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Bürgermeister fest anstellen

Bürgermeister fest anstellen
Kommentar Von Anja Ringel
11.01.2019

Ehrenamtliche Bürgermeister sind in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß. Sie haben immer mehr Aufgaben und sollten dementsprechend entlohnt werden.

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind lobenswert und wichtig für die Gesellschaft. Aber: Im Bürgermeisteramt sind sie in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß. Die Gemeinden wachsen und auch kleinere Orte müssen immer mehr Verwaltungsaufgaben übernehmen und bewältigen. Dazu kommen noch die vielen Termine, um die Gemeinde zu repräsentieren.

Im Ehrenamt ist das für einen Bürgermeister kaum zu bewältigen, wenn er zusätzlich berufstätig ist. Schon im Hauptamt arbeiten viele mehr als 40 Stunden in der Woche. Ein Rathauschef sollte tagsüber außerdem für seine Bürger als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Doch wie soll das gehen, wenn er noch arbeitet? Schließlich kann nicht erwarten werden, dass ein ehrenamtlicher Amtschef seine Urlaubstage für Gemeindetermine nutzt.

Für viele Orte wird es außerdem immer schwieriger werden, junge Menschen zu finden, die quasi nebenbei die Aufgaben eines Rathauschefs meistern. Kaum jemand wird seinen Job kündigen, um ehrenamtlich Bürgermeister zu werden. Die Karrierechancen im eigentlichen Beruf dürften bei möglichen Bürgermeistern außerdem eine Rolle bei der Entscheidung spielen: Wer auf Teilzeit reduziert, um ehrenamtlich Rathauschef zu sein, wird nach seiner Amtszeit kaum große Aufstiegschancen im Unternehmen haben.

Ein hauptamtlicher Bürgermeister kostet mehr Geld, das stimmt. Ein Gemeinderat sollte seinem Bürgermeister jedoch nicht nur ausreichend Zeit zum Arbeiten geben, sondern ihn auch dementsprechend entlohnen. Zusätzlich könnte er hauptamtlich viel mehr leisten und wie Reimlingens Bürgermeister Jürgen Leberle sagt: Er könnte nicht mehr nur verwalten, sondern auch gestalten. Und genau darauf kommt es an, damit kleinere Orte weiterhin für Familien mit Kindern attraktiv bleiben.

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