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Lesung in Nördlingen

12.11.2019

Biografisches Werk eines Nördlingers vorgestellt

Johannes Schrenk (links) und Friedrich Held hielten in der Buchhandlung Osiander eine Lesung.
Foto: Peter Urban

Friedrich Held liest in der neuen Nördlinger Buchhandlung.

Als Tina Greno die Gäste zur ersten Lesung in ihrer neuen alten Buchhandlung begrüßte, schwang einerseits etwas Wehmut mit, dass diese jetzt eben nicht mehr Greno heißt. Andererseits war ihr die Freude anzumerken, dann doch wieder einmal eine Lesung in dieser intimen Atmosphäre des  Ladens veranstalten zu können.

Held war Volksschullehrer und Heimatpfleger

Auf dem Programm stand ein Buch des ehemaligen Nördlingers Friedrich Held mit dem Titel: „Was habe ich euch getan?“ Held ist 1945 geboren und war nach Abitur und Studium ab 1970 Volksschullehrer in Wassertrüdingen. Während seiner beruflichen Tätigkeit war er auch Heimatpfleger und schrieb einige Theaterstücke mit lokalem Bezug. Im Schrenk-Verlag ist jetzt seine biografische Erzählung über das Leben einer Jüdin in Wassertrüdingen erschienen. Dabei hat er keinen verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Bezug zu der Protagonistin, sagte der Autor in seiner Vorstellung. Er habe auf dem Friedhof lediglich einen Grabstein mit einem Gedicht eben dieser Jüdin namens Elsa Lehmeier-Richter als Loblied auf ihren Mann entdeckt.

Das brachte ihn auf die Idee zu seiner Erzählung: „Es ist eine fiktive Geschichte, in der Fakten aber stimmen“, sagt er. Er habe viel recherchiert, die zwei Söhne des Ehepaars aufgetan und so „über Ecken“ einige Details über das Leben von Elsa Lehmeier-Richter erfahren. Sie verbrachte eine behütete Kindheit in einer „eingespielten Gesellschaft“ von Christen und Juden, sagt Held.

Sie heiratet den Christen Fritz Richter und ihre glückliche Ehe überstand alle Widrigkeiten des Ersten und Zweiten Weltkriegs, berichtete Held. In seiner Erzählung schildert er die Kriege und die große Not davor und danach, den aufkommenden Hass gegen die Juden, die Einschränkung ihrer Rechte, die Angst in den Bombennächten des Krieges, den Schmerz über die Auswanderung der beiden Söhne. Der Autor schildert die Intelligenz und Lebenstüchtigkeit von Lehmeier-Richters Mann, der unerschütterlich zu ihr hielt und ihr so „über die tödlichen Gefahren der Zeit“ hinweg half.

Die musikalische Umrahmung übernahmen an diesem Abend Ernst Mayer und Werner Eisenschink.

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