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Gastspiel

12.12.2018

Chormusik der Extraklasse

Der Männerchor „Sonat Vox“ brillierte in der Nördlinger Sankt Georgskirche zusammen mit dem Blechbläserensemble „Motley Brass“.
Bild: Rolf Clavery

Der Männerchor „Sonat Vox“ brillierte in Sankt Georg mit dem Blechbläserensemble „Motley Brass“

Bereits drei Jahre nach seiner Gründung spielt „Sonat Vox“ ganz oben mit. Dies beweist der diesjährige erste Platz beim deutschen Chorwettbewerb. In der Kategorie Männerchor 2017 war das Ensemble zum Sieger beim bayerischen Chorwettbewerb gekürt worden. Zusammen mit dem Blechbläserquintett „Motley Brass“, allesamt Profimusiker aus renommierten deutschen Orchestern, gestaltete „Sonat Vox“ in Nördlingen einen Konzertabend, der unter die Haut ging.

Sie kennen sich, wissen genau um ihre stimmlichen Möglichkeiten, und sie schwimmen auf der gleichen musikalischen Wellenlänge. Diese Vertrautheit fällt sofort auf, wenn man das a-cappella-Ensemble „Sonat Vox“ live erlebt. Kein Wunder – die jungen Sänger haben alle ihre Wurzeln im Windsbacher Knabenchor und waren zum großen Teil bereits seit der fünften Schulklasse gemeinsam auf Tourneereisen unterwegs. Unter dem Dirigat ihres ehemaligen Mitschülers Justus Merkel, gerade einmal 22 Jahre alt, zeigte der Chor in St. Georg seine Extraklasse, „Motley Brass“ präsentierte sich als kongenialer Partner.

Merkel, der in Dresden mittlerweile Chordirigat an der Hochschule für Musik studiert, führte sein Ensemble hoch konzentriert und souverän durch das adventliche Programm, formte den Klang bis ins kleinste Detail. Bekannte Choräle in Arrangements für Chor und das Brass-Quintett wie „Herbei, o ihr Gläubigen“ wechselten sich ab mit zeitgenössischen Kompositionen, etwa dem „Lux Aurumque“ von Eric Whitacre (*1970) oder a-cappella-Bearbeitungen von volkstümlichen Liedern wie „Still, still, still“ von Friedemann Winklhofer (*1951). Das Sänger-Ensemble bestach durch Homogenität, Klarheit und vor allem Klangvielfalt. Dazu trägt auch die außergewöhnliche Besetzung bei: Neben den im Männerchor üblichen Tenor- und Bassstimmen bedienten zwei Sänger mit Altus-Stimmen die hohen Lagen. So kann das Ensemble auch Literatur für gemischte Chöre singen, was Repertoire und Hörgenuss noch einmal wesentlich erweitert. Dazu setzte Motley-Brass mit der virtuos umgesetzten Bläseradaption des Orgelchorals „Der Tag, der ist so freudenreich“ von Johann Sebastian Bach und weiteren eingestreuten Stücken eigene Akzente.

Einer der Konzerthöhepunkte bildete das „Heilig“ aus Franz Schuberts „Deutscher Messe“. Das vielgesungene, oft bemühte Stück geriet zum Aha-Erlebnis: Wie sehr kann einen der scheinbar schlichteste Chorsatz gefangen nehmen, wenn er im pianissimo zart und filigran, fast dahingehaucht, dann wieder kraftvoll, entschlossen und mächtig und – wie alles andere an diesem Abend – makellos in der Intonation vorgetragen wird. So begeisterten die ehemaligen Windsbacher mit fantastischer Klangtiefe und brillanten Einzelstimmen. In jeder Note war die gemeinsame Leidenschaft zur Musik zu spüren. Die Besucher der voll besetzten Georgskirche dankten dies mit lang anhaltendem, stehendem Applaus.

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