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Bürger werden Entscheidungen beobachten

Bürger werden Entscheidungen beobachten
Kommentar Von Martina Bachmann
13.12.2019

Es ist richtig, das mittelalterliche Erbe der Stadt zu bewahren, meint Martina Bachmann.

Der Nördlinger Stadtrat hat am Donnerstagabend eine neue Altstadtsatzung verabschiedet. Die bestimmt, wie Bauwerke in der Innenstadt auszusehen haben. Bevor das Gremium einstimmig für den vorliegenden Vorschlag votierte, hatten die Sprecher der Fraktionen Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Und gleich drei – Jörg Schwarzer (CSU), Thomas Mittring (Stadtteilliste) und Helmut Beyschlag (PWG) – waren sich in einem einig: Die Stadt selbst müsse in Sachen Altstadtsatzung Vorbild sein.

Man muss vermuten, dass diese Erkenntnis erst in jüngerer Vergangenheit gereift ist. Anders lässt sich nicht erklären, warum der Stadtrat 2017 beschlossen hat, einen Quader mit Flachdach an die Grundschule Mitte anzubauen. Es brauchte erst einen Aufschrei in der Bevölkerung und einen Besuch des Landesdenkmalrates, bevor der Rat umdachte. Die letzte Kostenberechnung des Satteldach-Anbaus lag bei mehr als sechs Millionen Euro – man muss wohl davon ausgehen, dass diese Summe am Ende nicht ausreichen wird. Und so geht es der Stadt nun, wie vielen anderen Bauherren innerhalb der Mauern: Wenn die historische Substanz erhalten werden soll, kostet das eben mehr Geld, als wenn man einen funktionalen, modernen, sparsamen Quader hinstellt.

Es ist richtig, das mittelalterliche Erbe der Stadt Nördlingen zu bewahren. Doch mit Maß und Ziel. Dass die Altstadtsatzung überarbeitet wurde, war wichtig. Und die Stadträte werden sich darauf verlassen können, dass die Bürger genau darauf achten, ob sie die von ihnen selbst aufgestellten Regeln einhalten.

Lesen Sie auch: Was sich an der Altstadtsatzung in Nördlingen ändert

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