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Nördlingen

03.07.2020

Crowdfunding soll Nördlinger Bar Alexanderplatz retten

In seinem Garten bietet Alexander Russe „tiergestütztes Entspannen“ als Teil einer Crowdfunding-Aktion an.
Bild: Ronald Hummel

Plus Ende Juli wird die Aktion abgeschlossen sein. Betreiber Alexander Russe ist zuversichtlich, dass genug Geld für zwei Monatsmieten zusammenkommt.

Unsere regionalen Wirte erweisen sich, wie schon mehrfach berichtet, als sehr findig, um die Corona-Krise zu überstehen. Alexander Russe mit seiner Bar „Alexanderplatz“ am Nördlinger Weinmarkt nutzt dazu mit einer Reihe origineller Ideen das Internet-Portal „startnext“ für Crowdfunding, sprich Finanzierung durch viele einzelne Beteiligte.

Darauf gestoßen war er über den Kanal „supportyourlocalbar“, wo Stammgäste während der Schließung aller Gaststätten Trinkgeld einzahlten, das ihre Wirte trotz ausgefallener Arbeit erhielten. Das Crowdfunding auf „startnext“ funktioniert folgendermaßen: Man überweist Geld auf die Bankplattform des Anbieters und erhält dafür etwas im Gegenzug. Alexander Russe bietet unter anderem „tiergestütztes Entspannen“ im großen Garten zu Hause beim Wirt. Unterstützer haben den Garten eine halbe Stunde lang allein für sich, fernab aller Hektik, nur in Gesellschaft von Hühnern, Hasen, Karpfen und einem Hund, der sich streicheln lässt. Oder einen von einer Ernährungsberaterin moderierten Kurs über Aromenpaare, Gitarrenunterricht von einem musikbegeisterten Stammgast, sowie Training mit dem Rugbyclub „Meteors“. Gebucht werden kann auch ein Online-Cocktailkurs, den Russe in normalen Zeiten bei der Volkshochschule abhält. Für ihn persönlich sei der Höhepunkt ein Fotoshooting des Spenders durch eine Profi-Fotografin mit seiner Bar als Kulisse. Sogar die Weißbierbrauerei Gutmann kooperiert und unterstützt ihre Kunden mit einem Kontingent kostenlosen Biers, so auch den Alexanderplatz. Ende Juli ist die Crowdfunding-Aktion abgeschlossen und die angesammelten Gelder werden ausbezahlt. Alexander Russe hofft, es kommt genug zusammen, damit er unter anderem die zwei Monatsmieten bezahlen kann, die ihm sein Verpächter in der Zeit der Schließung bis zum Herbst stundete – da das Geschäft des Verpächters selbst massiv unter der Krise litt, war dieser auf die Mieteinnahmen angewiesen. Russe ist zuversichtlich, dass es klappt, denn schon in den gut zwei Wochen, seit denen die Aktion läuft, ist fast die Hälfte der benötigten Summe zusammengekommen.

Viele Aktionen während der Corona-bedingten Schließung

Er behalf sich aber darüber hinaus auch noch mit unkonventionellen Methoden, um seine Bar, die er im September 2017 eröffnet hatte, über Wasser zu halten: Er bietet seinen Gästen Snacks oder kleine Gerichte wie Panini, Rahmflecken oder Currywurst an. Am beliebtesten seien seine Burger, die er während der Schließung zum Mitnehmen verkaufte. Cocktails bot er ebenfalls für unterwegs an. Bierverkostungen hielt er über Skype ab; die zuvor ausgesuchten Test-Biere bekamen die Gäste ebenso wie Bestellungen von Flaschen aus Lagerbeständen zugeschickt oder sie konnten sie abholen (die Kartons spendete der Nördlinger Klebeband-Hersteller Gerlinger).

Mit dem Kneipenquiz unterhielt Alexander Russe die Gäste ebenfalls während der Schließung, aber eben über Facebook. „Ohne meine Stammgäste und weitere Anhänger der Alexanderplatz-Gemeinschaft wäre diese Kampagne nicht möglich gewesen“, freut sich Alexander Russe. „Wird das Ziel erreicht und gibt es außerdem weitere Lockerungen der Beschränkungen, ist ein Fortbestand der Bar über den Sommer gewährleistet.“

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