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Oettingen

07.12.2020

Covid-19-Patienten erstmals auch im Oettinger Krankenhaus behandelt

Bislang versuchte das gKU, die Betten im Oettinger Krankenhaus nicht mit Corona-Patienten zu belegen. Das ist nun nicht mehr möglich.
Bild: Peter Tippl

Exklusiv Bislang waren im Nordries keine Corona-Patienten untergebracht. Das geht nicht mehr. Corona-Ausbruchsgeschehen gibt es in allen drei Kliniken im Landkreis.

Die Lage in den Donau-Ries-Kliniken ist weiterhin ernst. Vorstandsvorsitzender Jürgen Busse spricht von einem überaus großen Druck auf die drei Häuser in Donauwörth, Nördlingen und Oettingen. Nicht nur wegen der nach wie vor hohen Zahl an Corona-Patienten. Ein weiterer Schwerpunkt kam in den zurückliegenden Tagen erschwerend hinzu.

In die Krankenhäuser sind jede Menge Unfallopfer nach den frostigen Temperaturen eingeliefert worden. Stand Dienstag liegen in den drei Krankenhäusern des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) 43 Patienten, sieben davon auf der Intensivstation, sechs müssen beatmet werden. Im Oettinger Krankenhaus wurde noch bis vor wenigen Tagen versucht, Betten freizuhalten und nicht mit Covid-19-Patienten zu belegen. Dies sei jedoch nicht mehr möglich, sagt Busse.

Durch die nach wie vor hohen Infektionszahlen und einem Inzidenzwert von 126,3 (Stand, Montag, 7. Dezember) würden immer noch viele schwerere Verläufe behandelt. In allen drei Einrichtungen habe es inzwischen quer durch alle Berufsgruppen Coronaerkrankungen gegeben. Auch derzeit sei die Lage angespannt, neben positiv getesteten Mitarbeitern seien viele in Quarantäne. Ein größeres Ausbruchsgeschehen gebe es in Oettingen, wo deshalb derzeit auch ein Besuchsverbot gelte, so Busse.

Jürgen Busse zur Lage in den Donau-Ries-Kliniken: "Wir sind absolut handlungsfähig."

Seit ein paar Tagen werden außerdem keine Patienten mehr aus Nachbarkrankenhäuser wie dem Uni-Klinikum in Augsburg angenommen. Busse beruhigt aber: „Wir sind absolut handlungsfähig.“ Hilfe anderer Kliniken müsse nicht angefordert werden.

Der Krankenhausbetrieb läuft also in jeglicher Hinsicht – noch. Allerdings könne man nie wissen, wie sich das Geschehen entwickle und was in einer Woche los sei. Busse richtet sich einmal mehr an die Bevölkerung: „Es ist jetzt absolut wichtig, die Kontakte zu beschränken und den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das hat uns in den Krankenhäusern extrem geholfen.“ Das Personal esse inzwischen allein zu Mittag, es gebe keine gemeinsamen Pausen mehr, um das „Übertragungsrisiko zu minimieren“, sagt Busse. Es sei heftig, sobald eine Krankenschwester ausfalle. Außerdem werden ausschließlich FFP2-Masken getragen. Auch wenn die Motivation der Mitarbeiter phänomenal sei, wie Busse es bezeichnet, die Belastung sei immens. „Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.“

Am Mittwoch tritt die zehnte Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Kraft. Welche Auswirkungen die Maßnahmen auf Krankenhäuser haben, ist bislang noch nicht thematisiert worden. Busse geht jedenfalls davon aus, dass die Verordnung in den Krankenhäusern die Belastung von den Mitarbeitern nicht nehmen werde.

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