem technischen Defekt aus.

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