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Harburg-Brünsee

02.09.2017

Brünsee gibt ihr Inspiration

Hat sich als Künstlerin dem Bronzeguss verschrieben: Ines Mösle aus Brünsee.
Bild: Helmut Bissinger

Die Künstlerin Ines Mösle zieht in den Harburger Stadtteil und verschreibt sich ganz dem Bronzeguss. Ihre Ideen holt sie sich auf vielfältige Art und Weise.

Der Blick aus dem lichtdurchfluteten Wohnzimmer geht auf die Wörnitz. Der Blick aus dem Atelier auf eine hügelige Landschaft. Das neue Zuhause allein gibt Ines Mösle Inspiration für ihre Werke. Sie liebt das Leben auf dem Land und ist begeistert davon, wie sie im Harburger Stadtteil Brünsee von den Menschen aufgenommen wurde. Seit zwei Jahren lebt die Künstlerin nun im Donau-Ries.

Die Kunst hat sie schon immer begeistert. Als Kind hatte sie erste Erfolge in der Schule. An der Fachoberschule wählte sie den Gestaltungszweig und wollte eigentlich weiter machen. Nur, dass ihre Eltern damals der Meinung waren, dass man mit Kunst nichts verdienen könne.

Deshalb habe sie dann „Giftmischen und Pillendrehen“ gelernt, also Pharmazeutische Technische Angestellte. Die Kunst wollte ihr aber nicht mehr aus dem Kopf gehen. Nach der Geburt des Sohnes war sie dann viel zuhause und begann wieder zu zeichnen.

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„Es hat sehr viel Spaß gemacht, zu malen und zu zeichnen. Das mache ich auch nach wie vor“, sagt sie. Aber sie habe etwas Besonderes machen wollen. Ein Steinbildhauer aus dem Freundeskreis habe ihr dann die Grundkenntnisse für die Arbeit mit Stein beigebracht. Ihre erste Skulptur „Das Steinpferd“ fand viele Bewunderer – und brachte ihr einen Publikumspreis in Gersthofen ein.

Ines Mösle: Ihr Werkstoff ist der Bronzeguss

Schließlich entdeckte Ines Mösle den Werkstoff, der sie bis heute beschäftigt: den Bronzeguss. „Es ist ein Werkstoff, der mich herausfordert.“ In Umbrien habe sie mit einer Gruppe einen Ofen gebaut, Wachsformen erstellt und damit experimentiert. Sie lernte in Italien, wie man Kleinplastiken nach Art der Etrusker erstellen kann. „Das allerbeste Projekt in dieser Serie war „Der Schieber“. Damit haben wir einen Förderpreis gewonnen.“ Die Bronze hatte sich gesammelt, ist unter die Rinde geflossen und habe dadurch eine ganz eigene Struktur gewonnen. Mösle: „Die Figur neben dem Stamm versucht mit ihrer ganzen Kraft, die Bronze zurückzuschieben. Die Bronze und das Holz zeigen das Spannungsverhältnis zwischen einem weichen Material und einem relativ harten Material.“

Dass ihre Kunst zeitaufwendig und teuer ist, hat Ines Mösle schnell erfahren. Das Material, um die Gussformen herzustellen, kostet viel. Bronze selbst ist ein Metallmix, der auf dem Markt sehr hoch gehandelt wird. „Hinzu kommt die Arbeitszeit“, rechnet die Künstlerin vor. Zwar ginge das Gießen selbst sehr schnell, innerhalb weniger Sekunden, doch die Vorarbeiten verschlingen Zeit. Auch die Nachbearbeitung sei aufwendig: Nach dem Gießen müsse alles gesäubert werden, Blasen oder Vertiefungen ausgeschliffen oder verschweißt werden.

Sie will, dass die Betrachter sich „eigene Gedanken machen“

Ihre Ideen holt sie sich auf vielfältige Weise. Da ist zum Beispiel der Song von Pink Floyd „Another Brick in The Wall“, da gehe es um die Auslöschung der Individualität. Die Geschichte handle von britischen Schulen, an denen alle Uniformen tragen und gleich erzogen werden. „Mein Werk soll das Entgegengesetzte zeigen“, erklärt Mösle. Hier werde das Recht auf Individualität im polierten Stein zum Ausdruck gebracht.

Sie wolle, so die Künstlerin, dass die Betrachter sich „eigene Gedanken machen“. Man könne sich in jedem Objekt eine Geschichte suchen. Sie beobachtet, wie ihre Mitmenschen beispielsweise bei Ausstellungen ihre Werke betrachten. In Neusäß, ihrem früheren Wohnort, hat sie bereits mehrfach ausgestellt. Zwar hänge an den ersten Werken schon sehr viel Herzblut, doch bei entsprechender Nachfrage werde sie diese auch abgeben. Ines Mösles Herzenswunsch: „Auch einmal in der neuen Heimat meine Werke zeigen zu dürfen.“

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