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Fremdingen

21.05.2020

Chef des Fremdinger Blasius-Festivals: „Es tut weh, dass wir verzichten müssen“

Blasius 2020: Es wird wohl nichts mit Feiern, Blasmusik vom Feinsten und Anstoßen wie auf dem Fest 2019.
Bild: Peter Urban

Plus Keine Chance auf ein Blasius 2020 in Fremdingen. Warum das Fest laut Veranstalter noch nicht abgesagt werden kann.

„Es tut schon weh“, sagt Benjamin Seefried vom Musikverein Fremdingen im Gespräch mit den Rieser Nachrichten, „dass wir dieses Jahr auf das Blasius-Festival verzichten müssen. Aber es wird kein Weg daran vorbeiführen, das Festival abzusagen.“ Obwohl es, wie er sagt, bisher immer noch keine Rechtssicherheit vonseiten der Behörden für eine solche Absage gibt. „Der Bayerische Kultusminister Sibler sagt zwar ganz klar, dass es mindestens bis zum 31. August kein Fest in unserer Größenordnung wird geben können, aber etwas Schriftliches haben wir immer noch nicht.“

Mitte Juli sollte das Blasius-Festival stattfinden

Die Situation für ihn und seine Vereinskollegen sei „zum Davonlaufen“, aber wenn man es realistisch sehe, sei Blasius 2020 – ursprünglich geplant vom 17. bis 19. Juli – in der jetzigen Situation auch gar nicht verantwortbar. Nicht nur die Veranstalter, auch die Besucher hätten wohl ein komisches Gefühl und die ganze Atmosphäre, die das Festival ausmacht, wäre dahin. „Es würde schon an ganz kleinen Dingen scheitern,“ meint Seefried, „wie zum Beispiel Vorgaben für das Gläserspülen. Die geforderten Temperaturen von 75 Grad bekommen wir da draußen niemals hin.“ Inzwischen wäre man im Verein schon froh, wenn man für das alljährliche Abschlusskonzert in der Fremdinger Turnhalle konkret planen könnte. Doch seit dem Lockdown liegt das komplette Vereinsleben brach, es gibt keine Treffen, keinen Probenbetrieb, das Vereinsheim ist und bleibt gesperrt.

Immerhin kann seit 11. Mai wieder Einzelunterricht für die ca. 120 Schülerinnen und Schüler gegeben werden. „Das ist wichtig für die Motivation, wir können so den Nachwuchs bei der Stange halten,“ hofft Benjamin Seefried. Dabei hat man sich so sehr auf Blasius 2020 gefreut, das Team war eingespielt, die Abläufe gelernt und das schöne Wetter 2019 hatte ein Übriges getan. Doch das alles hilft nichts, alle im Verein müssen jetzt kreativ sein und neue Wege beschreiten, denn Corona werde wohl Teil der zukünftigen Normalität sein.

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Blasius-Organisator: Musiker trifft die Krise besonders

Man denkt unter anderem über gemeinsame Proben bei gutem Wetter im Freien nach, wo die Abstandsregeln eingehalten werden können. Und man denkt im Verein vor allem auch an jene, die es in dieser Zeit am härtesten trifft: Künstler, Schausteller, Aussteller und Techniker. „Wenn es die Absage-Verordnung gibt, sind wir als Veranstalter aus dem Gröbsten raus, aber die Künstler und alle anderen Dienstleister in diesem Bereich haben nichts mehr. Seit Monaten schon. Das ist echt traurig. Und da liegen Anspruch und Wirklichkeit in unserem von der Politik so gelobten Kulturland Bayern weit auseinander,“ bedauert Benjamin Seefried. So bleibt dem Verein die Hoffnung darauf, dass wenigstens Blasius 2021 funktionieren möge, denn für das 150-jährige Bestehen des Musikvereins Fremdingen ist die Zusammenlegung mit dem Bezirksmusikfest geplant. „Das wird noch einmal eine Nummer größer. Wir sind gespannt, wie sich die Perspektiven bis dahin entwickeln. Sicher können wir uns auch da nicht sein,“ sagt Benjamin Seefried.

Doch er weiß um die Kraft, den Zusammenhalt und die Liebe zur Musik im Verein, das lässt die Unannehmlichkeiten der momentanen Situation leichter ertragen. „Es hilft ja nix, andere trifft es deutlich schlimmer, man muss da nur an die Gastwirte denken. Wir müssen nicht davon leben, obwohl der Verein, die Musik ein Teil unseres Lebens ist.“

Das Blasius-Festival 2019 in Bildern:

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47 Bilder
Blasius: Das andere Festival
Bild: Werner Rensing
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