1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Container-Streit in Belzheim nimmt kein Ende

Belzheim

20.08.2019

Container-Streit in Belzheim nimmt kein Ende

Die Container in Belzheim sind nun vorübergehend am Sportplatz beim Gemeindezentrum aufgebaut worden.
Bild: Verena Mörzl

In Belzheim gibt es eine neue Lösung für den Standort: Am Gemeindehaus, das an Sport- und Spielplatz angrenzt. Eltern befürchten, dass Kinder sich verletzen könnten

Glas entsorgen ist in den meisten Fällen eine schnelle Angelegenheit. Man klaubt das leere Marmeladenglas aus dem Altglas-Korb und wirft es in den Container. Fertig. In Belzheim war das früher auch einmal so einfach. Heute ist es mit einem Satz lange nicht mehr getan. Die Sache mit den Glascontainern ist zur Posse geworden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Seit 2017 schwelt der Streit über den wohl besten Platz für die Glascontainer. Die Gemüter sind so erhitzt, dass sogar der Bürgermeister die letzte Diskussion nicht einmal mehr öffentlich gemacht hat. In einer der zurückliegenden Sitzungen wurde nichtöffentlich beschlossen, dass der neue Standort beim Gemeindezentrum sein soll, „bis ein geeigneter Standort gefunden wird“, sagt Bürgermeister Erhard Michel am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Container störten bei den Bauarbeiten

Früher war der Platz für Glas-, Dosen- und Altkleidercontainer im Süden des Dorfes. Dann begann auf dem angrenzenden Grundstück ein Belzheimer mit dem Hausbau. Weil die Container bei den Bauarbeiten störten, stellte die Gemeinde sie vorübergehend an einen anderen Platz. Das Haus war fertig, die Container sollten zurück. Der Hauseigentümer wollte das aber nicht und stellte einen Antrag. Der Gemeinderat lehnte diesen ab. Im April 2019 wurde der Antrag dann erneut im Ehinger Gemeinderat behandelt. Der Anwohner schilderte Geruchs- und Müllbelästigungen vor seinem Haus, belegte das zum Teil mit Fotos. Bürgermeister Michel wurde damit beauftragt, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde vier alternative Standorte auszusuchen. Das Gremium kam außerdem überein, dass der Kleidercontainer abgebaut werden könne, da Vereine immer wieder im Gemeindegebiet sammeln würden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ein ewiges Hin und Her, das im Mai sogar zu einem ausgereiften Maischerz hergenommen wurde. Im gesamten Dorfgebiet wurden elf Holz-Containerattrappen aufgestellt. Die örtliche Jugend startete auf eigene Faust eine Umfrage zur Standortdebatte. Von den Attrappen stehen auch heute noch einige, unter anderem beim aktuellen Standort am Gemeindehaus. „Scherben bringen Glück“ steht darauf. Doch Familie Klopfer ist das Lachen inzwischen vergangen.

Susanne und Markus Klopfer wollen eine Abtrennung um die Container

Der Altglascontainer führe dazu, dass am Sportplatz Scherben liegen. Dort, wo gerade jetzt im Sommer Kinder und Jugendliche viel Zeit verbringen, herumtoben, manchmal eben auch barfuß. In einem Antrag haben Susanne und Markus Klopfer gefordert, zumindest eine Abtrennung um die Container zu errichten, damit der Ball nicht dorthin rolle. Jetzt steht an zwei von vier Seiten ein Bauzaun, der aber niemand daran hindert, einen großen Bogen darum zu machen. „Mir geht es um die Sicherheit der Kinder“, sagt Susanne Klopfer. Die dreifache Mutter wundert sich, warum der Gemeinderat in der Entscheidung seine Meinung geändert habe. Immerhin sei der Platz am alten Standort speziell für die Container gepflastert worden.

Jetzt diene er als Parkplatz für das Gemeindezentrum. Familie Klopfer und andere Belzheimer befürchten, dass die vorübergehende Lösung nun für immer so bleiben werde. Und nicht nur das. Für sie unerklärlich ist auch das Rattengift, das hinter dem Braunglas-Container in einer Box unter Dachplatten liegt. Für neugierige Kinder wohl kaum gut versteckt, meinen sie.

Bürgermeister Erhard Michel sagte auf RN-Nachfrage, dass die Box eigentlich mit einem Draht gut verschlossen sein sollte. Er sagt auch, dass den Kindern erklärt werden solle, dass sie sich von den Containern fernhalten sollen. Sie dürfen ja auch nicht in Privatgrundstücke gehen, die leicht zugänglich seien, meint er. Andere Plätze seien aus „vielerlei Gründen“ derzeit nicht möglich. Unter anderem wegen noch größerer Konflikte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren