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Nördlingen

31.01.2021

Brand in Asylunterkunft: Kleines Feuer, große Wirkung

In der Asylunterkunft in Nördlingen hat es am Sonntagfrüh gebrannt.
Foto: Dieter Mack

Plus Ein Feuer beraubt Asylsuchende vorerst ihrer Unterkunft. Dabei war der Brand schnell gelöscht. Wie es im Notquartier in der Schillerhalle nun weitergeht.

Um das Feuer zu löschen, wurde die Feuerwehr gar nicht mehr benötigt. Gegen 5 Uhr am Sonntagmorgen war sie ausgerückt, um einem Sofabrand Herr zu werden. Doch das hatten die Bewohner der Asylunterkunft in der Nürnberger Straße, in der es gebrannt hatte, schon selbst erledigt, sagt Stadtbrandinspektor Marco Kurz. Was für die Einsatzkräfte noch übrig blieb, waren Nachlöscharbeiten. Ein kleiner Einsatz in aller Frühe also, könnte man meinen. Doch der kleine Brand hat für mehrere Dutzend Menschen weit größere Folgen.

Denn das Sofa, das gebrannt hat, stand direkt unter der Brandmeldeanlage der Unterkunft. Sie wurde beschädigt. Und das heißt: In der Unterkunft ist es nicht mehr sicher. Sie musste evakuiert werden. Mindestens 45 Menschen, die dort leben, sind vorerst herausgerissen aus ihrer vertrauten Umgebung. Am Sonntag wurden sie in die Schillerhalle gebracht, wo das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz sie versorgten, Mittagessen lieferte das Stiftungskrankenhaus.

Brand in Asylunterkunft: Ursache ist noch unklar

Was den Brand verursacht hat, ist bislang noch unklar. Die Polizei gehe nicht von einem technischen Defekt aus, sagt Oberbürgermeister David Wittner. Die Kriminalpolizei ermittelt. Einer Pressemitteilung der Polizei vom Sonntagnachmittag zufolge könne ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden. Nach aktuellem Stand werde „am ehesten von einem Brandausbruch, verursacht durch mutmaßlich achtloses Rauchen, ausgegangen“. Entsprechende Spuren seien gesichert worden, die Ermittlungen hierzu sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Wie Wittner sagt, seien noch mehr als die 45 Personen, die nach der Evakuierung in der Schillerhalle untergebracht wurden, in der Unterkunft gemeldet. Es seien jedoch nicht alle dort gemeldeten Personen dort aufzufinden gewesen. Die Schillerhalle dient derweil als Notquartier.

Die Asylsuchenden und Hilfskräfte am Sonntag im Notquartier in der Turnhalle. Nach einem Brand haben die Bewohner der Unterkunft hier übernachtet.
Foto: Dieter Mack

Asylsuchende sind vorerst auf Schulgelände in Nördlingen untergebracht

Verletzt wurde bei dem Brand niemand, berichten die Einsatzkräfte übereinstimmend. Sollte die Brandmeldeanlage nicht bald repariert werden können, sei vorerst vorgesehen, die in der Unterkunft gemeldeten Personen auf umliegende Unterkünfte zu verteilen, sagt Wittner. Vorerst seien in der Turnhalle aber verschiedene Bereiche abgetrennt worden, in denen die Bewohner der Unterkunft mit ihren Familien übernachteten.

Zwei Bewohner klagten über grippeähnliche Symptome, bei ihnen wurde ein Corona-Test durchgeführt. Eine junge Mutter sei zudem mit ihrem Kind ins Krankenhaus gebracht worden, berichtet Oberbürgermeister Wittner. Sie habe erst vor wenigen Tagen entbunden. Das Schulgelände, auf dem die Turnhalle steht, ist trotz pandemiebedingter Schulschließung für die Notbetreuung am Montag geöffnet.

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