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Hintergrund

06.11.2019

Darum geht es bei der B25-Debatte

Die B25 soll zwischen Möttingen und Nördlingen dreispurig ausgebaut werden. Heute Abend befassen sich der Nördlinger Stadtrat und der Reimlinger Gemeinderat mit dem Bauabschnitt zwei, der nach der Kreuzung Balgheim/Grosselfingen beginnt und in Richtung Nördlingen verläuft.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Die Bundesstraße soll zwischen Nördlingen und Möttingen dreistreifig ausgebaut werden. Was bisher entschieden wurde und was noch offen ist.

Wer von Nördlingen nach Donauwörth oder Augsburg fährt, der nutzt in der Regel die B25. Die Bundesstraße ist viel befahren, an der Abzweigung in Richtung Reimlingen und der Kreuzung Grosselfingen/Balgheim haben sich in der Vergangenheit immer wieder Unfälle ereignet. Schon lange wird über den Ausbau der Straße diskutiert, seit einiger Zeit wird er auch geplant. Wie im Bereich zwischen Harburg und Donauwörth soll die Straße zwischen Nördlingen und Möttingen künftig abschnittsweise dreistreifig werden, was den Verkehrsteilnehmern ein sicheres Überholen ermöglichen soll. Doch offensichtlich gibt es zu diesem Ausbau noch Gesprächsbedarf: Im Gemeinderat in Reimlingen ist die B25 heute Abend genauso Thema wie im Stadtrat in Nördlingen.

Das hat mit einer Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche zu tun, bei der Landwirt Georg Schabert, der von ihm beauftragte Verkehrsplaner Dr. Martin Vieregg und der OB-Kandidat der Grünen, Wolfgang Goschenhofer, auf dem Podium saßen (wir berichteten). Goschenhofer hatte sich bereits in der Vergangenheit gegen den Ausbau der B25 ausgesprochen, den er für „Irrsinn“ hält. Das Projekt ist in drei Abschnitte gegliedert. Der erste sieht unter anderem vor, dass eine Brücke über die B25 gebaut wird, um Reimlingen über den Heuweg an die Bundesstraße anzuschließen. Im Nördlinger Stadtrat hatte es in der Vergangenheit viel Kritik an dieser Brücke gegeben, die zerstöre den Blick auf den Daniel, das Landschaftsbild. Doch, so erklärt es Oberbürgermeister Hermann Faul im Gespräch mit unserer Zeitung: Der Verwaltungsgerichtshof habe klar gemacht, dass eine Klage der Stadt gegen den Bauabschnitt eins aussichtslos sei. Und deshalb habe man sich auch gegen sie entschieden – genauer gesagt war das der Bauausschuss im April 2018 mit 7:6-Stimmen.

Bauabschnitt eins: Klagefrist abgelaufen

Mittlerweile ist die sogenannte Klagefrist abgelaufen. Und der einzige, der tatsächlich gegen den Bauabschnitt eins geklagt hat, ist der Nördlinger Landwirt Georg Schabert. Bei einer ersten Verhandlung im September dieses Jahres vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München stellte das Staatliche Bauamt Schabert ein Tauschgrundstück in Aussicht. Sollten sich die beiden Parteien bis zum 15. November nicht geeinigt haben, dann wird ein unabhängiger Gutachter vom Gericht beauftragt. Der wiederum muss dann klären, ob die sogenannte „Brezel“ dazu führt, dass Schabert in seiner Existenz bedroht ist – also der Anschluss des Heuweges und der Augsburger Straße.

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Vor etwas mehr als zwei Monaten begann das Planfeststellungsverfahren für den zweiten Bauabschnitt, der etwa einen Kilometer nach der Abzweigung Reimlingen beginnt und bis vor die Kreuzung Grosselfingen/Balgheim reicht. Betroffene hatten eigentlich nur bis zum vergangenen Montag Zeit, Einwendungen gegen das Projekt vorzubringen. Doch Reimlingens Bürgermeister Jürgen Leberle hat eine Fristverlängerung bis zum 18. November erreicht. Nach der Informationsveranstaltung in Nördlingen sei ihm vonseiten des Gemeinderates signalisiert worden, dass man noch einmal über das Thema diskutieren wolle. Und das werde man am Donnerstagabend tun – ergebnisoffen. In Nördlingen soll es dem Vernehmen nach heute Abend um die Frage gehen, ob Landwirte auch künftig auf der B25 fahren dürfen. Stefan Greineder vom Staatlichen Bauamt Augsburg sagt, dass das derzeit vorgesehen sei. Es handle sich bei der B25 zwar um eine Verbindung der Stufe 1, den Richtlinien zufolge sollte sie deshalb eine Kraftfahrstraße sein – also nur nutzbar von Fahrzeugen, die eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern überschreiten. Doch das sei kein Gesetz. Sollte man sich angesichts der Verkehrssicherheit irgendwann doch dazu entscheiden, die Straße für Traktoren zu sperren, dann müsste man für die Landwirte alternative Straßen ertüchtigen.

Möttinger fordern Gesamtkonzept für B 25

Der Möttinger Rat hat sich bereits im Oktober mit dem Bauabschnitt zwei befasst. Man stehe dem Projekt skeptisch gegenüber, so Bürgermeister Erwin Seiler im Gespräch mit unserer Zeitung, und habe eine Stellungnahme an die Regierung von Schwaben gesendet. Aus Sicht der Möttinger wäre ein Gesamtkonzept für die B25 besser als ein Ausbau in drei Abschnitten.

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